Fers
Perf
Peilt
Beritapla (Biblia), die Bibel in fünf Sprachen oderdiefünfzüngige Bibel.
Pentateuehus, die fünf Bücher Moses.
Penumbra, Franz. Penombre, der Halbschatten, d. i.der blaßdunklc Streif, der einen nicht scharf abgeschickt-tenen Schatten umgibt, und der sich unvermerkt in Lichtverliert.
Pepinidre (fpr. Pcpiniär'), die Pflanzschule.
Per cassa, in der Kaufmannssprache, baar, odcrinbaa-rcm Geld. ^
Perceptibel, vernehmlich.
Perceptibilitiit, die Vernehmlichkeit. Herder hat auchdie Vernehmbarkeit gesagt: „Die verschiedensten Ver-uehmbarkeiten der Natur faßt also unser innerer Sinndeutend zusammen."
Perception, die Wahrnehmung ; nach Kants Sprach-gebrauche, „eine Vorstellung mit Bewußtsein." Mansieht nicht, wie nach diesem Sprachgebrauche die Per-ception von der Apperception verschieden ist. S. die-ses. Ehemahls verstand man unter PerceptioN die blo-ße Wahrnehmung eines Gegenstandes, unter Apperzep-tion, die Wahrnehmung mit Bcwustscin, oder das In-newerden.
Percipiren, wahrnehmen.
Pereurriren, durchlaufen, flüchtig durchsehen.
Perdurabel, fortdauernd, beharrlich.
Perdurabilitiit, die Fortdauer, die Beharrlichkeit.
Pereat! (ein), in der Sprache der Hochschüler, ein Stirb-nnd-verdirb! so wie das Gegentheil (Vivat!), einLebehoch! Rüdiger. P creat der Pedell! weg mitihm! Zum Henker mit -hm!
Peregriniren, in der Fremde leben.
Peremptorisch , Saf. peremptorie , ein für allemahl,entscheidend. Peremptoria citatio , die endliche Vor-ladung, eine Vorladung, welche nicht wiederholt wird,und welche im Vernachläßigungsfalle Rcchksverlust nachsich zieht. Terminus peremptorias , der entscheiden-de Stichtag.
Perenniren, überstehen. Ucbcrstchcnde oder übcrständi-ge Pflanzen.
Per expressum, durch einen Boten.
Per fas et nefas , auf halb erlaubten, halb unerlaub-ten Wegen, durch rechtmäßige und unrechtmäßigeMittel, mit Recht oder Unrecht.
Perfect, vollkommen, fertig, geschickt.
Perfectibel, vervollkommlich. Ueber die anscheinendeSprachwidrigkeit diesesDeutschenWorts, siehe das fol-gende PerfectibiHtät.
Perfectibilitiit. Ich hatte in der Prcisschrift Vervollkomm-üchkeil dafür angesetzt, weil ich für die Handlung desVollkommnermachenS die Wörter vervollkommnen unddie Vervollkommnung schon allgemein gebräuchlich fand.Dagegen wandteEschenburg (in dem Nachtrage) ein r
„daß Vollkomntlichkeit, ohne die Vorsilbe ver; schonhinlänglich zu sein scheine, da dieAnlagc oder Fähigkeit,die durch das ver ausgedruckt werden solle, schon inder Silbe lich liege." Ich glaubte hierauf antwortenzu müssen: daß nicht die Anlage und Fähigkeit, son-dern das Versetzen oder Gerathen in den Zustand desVollkommncrwerdcns durch die Vorsilbe ver ausgedrucktwerden solle, nach der Kraft, welche eben diese Silbein den Wörtern verbessern, vcrschliinmern, verändern,verdunkeln, veredeln und einer Menge anderer hat. Ichbemerkte, daß wir diesem zufolge den Begriff, vollkommncr machen, nicht durch vollkominucn, sondern durchvervollkommnen, ausdrucken; und daß wir folglich auchdie Fähigkeit vollkommncr gemacht zu werden, nichtdurch Bollkommlichkeit, sondern durch Vervolikomni-lichkeit, wie es mir schiene, bezeichnen mußten, sowiewir auch die Veränderlichkeit, die Verschlimmerung,die Veredlung u. s. w., und nicht die Aendcrlichkeit,die Schlimmerung, die Edelung, sagten. Ich fügtehinzu: daß auch der Begriff, fort, oder des Wegbc-wegens aus der alten Lage in der Vorsilbe ver, z. L.in verreisen, vergrößern, verjagen u. s. m. liege; wor-aus denn zu folgen scheine, daß Vollkommlichkeit bloßdie Fähigkeit zur Vollkommenheit, Vervollkommlichkeithingegen die Fähigkeit zum fortschreitenden Vvllkomm-nerwcrden oder zu einem unbegränztcn Wachslhume anVollkommenheit, bezeichnen könne. — Mein einsichtsvol-ler Gegner fand zwar diese Antwort richtig, suchte michaber nunmehr auf das Unbchülflichc des Wortes Ver--vollkommlichkcit aufmerksam zu machen. Diese "Mußteich denn freilich zugeben; allein ich erlaubte mir dabeidie Frage: ob das fremde Wort Per-fe-cti-bi-li-tätminder unbehülflich, und nicht noch um eine Silbe lan-ger als jenes sei?
Ein anderer Einwurf, der in der Zeitschrift D eu t sch-land gegen das neue Wort Vervollkommlichkeit ge-macht ward, ist der: daß es falsch gebildet sei, in-dem von dem Zeitworte vervollkoutumen nur Vervoll-kommnlichkeit (welches niemand anszusprechen in Stan-de sei), und nicht Vervollkommlichkeit, abgeleitet wer-den könne. Diesem Einwürfe, den ich an sich für ge-gründet erkennen muß, weiß ich nur den Entschuldi-gungsgrund entgegenzusetzen, daß wir schon in vielenandern Fällen gewohnt sind, Buchstaben, welche zwarwesentlich zum Slammworte gehören, die aber in Ab-leitungen und Zusammensetzungen eine unausstehlicheHarte verursachen würden, wegzuwerfen. So sagt undschreibt z. B. jedermann selbander, nicht fclbstander,wie es eigentlich lauten müßte. So haben Adel. undandere sprachgelchrtc Männer Selbsucht und selbsüch-tig f. Selbstsucht und selbstsüchtig einzuführen gesucht.So haben endlich auch manche, und sogar achtungswür-dige Sprachforscher, z. B. Moritz, lieber Vervoll-kommung, als Vervollkommnung, schreiben wollen.
DiS