Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
150
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izo

Pello

Peu*

Pens

Pent

Pelleterie, Rauchwcrk, Pclzwcrk.

Peluche (spr. Pellisch', wofür wir aber in DeutschlandPlüsch zu sagen pflegen), Wdllsammt.

Penaten, Lat. Penates, die Hausgötter oder Hausgvssen,

Pencliant. S. Panchant.

Pendant (spr. Pangdang); man hat Gegenbild und Ge-genstück dafür gesagt; allein da man bei Pendant nichtsowol an ein gegenüber, als vielmehr zur Seite flehen-des oder hangendes Stück zu denken pflegt: so scheintSeitensiück den Begriff noch besser auszudrücken. L es-ffing hat auch Gcsellschaftsstück dafür gesagt. Neben-stück, welches andere dafür haben gebrauchen wollen,scheint nicht recht zu passen, weil oft, z. B. in einerReihe von mehren Schilderten, zwar ein Stück nebendem andern hängt, aber doch nicht so, daß eins sichauf das andere bezicht oder der Pendant desselben ifl.

Pendeloquen (spr. Pangdelockcn), die Anhängsel anOhrringen, Kronleuchtern u. s. w.

Pendens, hangend. Dieses Lat. Wort kommt vornehm-lich in der unreinen Deutschen Rcchtssprache, mit demSachwortclds, dcrRechtshandcl, verbunden, vor. Lispendens, ein anhängiger oder laufenderRechtshandel.Pendente lite, wahrend des Streits, im Verlaufdes Rechtshandels.

Pendul (man spricht Pendel), ein Schwing - oderSchwunggewicht, d. i. ein an einem festen Punkte der-gestalt aufgehängtes Gewicht, daß es sich regelmäßig hinund her bewegen oder Schwingungen machen muß.K i n d c r l i n g hat Schwingfaden und Schwingschnurdafür angesetzt. Diese passen aber nicht, wenn das Ge-wicht, wie gewöhnlich, an einem Drathe hängt.

Pendule (spr. Pangdühl'), eine Wand-uhr.

Penetrnbilitat, die Dutchdringlichkeit.

Penettukle (spr. penetrabl), durchdringlich.

Penetrant» durchdringend, z. B. ein solcher Verstand,eine solche Kälte.

Penetration» die Verstandesschärfe, der durchdringen-de Verstand, der Scharfsinn.

Penetriren, eindringen, durchdrängen, durchschauen,ergründen.

Penible (spr. penibl), mühselig, beschwerlich, peinlich.Das Deutsche Pein und das Franz. Peine sind ein undebendasselbe Wort.

Pennal, eine Fedcrbüchsc, ein Federköchct. Ehemahlswar Pennal auch ein Spottname, den die ältern Hoch-schüler ihren Neuangekommenen Mitschülern gaben, wo-für man in der Folge den Deutschen Ausdruck Fuchsgewählt hat. Pennalisnrus oder das angemaßte Recht,dw jünger» Studenten zu mißhandeln, sie als Aufwär-rer zu gebrauchen u.s. w. konnte man also, dem neuernSprachgcbrauche gemäß, durch Fuchsrecht verdeut-schen.

Pensden (spr. Pangseen), Gedanken, Einfalle.

Pension (spr. Pangstohn). Gnadengehalt. Da aber nichtjede Pension aus Gnade ertheilt wird, manche vielmehrnur als eine gerechte und schuldige Vergeltung für ge-leistete Dienste anzusehen ist: so bedürfen wir noch einesandern Ausdrucks für Pension, in diesem Sinne ge-nommen. Ich schlage, außer dem schon gewöhnlichenJahrgcld, auch Dienstbclohnung dazu vor. Es ist em-pörend, daß das Almosen, welches der Staat alten,abgelebten, oft zu Krüppeln geschossenen Kriegern reicht,der Gnadenthalcr genannt zu werden pflegt. Sonstversteht man unter Pension auch Kostgeld und Bekö-stigung.

Pesnsionnairö (fpr.PaNgsionnär), ein Kostgänger. Auchversteht man darunter einen, der ein Jahrgeld erhält,und dabei entweder außer Amt gesetzt ist, oder noch keinbestimmtes Amt erhalten hat. Für diese Bedeutung desWorts hafCatel Gnadcnsöldncr angesetzt; welcherAusdruck aber für viele Pensionärs zu erniedrigend ifl.S. PensioN.

PensionsLlnstalt oder Pensionsinstitut, cinErziehungs-haus, eine Erziehungsanstalt.

Pensiv (spr. pangflv), nachdenkend, in Gedanken odergedankenvoll; auch nachdenklich.Ist kein gewissen-hafter, nachdenklicher Mann ohne Latein möglich?" L es-si ng. Einige unserer Dichter haben auch das N. D.sinnig für pensiv gebraucht:

Sinnig forsch ich auf utid ab. Bürger.Sinnig stand ich am Fenster.^ Kosegarten. Die-ses sinnig wird sonst, inBczug aufMenschen, dem un-sinnig, und in Bezug auf Thiere dem wild und un-bändig entgegengesetzt, so daß es dort so viel als ver-nünftig und nachdenkend, hier so viel als lenksam undruhig bedeutet.

Pensum, das Aufgegebene, die ausgegebene Arbeit. DerSchüler lernt sein Aufgegebenes. Der Lehrling vcrrich-xtet seine ausgegebene Arbeit.

Pentaglotte, ein Buch in fünf Sprachen.

Pentagon, ein Fünf-eck.

Pentameter, in der Lat. Verskunst, ein fünffüßiger Vers,der, wenn nämlich die beiden halben Fuße am Ende desersten und. zweiten Abschnitts für einen ganzen gerechnetwerden. Wörtlich übersetzt müßte man freilich Fünf-mass dafür sagen; aber dabei würde schwerlich jemandan einen Vers mit fünf Füßen denken. Ich habe dahergeglaubt, es sei besser, Fünffuss, allenfalls auch derFünffüssler, sowie für Hexameter der Sechssuß oderSechsfüssler zu sagen. Nun gibt es zwar freilich auchfünffüßige Verse, die keine Pcnkamenter sind, wie z.B. die zehnstlbigett oder fünffüßigen Iamben; allein dadas Wort fünf in Fünffuss eher an Pentameter, alsan irgend einen andern fünffüßigen Vers erinnert: soscheinen die nähern Bestimmungen zu diesem DeutschenAusdrucke eben so leicht hinzugedacht werden zu können,als zu jenem Grjchischen,

Psu-