Pass
Past
Pate
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Passiren, 1. durch- vorüber oder vorbeigehen, fahrenoder reisen, z. B. ein Schiff geht oder segelt durch denSund; es gehen hier viel Leute vorbei; 2. gehaltenwerden, z. B. er wird für einen braven Mann gehal-ten; 3 . vorfallen oder vorgehen, sich ereignen, z. B.es isi nichts neues vorgefallen; es hat sich nichts ereig-net; was geht da vor? 4. Es passirt, sagt man oaneinem nicht ganz vollwichtigen Goldstücke, wo es soviel heißt, als: es lauft mit unter, man'laßt sichsgefallen. Passiren und repassiren laffcn, heißt, freihin und hergehen oder reisen laffen. En passant, inVorbeigehen.
Passiv, in einigen Fallen, leidend, z, B. der leidendeTheil. Heinzclmann hat lcidsam dafür angegeben,welches aber mit empfindsam, arbeitsam rc. verglichen,viel leidend bedeutet. In andern Fallen, besonders da,wo das damit verbundene Sachwert etwas bezeichnet,was nicht sowol selbst leidet, als vielmehr nur etwasleidendes andeutet oder sich darauf bezicht, würde lei-dentlich besser paffen, z. B. die leidcntliche Form, derlcidenkliche Gehorsam. So würde auch passiv, alsNebenwort, besser durch leidentlich, als durch leidend,übersetzt werden. Dieses leidentlich ist schon von gutenSchriftstellern gebraucht worden; auch findet man esin A d. Wörterbuchs aufgeführt, und zwar in der erstenAusgabe, leidentlich und leidendlich zugleich, in derzweiten aber nur leidendlich geschrieben; weil Ad. jetztder -Meinung ist, daß es von dem Zustandsworte (par-ticipio) leidend gebildet sei. Allein, da wir ähnlicheAbleitungen, theils von Beschaffenheitswörtern, wieöffentlich von offen, theils von Zeitwörtern in unbe-stimmter Form, wie hoffentlich von hoffen, theils vonSachwörtcrn, wie wesentlich von Wesen, aber, so vielich weiß, keine einzige von einem Zustandsworte der thä-tigen Form (participio activo) haben: so glaube ich,daß wir auch leidentlich entweder von leiden oder Lei-den, mit dem eingeschalteten Wohllauts-t, aber nichtvon leidend herleiten, es folglich auch nicht leidendlichschreiben müssen. Für Passivschulden (Passiva) wür-de man eben so wenig leidende, als lcidentlichc Schul-den sagen können; so wie auch thätige Schulden füractive kein guter Ausdruck sein würde. Aber was hin-dert uns, für jene schlechtweg Schulden, für diese Fo-derungen, oder auch ausstehende Schulden zu sagen?Unter ^.ctivhandel versteht man einen solchen, bei wel-chem Landeserzeugnisse in fremde Lander theils gegenGüter des Auslandes, theils gegen Geld ausgeführtwerden, und unter Passivhandel denjenigen, bei wel-chem die Erzeugnisse anderer Länder für Geld eingekauftwerden. Ich habe oben (S. ^.ctiv) thätiger und un-thätiger Handel dafür vorgeschlagen. Hier könnte fürpassiv auch leidentlich gebraucht werden. Ein lcident-licher Handel.
Passus, 1. ein Schritt, 2. eine Schriftstelle.
Paste, ein Teig; man meint aber damit einen aus Glas-teige nachgemachten, also unechten Edelstein. Ad. hatdas Deutsche Wort Aftcrstcin dabei angemerkt; mankönnte auch Glasstein dafür sagen. Auch die aus Gips,Schwefel u. s. w. gemachten Abgriffe geschnittener Stei-ne werden Pasten genannt.
Pastell, von Paste- der Teig, bedeutet in der Mahlereieinen aus Farbenteige geformten, und dann getrocknetenStift, womit trocken gemahlt wird. En pastei, odermit Pastclifarbcn mahlen, heißt also, mit trocknenFarben mahlen; die PaswIImahlcrei, die Trockcnmah-lerei; der Pastellmahler, der Trockenmahlcr.
Pastete, eine in Teig geschlagene und so gebackenc Spei-se; also eine Teigspeise oder Backspeise. Ki nd er li nghat Flcischkuchen dafür gebildet. Für Fleifchpastcte,Fischpastctc u. s. w. könnte man vielleicht Backfieisch,Backfische rc. sagen. Ein Pastetenbccker, wäre einFleischkuchcnbecker.
Pastor, eigentlich ein Hirt. Pastor fido, der treueSchäfer. In der Kirchenfprache wird ein Seclenhirt,Pfarrer oder Prediger damit gemeint.
Pastotal, 1. was zum Schäfer gehört. Bürger hatdas gute Wort schafcrlich dafür gebildet:
Du müßtest wol mit blankem Speer,
£> Mann, sie erst erwerben.
Und billig schafcrlich vorherEin paarmal für sie sterben.
Dagegen klingt viel reizenderEin kurzer schäferlicher Name,
2. was zum Pfarrer oderScelenhirtcn gehört, oder ihmzukommt, z. B. die Pastoralklugheit, d. i. Scclfor«gerklugheit.
Pastorale, ein Schäfer - oder Hirtengedicht. In derTonkunst insbesondere „ein schafermäßlges Tonstück, ein ,Hirtenlicd oder Hirtenspiel, mit oder ohne Gesang.Auch Hirtenschauspiel oder ländliches Schauspiel."Esche nburg.
Pastoralia, Dinge, welche zur Amtsführung eines Pre-digers gehören, also Prediger-angelegenheiten, Pfarr-sachcn.
Pastorat, die Pfarre oder Pfarrei.
Pastor loei, der Pfarrer des Orts, der Tdrtspfarrer.
Pastos, Franz. Päteux, in der Mahlern, teigicht undteigig, markicht und markig. So wird der Pinsel ei-nes Mahlers genannt, der die Farben mit sicherer Hand' stark aufträgt. Er hat einen markigen Pinselstrich.
Patene, das Tellerchen oder Schüsselchcn, worauf beimAbendmahle die Oblaten liegen; also das Brot-tellerchen.
Patent, Franz. Lettres patentes, ein offener Brief,ein öffentliches Ausschreiben. Man denkt aber bei die-sem Worte die nähern Bestimmungen hinzu daß einsolcher Brief von derLandesregicrung herrühre, und daßdarin einer oder mehren Personen, für die er ausgefer-T s »tiget