Pass
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innerung an dcn Hang und die Gabe zum Spotten,wodurch dieser Mann sich ausgezeichnet hakte, gab hic-nächst Anlaß, daß man alle beißende Anmerkungen,Spöttereien und Schmähungen, die man öffentlich be-kannt machen wollte, an diese Bildsäule klebte, die auchdeswegen dazu vorzüglich bequem zu sein schien, weilsie fast mitten in Rom stand," Roth's Gemeinnützi-ges Lepicon.
Passa oder Pascha, der Name des Jüdischen Osterfestes.Das Wort bedeutet eigentlich Vorübergang, weil, wiein den Büchern Moses erzählt wird, der die Egypti-schen Erstgeburten erschlagende Würg-engcl bei dcn Häu-sern der Jsraelilen vorüberging.
Passable (spr. passabl), mittelmäßig, leidlich oder er-träglich gut.
Passahlemeiit (spr. passablmang), erträglich, leidlich.
Passage (spr. Passage), 1. der Durchgang oder die Durch-fahrt; 2. das Hin-und Hergehen, Reiten undFahrenau einem Orte. Es ist hier viel oder starke Passage,sagt man, wofür man auf Deutsch sprechen könnte: esist hier viel Vorüberwallcns, es ist auf diesem Wege,auf dieser Straße, gewöhnlich sehr lebhaft, man stehthier viel Menschen vorbeikommen. Dic N. Deutschenpflegen zu sagen: es ist hier viel Wankens. 3. EineStelle in einem Buche. Er wußte ganze große Stel-len des Gedichtes auswendig. 4. In der Tonkunst ver-steht man unter Passagen „gewisse Zierrathen der Me-lodien, da auf eine Silbe des Gesanges mehre Tönehintereinander folgen, oder eine Hauptnote, die eineSilbe vorstellt, durch sogenannte Diminutiv» oder Ver-kleinerung-in mehre verwandelt wird." Sulz er. I»diesem Sinne genommen, könnte man wol Tonzierra-then dafür sagen. Allein oft werden auch nur einzelneStelleit des Tonstücks damit gemeint.
Passagier (spr. Paffagihr), ein Reisender, ein Wandcrs-inann. Er ist ein lockerer Passagier, heißt, er ist einlockerer Bursche, ein Lockerling.
Passant, mit der Vorsilbe an, läufig.
Passato, in der alten Kaufmannssprache, der vergange-ne, nämlich Monat. Am 4ten Passate, heißt also, amvierten des vergangenen oder vorigen Monats.
Passutwillde, sind beständige Winde, die in gewissenGegenden zu gewissen Jahrszeiten regelmäßig wehen odereinerlei Richtung behalten. In der Hamburg, neuen Zei-tung, welche oft einen guten Deutschen Ausdruck, stattfremder, in Umlauf bringen hilft, fand ich neulich Zug-winde dafür. Dieses Wort ist nun zwar freilich schonin allgemeinerer Bedeutung üblich; allein da die Pas-satwinde , wenn man auf ihre Entstehung sieht, wirk-lich Zugwinde sind, und der Zusammenhang, in wel-chem diejer Ausdruck vorkommen kann, die nähere Be-stimmung leicht hinzudenken läßt: so kann er, scheint es,auch füglich als Kunstwort in jener bestimmtem Bedeu-tung gebraucht werden.
Passementier. S. Posamentircr.
Passe-passe, ein Taschenspielerstückchrn.
Passe pur tout (spr. Paß' par tu), ein Hauvtschlüssel.
Passepied , ein nun veraltetes Tanzstück, dem Menucr ähn-lich , aber von etwas lebhafterer Bewegung. Eschen-bu rg.
Passeport (spr. Paß'pohr), ein Paß, ein Geleitsbrief.Das trste ist zwar aus dem Franz. Worte selbst gebil-det, aber doch für Deutsch zu achten, weil eS schon inder Volkssprache lebt, und unsere Sprach-ähnlichrcitnicht beleidiget. Heynatz hat Rciseschein dafür gebil-det, welches aber eher einen Schein über eine schönge-machte Reise, als einen Paß bedeuten würde. Frei-brief, welches A d. dafür hat, kann mißverstanden undfür Privilegium genommen werden. Es kommr indeßauch für Paß vor:
Der Unschuld Freibrief hilft uns sicher durch das
Leben.
Weiße.
Passibilität , die Fähigkeit zu leiden. Man hat die Leid-samkeit dafür vorgeschlagen. A d. meint zwar, dieseskomme im H. D. nicht vor; allein er irrt. Lavatcrz. B. hat es gebraucht. Ich muß indeß gestehen, daßich selbst nicht ganz damit zufrieden bin; weil die Wör-ter mit sam, z. B. arbeitsam und Arbeitsamkeit, em-pfindsam und Empfindsamkeit, nicht eine bloße Fähig-keit, sondern vielmehr eine Fertigkeit bezeichnen. Passi-bilitat aber druckt bloß die Fähigkeit zu leiden aus.Leidensfahigkeit hat dcn Umstand wider sich, daß dasWort Fähigkeit gewöhnlich nur in thätiger, nicht inleidcntlicher Bedeutung gebraucht wird. Gleichwol weißich bisjctzt keinen tadelfreicrn Ausdruck dafür vorzu-schlagen.
Passion, 1. die Leidenschaft; 2. die Marter; also auchdie Martergeschichte, Martcrwochc, Marterzeit, Mar-
, tcrpredigt, u. s. w. für Passionsgeschichte, Passions-woche, Passionszcit, Passionspredigt.
Passionireii, sich, in leidenschaftliche Hitze gerathen,sich erhitzen; so z. B. in folgender Stelle: „Eine sogroße Mcnschenmasse kann sich nie ohne Gefahr pas-siouireii."
Passionirt, leidenschaftlich, z. B. ein leidenschaftlicherJäger, Spieler u. s. w. Für etwas passionirt sein, heißt,leidenschaftlich dafür cingenommcil sein. Der von L e s-sing'en wieder erweckte Schlesischc Dichter Sculte-tus sagt von einem passionirten oder leidenschaftli-chen Menschen, daß er koche:
Wie seine Mutter kocht!
Lessing findet diesen eben so neuen, als kühnen Ge-brauch des Worts kochen ungemein schön. Göth c hatverkochen in ähnlicher Bedeutung gebraucht: „Es wardihm leicht, dcn Unwillen darüber, entweder in der Sril-le für sich, oder vertraulich mit seiner Familie zu ver-kochen."
Passi-