Part
Parv
Pas
145
partiell auch durch Zusammensetzungen mit Unter aus-drucken, und z. B. Rousseau's Worte im Emil:Tonte societe partielle s’aliene de la grande,durch: Jede Untcrgcsellschaft entfernt sich von der gro-ßen (worin sie nämlich entsteht), übersetzen. In demRevisronswerke habe ich irgendwo theilicht nicht theilig,(denn dis druckt Theile habend aus, z. B. dreithcilig)für partiell zu setzen gewagt: „Daß die Natur an-fangs kein allgemeines, sondern nur ein thcilichtes Eben-maß beliebt hat." Hinterher habe ich dieses theilicht inder O. D. Mund-art gefunden,' wo man auch bethei-licht für interessirt sagt. Theilig, welcheS mir, wiegesagt, einen andern Begriff zu bezeichnen scheint, hatS t i e l e r.
Parties liontenses. S. Honteux.
Partiren, theilen und vertheilen, z. B. die Sole in dieKothcn. Die übrigen, von Frisch und Ad. angegebe-nen Bedeutungen dieses Zwitkerworts kommen, so vielich weiß, nicht mehr vor, und brauchen daher hier nichtaufgeführt zu werden.
Partisan, 1, in der Kriegcssprache, ein Parteigänger,(Partei kann für eingebürgert gelten), ein Freibeuter,2. in der Umgangssprache, ein Anhänger. Ein Anhän-ger des Hofes.
Partite, Jkal. Partita; 1. eine Partei oder Post, z. B.eine Partite ins Schuldbuch eintragen. 2. Listige Ran-ke, z. B. in der R. a. Partiten machen oder spielen,wofür wir füglich Ranke sagen können. In dieser Be-deutung ist es einerlei mit dem undeutschen WortePractiken, wenn es auch gleich nicht aus diesem, wieFrisch will, durch Verdrehung entstanden sein sollte.Ein Partitenmachcr oder Practikenmachcr, ein Ran-kemacher oder Rankcspieler. In N. D. hat man auchLurren- oder Lurdcndrcher. Sich. Practiken.
Partitur, in der Tonkunst. Heynatz hat dis Wortdurch Stimmenbuch verdeutscht; sollte allstimmigcsTanstück oder allstimmiger Sah nicht villeicht deutli-cher sein? Man versteht darunter ein für alle Stimmenausgesetztes Stück, aus welchem diese einzelnen Stim-men nachher ausgezogen.werden.
Partout (spr partuh), durchaus, schlechterdings.
Parure (spr. Parühr'), der Putz, der Schmuck.
Parvenu (spr. Parwenüh). Der Hauptbcgriff bei diesemWorte ist der eines Menschen, der durch einen plötzli-chen, nicht durch Verdienste bewirkten Glückswcchsel,aus einem niedrigen und ärmlichen Zustande in einenhöhern und glänzenden versetzt wurde; und sonach könn-ten wir es durch einen Herrn von gestern verdeutschen.Herr, und noch dazu Herr von, würde auf den jetzi-gen vornehmen Stand einer solchen Person, gestern hin-. gegen auf den Umstand deuten, daß sie nicht immerdarin gewesen, sondern erst kürzlich dazu erhöht wordensei. Der Ausdruck: von gestern sein, in der Spott-bedeutung , ein neues Geschöpf oder Wesen sein, istL. Band.
Pasq
nicht ungewöhnlich. „Ich , ein Geschöpf von gestern her,der ich vor kurzen noch nicht war," könnte ein Par-venu mit Gellerls Worten von sich selbst recht tref-fend sagen. Da indeß diese Verdeutschung nur in Scherzund Spott gebraucht werden kann: so freue ich mich,noch zwei andere gleichbedeutende Ausdrücke für die ern-stere Rede nachweisen zu können. Diese sind Empor-kömmling und Glückssohn. Den ersten haben Posscltund Wächter gebraucht; den andern hatAffsprungvorgeschlagen. Catel hat sowol Emporkömmling, alsauch den von mir gebildeten Scherz-ausdruck, Herr vongestern, aufgenommen.
Pas (spr. Pah), in der Tanzkunst, der künstliche Schritt,durch dessen Wiederholung ein Tanz entsteht. Man könn-te also wol füglich Tanzschritt dafür sage». Ein Paux-pas ist ein Fehltritt. Stutz meint, daß die BenennungTanzschritt deswegen wol nicht angenommen werdenkönne, weil die Zusammensetzungen Vorpas, Seiten-pas und Rückpas sich damit nicht verdeutschen ließen.Allein wenn einmahl von Tanzen die Rede ist (undnur in einem solchen Zusammenhange können diese Zu-sammensetzungen vorkommen), so bedarf es der nähernBestimmung nicht, weil sich diese alsdann von selbst ver-steht, und man kann daher schlechtweg Vorschritt, Sei-tenschritt und Rückschritt sagen. Unser Meister fing da-mit an, uns den Tanzschritt, und zwar erst den Vor-schritt, dann den Seitenschritt, und endlich den Rück-schritt zu lehren.
Pasquill, eine Schmähschrift oder Schandschrift. Letz-tes hat Lessing gebraucht.
Pasquillant. Sollte man nicht, der Aehnlichkeitsregel ge-mäß, den Verfasser einer kleinen verächtlichen Schrift,einen Schriftler nennen dürfen? Und sollte dann nichtSchmäh- oder Schandschriftler für Pasquillant passen ?
Pasquin (spr. Paskäng), ein Schalksnarr; eine Art vonHanswurst auf der Französischen Bühne. Da er gewöhn-lich als ein bösartiger Witzling erscheint, so glaube ich,daß jene Deutsche Benennung für ihn passe.
Pasquinade (spr. Paskinahd'), eben so viel als Pasquill,nur daß der Sprachgebrauch dis letzte auf schriftlicheSchmähungen beschränkt, das erste hingegen auch aufmündliche ausgedehnt zu haben scheint. Der Ursprungdes Jtal. Worts Pasquino , wovon jene beiden Ablei-tungen find, wird auf folgende Weise angegeben: „Pas-quino soll ein Schuhsticker, oder nach andern, einSchneider in Rom gewesen sein, und die Gabe derSpötterei in einem hohen Grade besessen haben; daherseine Werkstatt immer voll von Leuten war, die sich anseinen Einfällen ersetzten. Nach seinem Tode, da mansein Haus neuaufbauen wollte, fand man eine verschüt-tete, schon etwas verstümmelte Bildsäule, die einenFechter vorstellte. Diese richtete man an dem Orte,wo sie gefunden war, auf, und sie bekam den Namendes Pasquino, welcher daselbst gewohnt hatte. Die EräT innerung