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Part
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Par renommee, dem Stamm oder dem Rufe nach.Parrhesie, die Freimüthigkeit.
Parricidium, vcr Vater - oder Elternmord.
Pars, der Theil; — adversa, der Gegentheil; >—■ liti-gans, der streitende;— succumbens, der unterlie-gende, verlierende; — vincens , der obsiegende Theil.Pars salarii, ein Theil der Besoldung, ein Bcsol-dimgsstück.
Part, der Theil. Der Gegenpart, der Gegner, der an-dere Theil, der Gegentheil.
Partage (spr. Parlage), die Theilung. Also ein Par-tagetractat, ein Theilungsvertrag, dergleichen z. D.Oestreich, Preußen und Rußland errichteten, als sie Po-len unter sich zu theilen beschlossen.
Parcagiren, theilen.
Parterre (spr. par Tär'), auf der Erde, im Erdgeschoß.Das Parterre, i. im Schaufpielhauft, der Erdplatz,d. i. ein Platz für die Zuschauer auf der Erde. Stutzhat diesen Ausdruck ohne Erinnerung angenommen. Ostwerden auch die Zuschauer selbst darunter verstanden,wie z. B. in folgender Stelle in der Jenaischen Litcra-turzcilung: „Hier hat sich der Vers. wol nur daS Par-terre durch einige nützliche Erklärungen, die er ertheilt,verpflichten wollen." Vorplatz, welches K ind erli ngdafür vorgeschlagen hat, paßt besser für Parques. 2.In der Gartenkunst, ein Blumenbeet oder Grasstück,j,n Allgemeinen, ein Gartenbeet. Par leere wohnen,heißt, auf der Erde, im untersten Geschosse oder,wenn man den Ausdruck annehmen will, im Erdgc-fchosse wohnen. Für Louterrain habe ich Kellergeschoßvorgeschlagen.
Partial, parteiisch.
Partialität, die Parteilichkeit.
Participant, ein Theilnehmer. Stutz will lieber Theil-haber oder Theilgenoß dafür gesagt wissen, „weil Thcil-nehmer und Theilnchmen eigentlich nur von einer mit-leidigen Gemüthsart zu verstehen waren." Warum nur?
Participatio» , die Theilnehmung oder Theilnahme
Particioiren, Thcilnehmcn, mitgenießcn.
Participium, in der Sprachlehre. Man hat, seit Schot-te ls Zeiten, häufig Mittelwort dafür versucht, wel-ches aber von andern besser für Verbum neutrum ge-braucht worden ist. Klopstock hat in den Gramma-tischen Gesprächen den Ausdruck Wcchfelwort dafürgewählt, weil es nämlich abwechselnd bald als Neben-wort, eilend kam, bald als Beiwort oder Eigenschafts-wort, der eilende Mann, bald als Sachwort, der Ei-lende rief, gebraucht wird. Noch besser aber scheint mirZnstandswort dafür zu passen, welches Wage neevorschlägt.
Particnl oder Partikel, ein Theilchen, Stückchen; inder Sprachlehre, ein Redetheilchen. Dis letzte habenschon viele, z. B. Hepriatz, angenommen.
Particulair (spr. partikulär), besonder, z. B. für beson-dere Rechnung. S. auch Partiell.
Particularia oder Particularitäten, besondere Ilmstän«de, das Besondere.
Particulier (spr. Parkikülieh), ein Mann ohne öffentlicheBedienung; ein für sich lebender Mann. In dieser Be-deutung genommen, kann es durch amtloser oder amt-freierMann verdeutscht werden. Zuweilen wird es abernicht jedem Beamteten überhaupt, sondern nur demhöchsten Staatsbeamten, dem Fürsten und andern ho-hen Befehlshabern, entgegengesetzt; und da haben wirfreilich nur das Wort Privatmann dafür, welches zurHälfte auch nicht Deutsch, aber doch unserer Sprach-ähnlichkeit schon um vieles gemäßer ist, als jenes. Enparticulier, ins besondere.
Particuli frement (spr. partikülljär'mang), besonders,ins besondere.
Partie, ein vieldeutiges Franz. Wort, welches in denmeisten Fällen ohne Noth gebraucht wird. Es bedeutet1. in der Sprache der Kaufleute eine gewisse Zahl oderMenge, daher z. B. der Partiepreis, d. i. derjenigeherabgesetzte Preis der Waare, zu dem man sie ver-kauft, wenn eine gewisse Zahl oder Menge davon genom-men wird. 2. Gesellschaft, z. B> in der R. a. Partiemit einem machen. 3 . Spiel, z. B. zwei, drei, odermehr Partien spielen. 4. Lustbarkeit oder Lustreise, z.B. eine Partie aufs Land machen, eine Jachtpartie.5. Heirath oder Verbindung, z. B. eine vortheilhaftePartie treffen. Oft wird auch eine der beiden Perso-nen, welche die eheliche Verbindung eingehen, Partiegenannt. Sie ist eine gute Partie, sagt man, undmeint: sie ist eine Person, die eine gute Aussteuer mit-bringt. 6. Der Theil; einzelne Theile des Gemähldes,des Lustgartens u. s. w. 7. Jemandes Partie nehmen,heißt, ihn vertheidigen, stch auf feine Seite schlagen.JnLichlenbergs nachgelassenen Schriften findet sichdie Deutschfranzöstfche R. a. eine Seite nehmen (pren-dre une partie). Diese R. a. fällt auf, und ist fürLeute, die kein Französisch verstehen, unverständlich;nicht weil partie durch Seite gegeben wird, denn dassind wir ja gewohnt; sondern weil wir im Deutschendieses Wort nicht mit nehmen, sondern mit sich schla-gen oder sich wenden verbinden, indem wir sich aufjemandes Seite schlagen und sich aus die Seile diesesoder jenes wenden, sprechen.
Partiell, als Nebenwort, theilweise; als Beiwort schienes bisher in vielen Fällen ganz unübersetzlich zu sein.Nur in einigen wenigen Fällen können wir einzeln da-für sagen; z. B. die einzelnen Beiträge, woraus dieGefammtsumme erwachsen soll. In andern Fällen paßtunser besonders dafür; z. B. die besondern (partiel-len) Verbindungen, welche wir eingehen, müssen unse-rer Hauptoerbindung, der mit dem Staate, dem wirangehören, keinen Eintrag thun. Wir können dieses
partiell