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2 (1808) F - Z
Entstehung
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135
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Orig

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gendcn nehmen und sich in seinem Gesichtskreis oderüberhaupt in etwas finden oder finden lernen oder zu-recht finden dafür sagen. Diese letzte R. a. dürfte wol'am allgemeinsten dafür brauchbar sein. Für die eigent-liche Bedeutung des Worts, in welcher es von Seefah-rern und Crdbeschrcibern gebraucht wird, hat Stutzeinen Vorschlag gethan, welcher erwogen zu werdenverdient:Man sagt, einen Rist orientiren, d. i. dietheile desselben so ordnen, daß jede Angabe in dieselbeLage kommt, welche sie in der Natur hat, und folglichihrer Himmelsgegend antwortet. Ohne diese Eigenschaftist kein Riß brauchbar; er ist nicht richtigunrichtig;und von diesem richtig ließe sich schon ein Ausdruck bil-den, der an die Stelle des fremden gesetzt werden k^m-1e. Berichtigen sagt weniger als orientiren; es bezeich-net nicht das ganze Geschäft des OrientirenS, sondernnur eine Nachhülfe, eine Verbesserung der eingcschlichc-nen Fehler. Wollte man aber das einfache Wort rich-tigen gelten lassen, so hatten wir einen Deutschen Aus-druck, bei welchem sich jedermann den Begriff leichterdenken könnte, als bei dem fremden orientiren." Ichwage es, diesem Vorschlage einen andern beizufügen,den ich zu prüfen und, wofern er unstatthaft gefundenwird, zu verwerfen bitte. Vor Erfindung der Magnet-nadel mußte man, um die Weltgegendcn zu unterschei-den, den Aufgang oder Untergang der Sonne beobach-ten. Man blieb vornehmlich bei dem ersten stehen, undnannte daher das Zurechkefinden, sich orientiren. Jetztbemühen wir uns, in gleicher Absicht, die mitternächt-liche Weltgegend oder den Norden zu finden. Solltenwir daher nicht jetzt, da wir den Norden suchen, ebenso paßlich sich norden sagen können, als man ehemahlsda man den Drient zu bemerken bemüht war, sichorientiren sagte? Die oben angeführte R. a. sichfinden f. sich orientiren, hat unter andern Licht en-de rg gebraucht:Die Vernunft besteht nur darin,sich sogleich wieder zu finden (nachdem man sich gewissenEinbildungen überlassen hatte), sobald die Scene (derAuftritt)vorüber ist, und aus derComödie (demSchau-spiele) nach Hause zu gehen/"'

Originaire (spr. originär), angebohren, ur-anfanglich.Der ur-anfangliche Zustand. Eine angebohrne Empfin-dung. In den meisten Fallen können wir dieses Bei-wort durch Zusammensetzungen mit Ur umgehen, -z.B.

A. Ehre leitet die Empfindung;

Ehre wird bei uns Natur.

B. Liebe bleibt die Ur-empfindung,

Und die Ehre der Natur.

Original, jenachdem der Gegenstand ist, von dem es ge-sagt wird, kann es durch Urschrift, Urbild, Ursiück,Urkopf oderUrwesen verdeutscht werden; die letzten pas-sen, wenn von Menschen die Rede ist:Jeder ist mehroder weniger ein Nrwesen(Original) für sich." Theo-

phron.Und wenn man das Ursiück vor sich nimmt."Ein Ungenannter. Bürger hat Urselbst dafür gebil-det: Der, Vogel Urselbst,

Der, weil er immer einsam krcis't,

Original, Deutsch : Urselbst, heißt.

In einer gerichtlichen Verhandlung fand ich Urständ,für origineller oder ursprünglicher Zustand.DieSchrift, hieß es, wurde in ihrem Urstande (ohne dienachher damit vorgenommenen Ab - andcrungen) gedruckt. Wenn man spott-und scherzweise von jemand sagt:er sei ein Original; so könnte man wol des DeutschenSpott-ausdrucks: er ist ein Ilrstück von Menschen,oder auch ein llrling, sich dafür bedienen. Diet. v.Stade und Schotte! haben dieses Wort, Urling,dem der letzte die Erklärung beifügt:Der lüstern istbesser und mehr zu sein im Urwescn und alten Rechten."Dis wäre also, dünkt mir, ein paffendes Wort für dasseinwollcnde Original, d. i. für denjenigen der Origi-nalität zur Schau trägt, ohne sie wirklich zu besitzen.Für in Original kann man urschriftlich und in der Ur-schrift sagen.

Originalität. Ost wird Eigenthümlichkeit oder das Ei-genthümliche dafür passen. Sonst könnte man auch woldas Wort Ur-eigenhcit dafür bilden. Heynatz führtim Antibarb. auch Urhaftigkeit aus der Geschichte derDeutschen Nationalneigung znm Trunke an; ist aberzweifelhaft, ob es daselbst für Originalität, oder nurfür Ehre des höchsten Alterthums gebraucht sei. Mirscheinl's, daß der erste Begriff durch dieses Wort aller-dings bezeichnet werden könne. Indessen dürfte Ur-ri-gcnheik den Vorzug verdienen.

Originaliter, urkundlich. Adel. kennt dis DeutscheWork nur für zum Zeugnisse oder zum Beweise. Aberselbst in der Stelle, die er anführt, steht es, wie im-mer, für originaliter:Zu mehrerer (mehrer) Sicher-heit ist gegenwärtiges urkundlich unterschrieben und be-siegelt worden."

Originell; bald eigenthümlich, bald ursprünglich oderur-anfanglich, jenachdem damit eine Eigenschaft bezeich-net werden soll, die entweder jemand ausschließlich be-sitzt, oder die so, wie sie in ihrem Ursprünge war, be-trachtet werden soll. Catel hak auch das gukgcbilde-te Wort ur-eigen dafür angesetzt. Er besitzt viel ei-genthümliche Laune. Die Deutschen zeigen jetzt wenigmehr von ihrer ursprünglichen Sinnesart, von ihrenUr-eigenheiten. Oft kann man das Eigenschaftswortoriginell durch zusammengesetzte Sachwörter mit Urumgehen; und z.B. Urgeist für origeneller Geist sagen.

Der Schöpfung Urgestalt." Klopstock.

Wenn Gesang mit Schönheit beginnt, mitUr-schönheit endet." Ebenderselbe.Wenn Kosegarten den unerhörten Ausdruck: einganz ursprüngliches Mädchen, für ganz originelles,

gebraucht