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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
136
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Orth

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156 Orig

gebraucht hat, so ist das durch einen Mißgriff geschehen,nttb muß ihm nicht nachgesagt werden;.denn das kannnur eine Person bezeichnen, welche ursprünglich und ehesie etwas anders wurde, ein Mädchen war; nicht aberein Mädchen, welches viel eigenthümliches, hat oder sichLurch Eigenthümlichkeiten auszeichne!. In Diet. v.Stadc'us Erklärung der ungewöhnlichen Wörter ausLuthers Bibel-übersetzung kommt auch urständig, alseine.Ableitung von dem oben unter Oirginal angeführ-ten Urständ (der ursprüngliche Zustand eines Dinges)vor. Dieses Beiwort, welches an selbständig erinnert,könnte, sollte ich meinen, auch recht gut für originellin derjenigen Bedeutung genommen werden-, da dieseseine Person bezeichnet, die in ihrer Art zu denken, zureden und zu handeln etwas eigenthümliches äußert. Eininständiges Mädchen, hätte Ko feg arten in der obenangeführten Stelle sagen können.

Originellement (fpr. originell'mang), ursprünglich undur-anfanglich. Das letzte hat unter andern Kant ge-braucht.

Ornat:, eigentlich freilich der Puh oder Schmuck; manversteht aber gewöhnlich nur das Amtskleid darunter.Auch Feierkleid paßt dafür.

Ornement (spr. Orncmang), die Zierde, der Zicrrath,die Verzierung.

Ornithohog, der Vogelkundige oder Vogclkenncr.

Ornithologie, die Naturgeschichte der Vogel, die Vo-gellehre, Vogelkunde.

Orographie, die Berg - oder Gebirgsbeschreibung.

Orologie, die Gebirgskunde.

Orthodox, buchstäblich übersetzt, rechtlehrig, wofür manaber lieber rechtgläubig sagt. Dis, wenn das Wortorthodox in seiner alten und eigentlichen Bedeutung ge-nommen wird. In dieser kommt es aber jetzt fast nurnoch spotlweise vor, so daß in Grunde das Gegentheildarunter verstanden wird. Wir bedürfen daher noch ei-ner andern Verdeutschung; und ich habe altlehrig, sowie für heterodox nculehrig, vorgeschlagen. Unsereheutigen Ketzermacher selbst pflegen, statt heterodox,jetzt lieber neologisch, neulehrig, zu sagen, wozudenn altlehrig, für orthodox, besser paßt als recht-gläubig. In Scherz hat man auch wol dickgläubig da-für gesagt.

Orthodoxie, buchstäblich, die RcchtleHrigkeit, wofürman aber lieber die Rechtglaubigkeit sagt. Allein indieser Bedeutung wird das Wort heutiges Tages nurnoch spottwcise gebraucht. Man denkt dabei bloß anUebereinstimmung mit dem alten Kirchenglauben, also anKirchenlehre oder Kirchenglauben, oder Altgläubigkeit.Er hielt fest an der Kirchenlehre. Er zeichnete stch un-ter seinen neulehrigen Amtsbrüdern, wonicht durch Recht-gläubigkeit, doch durch Altgläübigkeit aus. Kant theiltdie Orthodoxie in die brutale oder despotische, unddie liberale ein. Man kann dafür die Hcrrschsüchtige

und die milde Recht- oder Altgläubigkeit sagen. Gerst-ner hat Gcmcinglaube für. Orthodoxie gewöhlt.

Orthöpie , auch wol Orthophonie $- ist der Sprachlehre,die Lehre von der -rechten Aussprache der Buchstaben.Rechtsprechung / welches H e p n a tz dafür angesetzt hat,könnte mißverstanden werden, weil wir an eine richter-liche Handlung dabe,i zu denken schon gewohnt find. Nurda:, wo dieser Ausdruck der Rechtschreibung entgegen-gesetzt wird, kann er ohne Gefahr einer Mißdeutung ge-braucht werden, - z, B.. Kein Wunder, daß er so oft ge-gen die Rechtschreibung sündiget- da er noch -öfter ge-

- gen die Rechtsprechung.-fehlt. Ucbngens ist der Aus-druck, die rechte oder .richtige Aussprache-, zwar eineUmschreibung, aber eine so-kurze, und dabei-so deutli-che, daß-sie uns jenes Grichische Wort vollkommen ent-behrlich macht. -

Orthographie, die Rechtschreibung-oder unrichtige Or-thographie oder Rechtschreibung-würde etwas in .sich selbstwidersprechendes sein; man sage also:in diesem Fallelieber Schreibung dafür. Seine seltsame Schreibungentfernt sich eben so weit von der Rechtschreibung, -alssein Aberwitz vom echten Witze. '

Orthographisch, kann man durch schreibrecht oder schreib-richtig, so wie das Gegentheil durch schreibwidrig ge-ben. SoEschenburg in denBraunschweigischenAn-zeigen :Diejenigen, welche Anzeigen dieser Art nichtsprachrichtig oder schreibrichtig abgefaßt haben." Inden meisten Fällen aber kann dieses Wort auch füglichumgangen werden, indem wir z. B. ein Fehler widerdie Rechtschreibung, für orthographischer Fehler,sagen. Hier würde schreibrichtiger Fehler eben so wi-dersinnig, als orthographischer Fehler selbst, klingen.Was rechtgeschrieben oder schreibrichtig ist, kann nichtzugleich ein Fehler gegen die Rechtschreibung sein.

Orthotonie, die richtige Betonung der Wörter.

Ortolan, die letzte Silbe gedehnt. Wir haben den Deut-schen Namen Fett-amer dafür, den auch A d. schon auf-genommen hat.

Oscillation, die Schwingung, das Schwingen, derSchwung.

Qscillatorisch, schwingend, schwung - artig , und. alsNebenwvrt gebraucht, schwungweise.

Oscilliren, schwingen, Schwingungen machen, sichschwungweise bewegen.

Ossilication, die Bein- oder Knochen-erzeugung, derBein - oder Knochen-wuchs oder anwuchs.

Ostensible (fpr. ostensibl), was sich zeigen oder vorzei-gen läßt; also zeigbar, oder vorzeigbar, z. B. ein sol-cher Brief.

Ostentation, die Pralerei, Großthuerei. -

Osteologie, die Knochenlehre.

Ostracismus , das Scherbengericht, oder Scherben-ur-thel, wodurch die Athener diejenigen ihrer Mitbürgerauf zehn oder fünfzehn Jahr aus dem Vaterlande ver-bann-