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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
134
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One

Orga Orga

zu seifn scheint. Sollte Sinn-glied, von dem ich nichtzusagen mir getraue, ob ich es irgendwo gefunden oderselbst gebildet haben mag, ihm annehmlicher vorkom-men? Dann wird es auch insonderheil für die zum Re-ben nörhigenTheile des menschlichen Körpers, und figür-lich für die Wirkung derselben, die Stimme, genom-men. Der Schauspieler, sagt man, ist zwar gut, aberfein Organ taugt nicht, oder er hat ein schlechtes Or-gan, d. i. eine schlechte Stimme. Nach einer andernFigur wird eine Person darunter verstanden, die statteiner andern, oder für eine andere redet; also ein Stell-vertreter, ein Sprachrohr. Ei» Priester, sagt man,saßt leicht die Meinung von sich selbst, daß er das Or-gan (das Sprachrohr) der Gottheit sei. In allen die-sen Bedeutungen können wir, wie man steht, das frem-de Work gar wohl entbehren. In folgender Stelle ei-nes unserer Schriftsteller:Dieser Aether ist das Mittel-organ," könnte Wirk Mittel dafür gefetzt werden: Die-ser Aether ist das Wirlmittel u. s. w.

Organisation. Diese Ableitung von Organ wird baldfür die bildende Handlung, wodurch ein organisches We-sen entsteht, also für Bildung, oder bestimmter, fürRöhrenbildung, bald für das organische Wesen selbst,also für Gebilde oder bestimmter für Röhrenaebilde, ge-nommen. Ost könnte man auch, da die organischenKörper sich durch einen kunstreichern Bau unterscheiden,Kunstbau dafür sagen.Der Kunstbau der Pflanzen,Der Kunstbau des thierischen Körvers." In andern Fal-len sind Körperbau und Körperbildung hinreichend; undwo es auf eine genauere Bezeichnung ankommt, kannm 'riefen das Wort röhricht, oder röhrig beifügen,und z. B. der röhrichte Körperbau sagen. S. Orga-nisch.Der röhrichte Kunstbau der Pflanzen ist eben sobeivunderungswürdig als das Kunstgebilde der thierischenKörrer. Die Gemüthsart der Menschen hangt, zum Theilwenigstens, von dem Körperbau derselben ab." WennHerder (in den Ideen zur Philosophie der Geschich-te) sagt:Das Verhältniß unserer Erdgeschlechter zuden Organisationen anderer Weltkörper," so hätte erfüglich den Deutschen Ausdruck, belebte Wesen, dafürgebrauchen können, weil dieser, in weikerm Sinne,auch die Pflanzen, folglich alles, was organisch heißt,unter sich begreift. Ueber eine andere Stelle eben die-ses Schriftstellers:Nachdem wir zur Summe der Or-ganisation unsers Planetens gelaugt find," ist schonin den Beitragen zur weitem Ausbildung der Deut-schen Sprache genrtheilt worden, daß sie entwedersprachwidrig, oder undeutlich (in jedem Falle aber we-nigstens nndeutsch) abgefaßt sei, jenachdem der Verfas-ser entweder sagen wollte:Nachdem wir den Inbegriffaller Bildungen unsers Planeten kennen gelernt haben,"oder,Nachdem wir die Summe der Organisationen,deren wir aus unserm Planeten fähig sind, erlangt ha-ben." Wenn, wie zu vermuthen steht, der letzteSinn

ausgedruckt werden sollte, so hätte hier Bildungsart fürOrganisation gebraucht werden können: Nachdem wiralle Bildungsarken, die auf unserm Wandelsterne Stattfinden, durchgegangen find. Es wird nicht überflüssigfein noch ein paar andere Stellen eben dieses Schrift-stellers anzuführen, um zu zeigen, daß auch in diesenjenes fremde Wort füglich hätte vermieden werden kön-nen:Wäre es mir erlaubt, die allgemeine Beschaffen-heil der mancherlei Planeren auch in der Organisationund im Leben ihrer Bewohner zu vergleichen." Hierhärte Körperbau oder Körperbildung dafür gefetzt wer-den mögen.Wir find eine Organisation soll heißen,wir sind organisch gebildete Wesen; also aus Deutsch:Wir find belebte Körperwesen, oder wir haben einenröhrichlen Körperbau erhalten.Die Pflanzen - Organi-sation," und,die Thier - Organisation," hätten durchPflanzenbildung uiidThierbildung ersetzt meiden können.

Organisch. I. Löwe Hat irgendwo den Ausdruck röh-renförmige Bildung f. organische, gebraucht; alle!»das würde eine Bildung Heißen, welche die Form ei-ner Röhre hat, nicht, welche aus Röhren besieht. Washindert uns aber von Röhre das Eigenschaftswort röh-rig und röhricht (jenes für Röhren habend, dieses fürröhrenmasiig) abzuleiten, und für organisch zu gebrau-chen? Der röhrige Körper der Thiere und Pflanzen. Ih-re röhrichte Bildung. Ost scheint der Ausdruck belebtdafür hinzureichen; weil das Unterscheidende eines or-ganischen oder organisirten Wesens in der künstlichenAnlegung und Anordnung innerer Gefäße, und dem darinStatt findenden Umlaufe der Säfte besteht; welches nurbei belebten Körpern Thieren und Pflanzen-gefun-den wird. Also auch ein belebter Körper für organi-§ eher, ein unbelebter siir unorganischer.

Organisiren. Nur als Wechselwort in leidender Form(als particip. passiv.) pflegt dieses Wort in eigentli-cher Bedeutung vorzukommen ; und da kann es entwe-der durch geröhrt, oder durch belebt gegeben werden.In uneigentlicher Bedeutung genommen, kann es durcheinrichten, bilden und ordnen, vielleicht auch durch glie-dern ersetzt werden: Die Gesellichast ist noch nicht ein-gerichtet oder geordnet. Ein wohlgebildeter Kopf; einwohlgegliederter Staatskörper.

Organist, ein Orgelspieler, Orgel ist eingebürgert.

Orgeaste (svr. Orgade), Gerstentrank, Kühltrank.

Orgien, Feste, dem Bacchus gefeiert; Saufgelage.

Orient, der Morgen oder das Morgenland; der Ostoder die Ostlander. Die Ausdrücke.Ost, Süd, Westund Nord, sind entweder schon von jeher Deutsch gewe-sen, oder verdienen doch wenigstens den Deutscher, Wör-tern zugezählt zu werden, weil sie unserer Sprach-ähn-lichkeit gemäß und in der Volkssprache üblich sind.

Orientaliseh, morgenlandifch.

Orientirsn (sich), einen Standpunkt fassen. Kinder-litt g. Man kann auch sich richten, die Himmelsge-genden