Oran
Orch
Orda
Orga
Orangeade (spr. .Orangg-abe), ein Getränk aus rothemWeine, Pomcranzcnsafke und Zucker. Die Deutschenhaben die Benennung Bischof dafür beliebt.
Orangerie (spr.'Oranggerih), 1. Citronen - und Pome-ranzcribaume; 2. der Platz, wo diese aufgestellt sind;
Z. ein Gewächshaus.
Ovation , eine Rede.
Orator, ein Redner.
Oratorie, die Redekunst.
Oratorisch, rednerisch.
Oratorium, in der Tonkunst, ein größeres geistlichesSingcstück. Sonst auch ein Betzumner.
Orbil; der Eigenname eines mürrischen Schulmeisters zuHorazens Zeiten, der aber, weil dieser Dichter ihn ver-ewiget hak, zum Gattungsnamen geworden ist. UnserMurrkopf ist freilich allgemeiner; kann aber doch, inden meisten Fallen wenigstens, recht gut dafür gebrauchtwerden, weil die nähere Bestimmung , daß dieser Mure-kopf zugleich einSchulmcistcr sei, sich aus dem Zusam-menhange zu ergeben pflegt.
Statt erschreckt zurückzuschaudern.
Denkt er, laß den Murrkopf plaudern.,
T i e d g e.
Göthc hat den Ausdruck Rnnzelmann dafür beliebt:„Als hätte ein grauer Runzelmann den Geschmack dirverdorben." Auch Gnurrtops oder Knurrtopf laßt sichstgürlich dafür gebrauchen.
Orean, ein Sturm von ungewöhnlicher Heftigkeit. DasWort soll Amerikanischen Ursprungs sein, und gehört(besonders so geformt, wie die Engländer es in ihreSprache aufgenommen haben — Ilurricane) zu denklangnachahmenden Naturwörkern. Um das Bürgerrechtin unserer Sprache zu erhalten, fehlt ihm nichts, alseine andere Betonung. Der Dichter V 0 ß hat das ver-altete Windsbraut (von Wind und brausen) wieder inUmlauf gebracht; welches zwar eigentlich jeden Sturmbedeutet, jetzt aber, nachdem es gänzlich veraltet war,sobald wir wollen, für 0 > can gelten kann.
Orchesographie, die Tanzbeschreibung oder Tanzzeich-nung, wodurch die beim Lanze durch die Bewegungender Tänzer gebildete Figuren durch Linien angedeutetwerden.
Orchester (spr. Orkester), der nächste Platz vor der Büh-ne, wo die Tonspieler sitzen; dann auch der unmittelbardarauf folgende erste Erdplatz für die Zuschauer, denman aber gewöhnlicher jetzt das Parket nennt. Kin-de r l i n g hat die wörtliche Uebcrsetzung, Tanzplatz, da-für angesetzt; diese paßt aber nur für das, was Orche-ster ursprünglich bei den Grichcn war, nicht aber fürdie nachhcrige Bestimmung desselben, am wenigsten fürdie jetzige. Denn schon bei den Römern hieß Orchesterderjenige Platz vor der Schaubühne, der für den Rath(Senat) bestimmt war. Jetzt müßte man, insofern die
Sitze der Tonspieler darunter verstanden werden, Spiel-platz, und insofern die ersten Sitze der Zuschauer aufdem Erdraumc ( Parterre ) damit bezeichnet werden >erster Erdplatz dafür sagen. Eschenbnrg fragt: obwir nicht Vorbühne dafür sagen wollten? aber wasbliebe uns dann für Proscenium?
Ordal, in der Mehrzahl, Ürdalien, das Gottesurtheil,wodurch der Aberglaube des mittlern Zeit-alters dieSchuld oder Unschuld eines Angeklagten entscheiden ließ.
Ordiuaire (spr. ordinär), ordentlich, gewöhnlich, üb-lich. Die ordentliche Post. Der gewöhnliche Preis. Siehat ihrOrdinaires, d. i. ihr Gewöhitliches oder Mo-natliches.
Ordinalia, in der Sprachlehre, Drdnnngszahlworttr.,z. B. der erste, zweite, dritte u. s w. Ihnen sind dieCardinalia , oder Hanptzahlwörrer, z. B. eins , zweidrei u. s. w. entgegengesetzt.
Odination, die Weihe oder Wcihung; die Priesterwei-he; bei den Frcigläubigcn (Protestanten) kann mandie Einsegnung oder Einsetzung dafür sagen. S. Or-diniren.
Ordinären, weihen, die Priesterweihe geben. Die Pro-testanten könnten einsegnen, oder auch eitlsetzeil dafür ge-brauchen, und dieses letzte von einfuhren unterscheiden.
Ordonniren, anordnen, verfügen, befehlen.
Ordre (spr.Order), i.dcrBefehl, das Gebot. 2. DieDrdnung, Z.B. in Ordre de Kamille, Schlacht-ord-nung. Ad. erklärt daS WorrDrdrc für Deutsch, we-nigstens für eingebürgert: „Daß dis Wort mit der gan-zen Kriegcssprache aus Frankreich zu uns gekommen,ist sehr wahrscheinlich. Indessen bedeutet Drder undDdder im Nicdcrsächstschcn einen jeden Befehl, welcheswol unmittelbar von orden, für ordnen, befehlen, ab-zustammen scheint. Daher man auch im Deutscben Dr»der und beordern schreiben kann." Nur kann? Wenndas Wort ein Deutsches sein, oder ins Deutsche aufge-nommen werden soll, so muss csDrder, und nicht Dr-dre geschrieben werden. Von beordern kann eben so we-nig die Frage sein, ob es so, oder bcordrcn geschrie-ben werden müsse.
Ore^de, in der Fabcllehre, ein Berggeist, eine Berg-nimpfe. Das Wort Nimpse (nur nicht Nkmphe ge-schrieben) kann für eingebürgert gelten. Oder wollenwir lieber Berggeistmadchen dafür sagen?
Organ, Lat. Organmn, Grich. Organen > das Werk-zeug. Der Sprachgebrauch aber hat diesem fremdenWorte die nähere Bestimmung beigefügt, daß es einWerkzeug der Sinne, z. B. Auge, Ohr n. s. f., be-zeichnet. Also Sinnwerkzeng, oder Sinngerakh. Vondiesen schon ehemahls von mir vorgeschlagenen Ausdrü-cken sagt H eynah im Antibarbarus: daß er das letztenie gebrauchen und für das erste lieber Werkzeug derSinne sagen würde;" vermuthlich, weil diese-' hart ist,und Gerätst in jenem ihm eine zu kühne UebertragnngR 3 ja