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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
131
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Omin

Onto

ünto

Oper

che war von jeher, und ist noch jetzt keine andere, alszeigen oder anzeigen, weisen oder hinweisen, durch Zei-chen zu erkennen geben. Wer sagt nicht: das Morgen-roth deutet auf Wind? Man könnte auch Vorzei-chen dafür sagen; weil man ein Zeichen darunter ver-sieht, welches vor der bezeichneten Sache hergeht.

Ominiren, ahnen, nicht ahnden; dicfcs heißt strafen.Sieh. Presentiment.

Ominös, was etwas schlimmes ahnen laßt; eine omi-nöse Begebenheit also, eine Begebenheit von schlim-n . t Vordcutung. Auch dcutungsvoll hat man dafürgebraucht:Das Auge, in welchem dcutungsvoll desUnmuths Thräne hing." Beckers Erhohlungen. Daaber in dieser Zusammensetzung einer der Hauptbegns-fe, vor fehlt: so scheint mir vordeutcnd besser zu sein.Ich weiß übrigens nicht, ob nicht auch ahnungsreichsich dafür sagen ließe.

Omission, die Auslassung, und die Unterlassung. Ornis-sionssüuden, sind Unterlassungssünde,».

Ovnittiren, auslasten.

Onanie, Selbstschandung oder Selbstschwachung.

Oncle (spr. Onkel), Dhcim, abgekürzt T)hm. Das letz-tc kaun indeß nur in Scherz gebraucht werden.

Onera, Lasten. Onera publica, die Staatslasten, dieAbgaben.

Onerable (fpr. onerabl), tastbar. Man sagt: die vnera-bcln Stande, und meint die der Bürger und Bauern,in Gegensatz des Adels und der Gcisilichrcit, weil inden meisten Ländern noch die Meinung gilt, daß jenedazu da sind, die Staatskassen zu kragen, diese, dieVortheile davon zu genießen. Den Deutschen Ausdruck:kostbare Stande, scheint man deswegen zu vermeiden,weil er an tastbare Thiere erinnert, woran man dochohnehin zu denken durch die Sache selbst oft genug ver-anlaßt wird.

Oneriren, beschweren, belasten.

Onerös, lästig, beschwerlich.

Onomotopoie, in der Sprachlehre, diejenige Eigen-schaft einiger Wörter, vermöge welcher sie die Natur-töne nachahmen, folglich schon durch ihre bloßen Lautebezeichnend sind, wie z. B. Donner, Trommel u. s. w.Schottet hat dergleichen Wörter Lautwörter genannt.Allein Laute gehören zu dem Wesen der Wörter über-haupt, und können also nicht Merkmahle der Klangnach-ahmenden sein. Sticler hat Klang- Schall- und Ton-wort dafür, wovon das erste den Vorzug zu verdienenscheint. Ich selbst habe auch Klangnachahmung undKlangnachbildung dafür zu sagen versucht; und daserste ist, unter andern, vonMeirotlo, das letzte vonCatel angenommen.

Ontologie, die Wescnlehrc, derjenige Meil der Mcta-physic ober bcr Lehre vvm Ucbersinnlichen,welcher indem Lehrgebäude aller Begriffe besteht, die unsere Er-kenntniß-art von Gegenständen überhaupt (sofern dicfe

Erkenntniß-art a priori möglich sein soll) bestimmen."Kant. S. Metapliysic. Grundwissenschaft, welches21 d. dafür bat, würde eben so gut für die gesammteMckaphpsic passen, und ist folglich zu weit.Ontologischer Beweis des Daseins Gottes, ist der-jenige, welcher aus dem Begriffe des allervollkominen-sten Wesens geführt wird, indem man schließt: es gibtein allcrvollkommcnstes Wesen, weil das Dasein zu demBegriffe desselben gehört. Die Erstndung dieses Fehl-schlusses wird mit Unrecht dem D csca rtes zugeschrie-ben; dieser erneuerte ihn bloß. Ein gewisser Ztnsclmhalte denselben lange vor ihm erdacht. S. llecueil dediverses Piecesp. Ms. Leibnitz, Clarke, Newtoncet. Pag. 152.

Ontotbeologie,diejenige übersinnliche Gottesgelehrt-heit, welche glaubt, durch bloße Begriffe, ohne Bei-hülfe der mindesten Erfahrung, das Dasein des Urwe-scns zu erkennen." Kant. Zllso eine Gvtteslehre ausBegriffen.

Omis, die Last, Beschwerde. Onera publica , öffent-liche Abgaben; realia, Gefalle.

Opaque (fpr. opahk), undurchsichtig.

Oper, ein Singespiel. Operette, ein kleines Singe-spiel. Eschcnburg verdeutscht Oper bestimmter durchSingeschauspiel.

Opera, die Werke. Opera omnia, die sämmtlichenWerke.

Operae, in der Rechlssprache, die Herren- oder Frohn«.dienste; determinatae, gemessene, bestimmte;.indeterminatae, angemessene; gratuitae, Bitt-frohnen; manuariae, Handfrohnen; > venato-riae , Zachlftohneu.

Operateur (spr. Dperatöhr), bedeutet in Allgemeinen ei-nen Arzt vdcrWund-arzt, welcher SchädcndurchSchnei-den heilet. Wir verstehen darunter entweder einen Au-gen-arzt, der den Staar sticht, oder einen Bruch-arzt,welcher Brüche heilet, oder einen Stein-arzt, welcherBlasenstcine ausschncidet.

Operation, 1. die Wirkung oder das Wirken, die lln*ternehinung oder das llnternehmcn. In dieser Bedeu-tung ist es besonders von kriegerischen Bewegungen undvon kaufmännischen Unternchmnngen gebräuchlich. 2.Das Verfahren oder die Verfahrnngsart; Z.dieDer-richtung, z. B. die Verrichtungen der Einbildungskraft;4. der Schnitt oder das Schneiden, z. B. eines Bruchs;das Stechen des Staars.

Operiren, 1. wirken; man sagt z. B. von einer Arze-nei, sie habe operirt; 2. bewirken, z. B. ein Wunder;3. in der Wund-arzeneikunst, schneiden und stechen.

Operment, ein aus auripigmentum durch Verzerrungentstandenes Wort; ein Erz, welches aus Arsenik, Schwe-fel und Erde besteht. Wir haben dafür' den DeutschenAusdruck Rauschgelb, wofür man auch Roßgelb hört,da denn die erste Silbe von dem Itgl. rosso, roch,

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