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Ossi
Omen
Ölig
Officiant, ein Bedienter, ein Beamteter oder Beamte.Dis letzte ist eine des Wohllauts wegen beliebte Ver-kürzung von jenem.
Officiell. „In Schwaben sagt man amtlich dafür." Aff-sprung. Ich finde diesen Ausdruck auch schon in N.D. Schriften, z. B. in der Hamb. Neuen Zeitung:„Nur über diesen Gegenstand wurde in den amtlichenUnterhandlungen gesprochen." Log au's pflichtig, wel-ches ich ehemahls mit dafür ansetzte, paßt nur dann,wenn officiell pflichtmaßig bedeutet :
Ich schreibe Sinngedichte; die dürfen nicht viel
Weile,
(Mein andres Thun ist pflichtig) sind Töchter
freier Eile.
AIS Beiwort gebraucht, kann officiell in den mei-sten Fällen am besten durch Zusammensetzungen mit Amtverdeutscht werden, z. B. Amtsbericht, für officieller.Man hat auch amtsgebührlich für officiell zu sagenangefangen. Man sehe z. B. Eatels Wörterbuch.
Officier, liegt als Titel außerhalb unsers Kreises. Nurdiejenigen, welche Dffieiere ernennen, können sie auchbenennen, wie es ihnen gut dünket. Als Gattungsna-me kann es durch Befehlshaber, Anführer und Krie-gesanführer ersetzt werden. Man hatte ehemahls auchGebietiger, abgekürzt, Bietiger dafür, welches, nachA d., noch jetzt bei einigen Ritter-orden für Comthuroder Commendator gebräuchlich ist.
Officiiren, so viel als functioniren. S. dieses. „Unterden hohen Beamten, welche, zufolge des königlichen Be-fehls, bei der bevorstehenden Krönung officiiren sol-len." Warum denn nicht den Dienst, haben, ihr Amtverrichten, oder, mit Einem Worte, amten sollen?
Offidn, überhaupt eine Werkstatt, und insbesondere dieWerkstatt der Arzeneibereiter (Apotheker), wofür manArzeneiladen, und der Buchdrucker, wofür man Dru-ckerei oder Buchdruckerei sagen kann. Daß Officinmehr auf die Zubereitung, Arzeneiladen hingegen mehrauf den Verkauf der Heilmittel deutet, scheint keinenwesentlichen Unterschied zu machen. Bei Uebersetzungenund Verdeutschungen brauchen bekanntlich nicht immergerade ebendieselben Merkmahle angegeben zu werden,welche das fremde Wort ausdruckt; es ist oft genug,wenn statt jener andern, aber doch solche Merkmahleangegeben werden, wodurch die auszudruckende Sachehinlänglich bezeichnet wird.
Officiös, Franz, officieux, dienstfertig, dienstwillig.
Officium, die Pflicht, das Amt, der Dienst, die Amts-verrichtnng, oder Amtspflicht; Ex officio, aus Amts-pflicht , oder von Amts wegen, amtlich. Als Ueber-schrift auf Briefen, kann man Dienstsachen dafür se-tzen. Officium imperfectum, die unvollkommenePflicht, bei der kein äußerer Zwang Statt findet; —perfectum , die vollkommene oder Zwangspflicht.
Oligarchie, diejenige Neglerungsform, vermöge welchernur einige wenige Personen im ausschließlichen Besitzeder gesetzgebenden und ausführenden Macht sind. Der-gleichen Machthaber selbst werden Oligarchen genannt.
Olim, vor Zeiten. Man hört auch- besonders in derSprache des gemeinen Mannes, olims, oder wol garzu olims Zeiten. Dieses olims ist wahrscheinlich a»Sdem echten N. D. Nebenworte ohlings (wie jählings,rücklings u. s. w.) durch unzeitige Erinnerung an dasLateinische Olim entstanden. Derhochdeukscht muß diesesNebenwort altlings lauten. So Hase ich es einzufüh-ren versucht: .
Das war nun altlings nicht also.
Historisches Bilderbüchlein.
Olive, die Delbeere.' Olivenbaum, der Oelbaum oderDelbeerbaum.
Olia potrida, sowol ein aus vielerlei Fleischwerk undandern Zuthaten gemischtes Gericht, alß auch ein mitallerlei wohlriechenden Blumen und Krautern angefüll-ter Topf, zur Verbreitung angenehmer Gerüche, sonstauch Pot pourri genannt; also ein Riechetops, edlerein Duftgefaß. Bei uns ist das Wort nur in uneigenk-licher Bedeutung, als Titel eines Werks von vermisch-tem Inhalte, in Umlauf gekommen. Wenn wir nicht soverliebt in fremde Ausdrücke waren, so hätte man . füg-lich Allerlei, oder Mannigfaltigkeiten zum Titel jenesWerkes wählen können.
Olymp, ein Berg in Thessalien, der, weil er sehr hochist, von den alten Dichtern für den Sitz der Götterausgegeben und für Himmel gebraucht wurde, auch jetztnoch von unsern Dichtern dafür gebraucht wird.
Olympiade, ein Zeitraum von vier Jahren, nach derenVerlauf die olympischen Spiele jedesmahl wiederholtwurden. ^
Onffirage (jpr. Dmbrage), der Argwohn, Verdacht.
Omen. Vorbedeutung, welches man dafür gebraucht,würde besser Dordeutung lauten. Das Omen deutetnämlich-, wie die Einfalt glaubt, etwas künftiges an,oder es deutet auf etwas künftiges; seine angeblicheBedeutung wird erst hintennach erkannt. — Stutz hat(in dem Moritzischen Wörterbuche) folgende Erinnerungdagegen gemacht: „Vordeutung für Vorbedeutung wür-de ich aus Furcht vor Undeutlichkeit nicht wagen. Deu-ten heißt auslegen, erklären in anderer Bedeutung istes. jetzt wenigstens nicht gebräuchlich. Deutung wärenalso die Gedanken und Urtheile, welche sich die Men-schen von den Absichten und Folgen eines Zeichens ma-chen; und insofern nun diese Meinung (welche?), siesei gegründet oder ungegründet, dem Zeichen anklebt,hat das Zeichen für uns Bedeutung, Vorbedeutung."Hat; freilich: aber auch ist? Uebrigens ist es eineirrige, aus Ad. Wörterbuche geschöpfte, Bemerkung,daß deuten jetzt nur noch erklären heissen soll. Dis istnur die figürliche Bedeutung des Worts; die eigentli-che