Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
129
Einzelbild herunterladen
 

ücul

Ode

Odiö

Ossi

irc)

zärtliche Blicke Liebe ausdrucken), theils aus folgendenStellen:

Die Bühler sind Bienen, die Jungfern sind Ro-sen;

Der Honig das Aeugeln, das Küssen, das Kosen.

Logau.

Sie äugelt nach dem Spiegel hin,

. Belauschet meine Neckereien.

Bürger.

Das Kaninchen, der Aeugler, verläumdet mich.

Göthe.

Aeugler sieht hier, wie man sieht, für Schmeichler.

Vergebens äugelt der, der noch in Freveln sicckt.

Auf Freundschaft, die sein Herz nicht einst im

Traume schmeckt.

Withof. -

Selbst als nun kommt der Hochzeitstag,

Laßt sie mit Aeugeln noch nicht nach.

Der N. Froschmausler.

Auch in Richey's landschaftlichem Wörterbuche hat äu-geln die Bedeutung schmeicheln, nicht die des Ocidi-rens. Wozu sollte hier auch die verkleinernde Form eln,da man besser, ohne dieselbe, äugen oder einaugen sa-gen würde?

Oeulist, ein Augen-arzt.

Ode. Ich habe Hochgesang dafür vorgeschlagen, weil die-jenige Gattung von Gedichten, welche nach dem heuti-gen Sprachgebrauchc durch diesen Namen bezeichnetwird, die höchste ist. Man hat dagegen eingewandt: 1.daß die Hymne eine noch höhere Gattung und unterdem lyrischen die höchste sei, und 2. daß nur der neue-re Sprachgebrauch dem Worte Ode den Nebenbcgriffdes höhern Schwunges gegeben habe, dahingegen esbei den Erichen die allgemeine Benennung für Lieder,ohne jenen Nebenbegriff, gewesen sei. Hierauf habe ichgeantwvrtet: 1. daß die Hymne unter Ode oder Hoch-gesang mitbegriffen, und durch die schon übliche Benen-nung Lobgesang, hinlänglich ausgezeichnet werde; und2. baß wir bei Verdeutschung fremder Wörter, die vonihrer ursprünglichen Bedeutung sich entfernt haben, mehrauf das, was sie jeht und bei uns, als auf das, wassie ehemahls bei andern bedeuteten, sehen müssen. Nurda, wo ein solches Wort in seiner ursprünglichen Be-deutung vorkommt, müssen wir durch unsere Ueberse-Hung auch nur diese, und nicht die neuere Bedeutungbezeichnen; also auch, z. B. wenn von den Oden deSAnakreons die Rede ist, sie nicht Hochgesange, son-dern Lieder nennen. Die höchste Gattung von Liedern,oder diejenige, worin der höchste Grad der Begeisterungherrschte, waren die Dithyramben; allein diese habenwir nicht mehr; können wir nicht mehr haben, weil esfür unsere geläuterten Begriffe keine durch Trunkenheitund Raserei zu ehrende Gottheit mehr gibt. S. Di-a. Band.

thyrambe. Will man nun aber auch, nach Stub'ensRathe, das Wort Ode für eingebürgert erklären: sohabe. ich nichts dawider, weil unsere Sprach-ahnlichkeirdadurch nicht beleidiget wird. Indeß wird auch alsdanndas Wort. Hochgesang nichts weniger als überflüssigsein; weil der Dichter das fremde Ode schwerlich in ir-gend einem Zusammenhange gebrauchen kann,, inhem esnichts für ?die-Einbildungskraft darbietet. .Für.diesenmuß also Hochgesang zu unserm Sprachschahe...geschla-gen werden. lEinige sprachkundige Schriftsteller, z-B.Rüdiger, und Catel (in dem WprterbuchedcrAca-demie) haben den Ausdruck Hochgesang für Ode ange-nommen-; nur .mit der kleinen-Abweichung, daß. der Erst-genannte lieber Hochlicd dafür hat sagen wollen.

Odiös,, Franz, oclieux, verhaßt, gehässig.

Odium theologicum , der Pricsterhaß, welcher anDauer und. Stärke jeden andern'übertreffen soll.

Odometep, der Wegmcsscr odxr Schrittzähler; ein Werk-zeug, die Lange eines Weges, sowvl im Fahren, alsauch im Gehen, zu messen.

Oeeonom, der Haushalrer, Wirthschafter, Landwirts).

Oeconomie, die Haushaltung und -der Haushalts dieWirthschaft oder Landwirthschaft, die Haushaltungs-oder Wirthschaftskunst.

Oeconornisch, wirthlich, wi'tthschaftlich, landwirth-schaftlichs haushälterisch, sparsam. L e ssi n g (in denAnmerk. zu'Logau) will, daß man wirthlich- undwirthschaftlich, welche Ad.- für gleichbedeutend gibtunterscheide:Wirthlich geht die Person, wirlhschaftelich die Sache, die Wirthschaft an. Also sagt mein:wirthschaftliche Gebäude, wirthliche Leute." Ungeachtetlandwirthschaftlich eine allgemein gebräuchliche Zusctnl-«Umsetzung ist, so fehlt sie doch in Adel. Wörterbuchs.

Oecumenisch, allgemein, z. B. eine solche Kirchenver^sammlung, concilium oecurneuicurn.

Offendiren, beleidigenalso, sich offendirt finden, sichfür beleidiget halten.

Offensiv, angreifend, angrisssweife. Ein offensiverKrieg ist ein Angriffskrieg:So find sie selbst Ursachevon Angriffskriegen." Kant. Eine Offensiv- undDefensiv-Allianz , ein Truh- und Schutzbündnis,und für die edlere Schreib-art, ein Angriffs- und Ver-theidigungsbündniß, oder Schuh- und Angriffsbünd--niß. Das Schweizerische Trutz kann, als ein veralte-tes Wort, nur in der niedrigen und scherzhaften Schreib-art Statt finden.

Offeriren, anbieten, (sich) erbieten.

Offerte, das Anerbieten, Anbieten und Erbieten. Daserste ist das gebräuchlichste, obgleich das schlechteste;weil die eine oder die andere der beiden Vorsilbenan oder er- völlig überflüssig ist! Ad. hat alle dreinur als Zeitwörter, nicht als Sachwörter,

Official, Lat. Officialis , ein Kirchenbeamter, Kirchen-vorsieher.

R

Ossi-