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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
128
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Occa

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Octo

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5.28

Empfindungen der einen mit den Bewegungen des an-dern immer so genau und vollkommen übereinkommen,v,'irden, als wenn die einen voll den andern wirk-lich verursacht worden wären. In einer andernBedeutung wird unter Occasionalismusdasjenigeideologische Princip (derjenige zwecklehrige Erkennt-nißgrund) der Erzeugung organisirter (gegliederter)Wesen verstanden, nach welchem die oberste Weltursa-che ihrer Idee gemäß, bei Gelegenheit einer jeden Be-gattung , der in derselben sich mischenden Materie un-mittelbar die organische Bildung gibt." Ka.n t.

O.ccasionsll, gelegentlich; im £>. D. gelegenheitlich:Bei ihren gelegenheiklichen Debatten über diesen Punkt."Wieland. Da das erste kürzer, besser klingend undallgemeiner üblich ist, als das letzte: so wird es die-sem mit Recht vorgezogen.

Occasionireu, veranlassen, Gelegenheit oder Veranlas-sung zu etwas geben.

Occident, der Westen, die Abendländer oder das Abend-land.

Occideutalisch, abendländisch,

Occultation, die Verbergung.

Occnpation, r. die Einnahme, Besetzung, Besitzneh-mungoder Besitznahme. Kant hat auch die Bemach«tigung dafür gesagt. Dieses Deutsche Wort gebrauchenauch die Rechtsgelehrten dafür. 2. Die Beschäftigung.

Occupiren , 1. einnehmen, besetzen oder in Besitznehmen; auch sich einer Sache bemächtigen. Resnullius cedit occupanti, wer einer herrnlosen Sachesich bemächtiget, dem gehört sie. 2. Beschäftigen. Oc-cupirt, beschäftiget, mit Geschäften überhäuft.

Occurrenz , die Gelegenheit, der Borfall.

Occurriren, vorbeugen, entgegenkommen.

Occurrent , vorfallend.

Ocean, daS Weltmeer.

Ochlocratie, die Pvbelherrschaft; nicht zu verwechseltmit Dolksherrschaft, Democratie.

Öchloctatit (warum nicht Ochlocrat?)., ein Pöbelan-führer, Pöbelherrscher..

Oclitaedron, in der Meßkunst, ein von acht regelnäßi-gen oder gleichseitigen Dreiecken eingeschlossener Ksiper;das Achtflach. Burja.

Octant, in der Größenlehre, ein Werkzeug, welkes denachten Theil des Umkreises enthält. Man könlle Ach-telkreis, so wie Viertelkreis für Quadrant, ,agen.

Octav, die Achtelform, oder Achtelgröße. S I^olio.^

Octave , in der Tonkunst, der Zusammenklan« zweier Tö-ne, die auf der Tonleiter um acht Stufet von einan-der entfernt sind. Man könnte vielleicht llchtklang da-für sagen/ Eschenburg hat Tonbezirkdafür beliebt:Dctave, der achte Ton vom Grundtore; vft auch derganze Umfang von acht Tönen, der Tmbezirk."

Octiduum, eine Zeit von acht Tagen, eine achttägigeZeit. Intra octiduum, binnen acht Taget.

October, der zehnte Monat, wenn man, wie wir, mitdem Jänner, der achte, wenn man, wie die Römer,mit dem März zu zahlen anfängt. S. April. Karlder Große nannte ihn Weinmonat.

Octodez, die Achtzehntelform. S. Polio.

Octogon, die letzte Silbe gedehnt, ein Acht-eck.

Octroy, 1. ein über gewisse Waaren ertheiltes ausschlie-ßendes Handlungsrecht. Handelsfreiheit, welches Hey-natz dafür angesetzt hat, scheint zu unbestimmt zu sein.2. Die Gesellschaft, welcher ein solches Handlungsrechtertheilt worden; also eine bevorrechtigte Handlungs-oder Handelsgesellschaft, (ä. Privilegirt.

Octroyren, befreien, bevorrechtigen.

Ocular-inspection, die Besichtigung. Daß eine Be-sichtigung mit den Augen geschieht, versteht sich ganzvon selbst. Das ocular braucht daher nicht besondersausgedruckt zu werden.

Ocularzeuqe, ein Augenzeuge.

Oculiren, in der Gärtnersprache, verkürzt für inoculi-ren. Wir haben dafür: 1. impfen oder einimpfen,welches mit dem Griechischen oder e[i(piT£i£iv

verwandt zu sein scheint; ursprünglich aber rmpteu oderimpoten lautete, wofür man in der N. D. Volksspra-che noch jetzt verkürzt poten, so wie im Holland. Po-ren oder Pooten für Pfropfreis, hört; daher auch ineiner von Frifch'en angeführten Stelle aus den Sa-lischen Gesetzen das Neulateinische Wort impotus, fürPfropfreis, gefunden wird: Si qi is irnpotos depomatio , aut de pirario tulerit, cetr. Da aber die-ses impfen, wo nicht ursprünglich, doch nach jetzigemSprachgebrauche, sowol die Handlung des Deulüms,als auch die des Pfropfens, bedeutet: so hat man dasBedürfniß gefühlt, für das Oculiren noch ein ande-res eigenes Wort zu haben, und hat 2. pelzen oder(nach £>. D. Verwechselung der Buchstaben b und p)beizen, dafür gebildet , welches eine Ableitung von Pelle(pellis), die Haut, zu fein scheint. Hiemit noch nichtzufrieden haben, die Gärtner auch das Lat. oculirenbuchstäblich nachgebildet, und äugeln gesagt; allein ichhabe gezeigt, daß man dabei weder die Aehnlichkeirsre-gel, noch den Sprachgebrauch zu Rathe gezogen hak.Nicht jene; denn so wie züngeln, nicht Zungen einse-tzen, sondern die Zunge, wie Schlangen thun, schnellund anhaltend vorwärts und rückwärts bewegen, bedeu-tet: so muß auch äugeln nichts anders heißen, als dieAugen (wie derjenige, der etwas mit Benall undWohlgefallen ansieht, zu thun pflegt) durch Aus- undZumachen der Augenlieder schnell bewegen. Nicht die-sen; denn daß dem Worte äugeln die von mir jetzt an-gegebene Bedeutung, und nicht jene, sowol dem älternals neuern Sprachgebrauche nach, wirklich zukomme,erhellet theils aus der Bedeutung des zusammengeseß-tell lieb-augeln (die Augen liebevoll bewegen, durch

zärtli-