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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
127
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Obsc ^ Obst

Occa

Obscuranten, Verfinsteret, Verdüsteret, Nachtverbrei-ter, in Gegensatz von Aufklärer. Das Gegentheil vonAufgeklarter kann man durch Finsterling, Nachtfrcund,und in Scherz durch Nachtvogel bezeichnen.

Obscuriren, verfinstern, verdüstern. M a a ler hat auchdefinstern, wobei H evna tz die Frage auswirft:Soll»te es nicht, als der Gegensatz von aufklaren zu ge-brauchen sein, da verfinstern dazu nicht immer bequemist?" Ich kann mir allerdings einen Fall denken, wobefinstern dem verfinstern in der Bedeutung: den Scheinoder das Ansehen von Verfinsterung geben, entgegen-gesetzt werden könnte, z. B. die Herrn W. H. H. undGenossen bemüheten steh , die Deutschen, die sie nichtmehr verfinstern konnten, wenigstens in den Augen derAuslander zu befinstern.

Obscuri tät, 1. die Dunkelheit, 2. die ttnberühmtheit,

Obsequien, in der Röm. katholischen Kirche, das Tod-ten-amt oder Seelen-amt, die Todtenfeier.

Observanz, das Herkommen, der herkvmmtliche Ge-brauch, die Gewohnheit, das Herkömmliche.

Observation, die Beobachtung. Man gebraucht zwarauch das Wort Wahrnehmung dafür, aber nicht im-mer richtig. Beide Deutsche Wörter bedeuten nicht völ-lig einerlei. Beobachtung schließt, vermöge seiner Stamm-silbe, die Nebenbegriffe des Geflissentlichen, und dersorgfältigen Aufmerksamkeit ein; Wahrnehmung-hin-gegen nicht. Eine Observations-armeed ein Bmb-achtungsheer, welches die Bestimmung hat, den Fssndim Auge zu behalten, um ihm, den Umständen naöj,die Spitze zu bieten. Observatioiten machen, heißt,Beobachtungen anstellen.

Observatorium, die Sternwarte.

Observireu, beobachten, und zwar in der doppeltenBedeutung des aufmerksamen Wahrnehmens und desBefolgens. Man sagt r eine Sonnenfinsteruiß beobach-ten, und die Vorschrift des Arztes beobachten. Oft(wenn nämlich observiren so viel als Acht haben be-deutet) kann man auch beachten dafür sagen, welchesA d. mit Unrecht zu den verwerflichen Wörtern rechnet.Die Franzosen gebrauchen ihr observer für bemerkenund anmerken.

Obsignation, die Versiegelung oder Besiegelung; dasVersiegeln oder Besiegeln.

Obsiguireu, versiegeln und besiegeln.

Obsolet, veraltet, abgenützt, abgekommen.

Obstacle (fpr. Obstakl), das Hinderniß.

Obstagimii, das Einlager.

Obstinat, Franz, obstinee, eigensinnig, halsstarrig,hartnackig, widerspanstig^ auch steiffinnig.Als Ale-xander dis steifsinnige Stillschweigen vernahm." B 0 d e.

Obstination, der Eigensinn, die Halsstarrigkeit, Hart-näckigkeit, Widerspänstigkeit. Stielet hat auch dasjetzt nicht mehr gebräuchliche Wort Abersinn für per-

tinacia ausgeführt. Dieses scheint mir mit Aberwitzund Aberglaube einerlei Ursprung gehabt zu haben,nämlich aus über, (in aber umgebildet) zusammenge-setzt zu sein, so daß, wie dort tteberwitz (überschnap-pender) und Ucberglaube (der über den rechten Glau-ben hinausgeht), so hier Uebersinn gemeint Und entwe-der zu viel Sinn, d. t. zu viel Eigenwille oder Hals-starrigkeit, oder auch ein solcher Sinn (Kopf) dadurchbezeichnet würde, der keinem andern Sinne oder Kopfeunterworfen sein will, sich über alle andere Sinne oderKöpfe erhebt.

Obstmetion, die Verstopfung.

Obstructiv, verstopfend.

Obstruiren, verstopfen. Er ist obstruirt, er ist ver-stopft, er hat keine Dcffnung oder keinen offnen Leib.

Obtiniren, erhalten, seinen Zweck erreichen.

Obtrudiren,, aufdringen, aufbürden.

Occasion , die Gelegenheit, der Anlaß oder die Ver-anlassung. Par occasion, gelegentlich, mit Gelegenheit.

Occasionalisimis oder das Systetna caussarum occa-sionalium, ist, in der alteren Vernunftwisscnfchaft,einer von den drei Wagesätzen (Hypothesen), wodurchman die Verbindung der Seele und des Leibes und diegegenseitigen Wirkungen beider aufeinander, begreiflichzu machen versucht hat. Der älteste derselben, welcherder Aristotelischen Schule eigenthümlich war, ist das so-genannte Systema influxus physici , das Lehrgebäu-de oder der Lehrsatz des wirklichen gegenseitigen Ein-flusses auseinander, nach weichern die Seele durch ihreVorstellungen und Empfindungen Bewegungen in demKörper, und der Körper durch seine in Bewegung .ge-setzten Lebensgeister Vorstellungen und Empfindungen inder Seele hervorbringen kann. Der zweite, oder das

, ' Systema caussarum otcasionalium , dessen UrheberDes cartcs war, macht Gott selbst zur Ursache des-sen, was in dem Körper und in der Seele übereinstim-mendes geschieht, indem behauptet wird, daß Gott bei^Gelegenheit gewisser Vorstellungen und Empfindungender Seele die denselben antwortenden Bewegungefi inW Körper, und bei Gelegenheit gewisser Bewegungenindem Körper die denselben antwortenden Vorstellun-gen und Empfindungen in der Seele hervorbringe. Der ^drsse endlich , welchen L ei b n itz ersann, ist das Sy-stecha harmoniae praestahilitae, der Lehrsatz desvorhchestimmlen ttebereinkommens, nach welchem dieScelefille ihre Vorstellungen und Empfindungen, nachden Gemmen ihrer Vorstellungs-und Empfindungskraft,aus nn^durch sich selbst, ohne Zuthun des Körpers,und der Körper alle seine Bewegungen gleichfalls trieb-werkmäßig^aus und durch sich selbst, ohne Zuthun derSeele hervorbringt, nur daß Gott jedesmahl geradediejenige S^le und gerade denjenigen Körper mit ein-ander verbatst, von welchen er, vermöge seiner Allwis-senheit »orauösah, daß bei ihnen die Vorstellungen und

Empfin-