Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
123
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Note

'Nove

Novi

Nuan

Kündig ists , daß in der Wclt'

Sich zum Guten Böses finde.

L o g a u.

Dieses ist in den Zusammensetzungen: weltkündig, land-kündig und stadtkundig, auch noch jetzt üblich. Lu-ther sagte kündlich dafür:Kündlich groß ist das gott-selige Geheimniß." In der £>. D. Kanzleisprache istauch offenkundig dafür üblich:Mit offcnkündigcr Ver-letzung der heiligsten Verträge." Erzherzog Karlin seinem Machtbriefe (Manifeste) bei Eröffnung desFeldzugcs von 1799. Ad. unterscheidet mit Recht kün-dig, notorisch, von kundig, erfahren, gelehrt. Jenesist von dem Nebenworte kund, dieses von dem Sach-wortc, die Kunde abgeleitet.

Notturno. S. Auoade und Serenade.

Noumenon, ein Lerstandcswescn, d. i.etwas oderein Ding, welches bloß durch den Verstand vorgestelltwird, oder nur ein Gegenstand der nichtstnnlichen An-schauung ist; z. B. Gott, Geist, ewiges Leben rc."Kant. Seine eigene Erklärung ist:Das Object ei-ner nichtsinnlichen Auschauung in einer besondern An-schauungsart, von welcher wir auch die Möglichkeit nichteinsehen können; ein Etwas überhaupt außer unsererSinnlichkeit." Nach ehemahligem faßlicheren Sprach-gebrauche waren Phänomenon und Neumenon ein-ander entgegengesetzt; unter jenem verstand man das Er-scheinende oder die Erscheinung; unter diesem das un-ter, mit oder bei einer Erscheinung von dem VerständeVorgestellte oder Gedachte; mit Einem Worte, eineVerstandesvorstcllung. So sind z. B., nach diesemSprachgcbrauche, die Milchstraße und jeder Körper eineErscheinung; die Nebelsterne hingegen, welche bei je-ner, und die einfachen Wesen, welche bei diesem, alsUrsachen jener Erscheinungen und als dabei zum Grun-de liegend gedacht werden, Verstandesvorstcllungcn. Ver-steht sich, nach Leibnitzischcr Vorstellungs-art.

Novation, die Erneuerung. Man gebraucht das Wortz. B. von alten Schuldverschreibungen, welche umge-schrieben werden.

Novellen, kleinere Geschichtsdichtungen, eine besondereGattung von Erzählungen, dergleichen z. B. Cervan-tes gedichtet hat.

November, der neunte Monat, wenn man, wie dieRömer., von März zu zählen anfängt; sonst der elfte.Karl der Große gab ihm den Namen Windmonat.(In meiner Preisschrift steht durch einen DruckfehlerWintermonat.) Die Holländer, welche auf das Ein-schlachtcn des Mastviehes Rücksicht nehmen, haben ihnSchlachtmonat genannt. Die Neufranken endlich nen-nen denjenigen Monat ihres Jahrs, welcher mit demNovember größtentheils zusammenfällt, Frimaire, denReifmonat.

Novemole, in der Tonkunst, neun zusammengezogene No-ten, die nur das Zeitmaß von sechs einzelnen gleicher

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Geltung haben, und eigentlich aus drei verbundenen so-genannten Triolen bestehen. Eschenburg.

Noviciat, die Probezeit, Prüfungszeit oder Prüfzeit,welche ausgehalten werden muß, bevor jemand in einengeistlichen Orden aufgenommen wird. Novieen oderNovizen sind die Probelehrlinge, welche jene Prü-fungszcit auszuhalten verbunden sind.

Novitäten, Neuheiten.Die Neuheiten unsers Zeital-ters" d ig e r. Neuheiten wären also die neuen Din-ge oder Vorfalle selbst, Neuigkeiten hingegen die Er-zählung davon. Die Buchhändler schicken sich ihre Neu-heiten zu, und die Zeitungen enthalten Neuigkeiten.

Noviz. S. Noviciat.

Nouvellen (spr. Nuwellen), Neuigkeiten.

Nouvellist (spr. Nuwellist), x. einer der die Neuigkeiten-liebt, ein Neuigkcitsliebhabcr, und 2. einer, welcherNeuigkeiten verbreitet; in gutem Sinne, ein Zeitungs-schreiber, verächtlich, ein Neuigkeitskrämmcr.

Nuance (spr. Nüangß'). Diejenigen, welche dieses Fran-zösische Wort vermeiden wollen, pflegen Schattirung da-für zu gebrauchen. Allein wenn unsere Sprache jemahlswieder zu der Würde und Kraft einer reinen und selb-ständigen gelangen soll: so müffen die sie verunstalten-den Zwitterwörtcr in wen und die eben so zwitter-arti»gen Sachwörter in irnng sammt und sonders ausgetil-get werden. Wir können für Nuance Abstufung sa-gen:Es gibt so viele Abstufungen der Empflndungen,als es Gesichter gibt. Die grünen, blauen, gelben undrothen Farben mit allen ihren Abstufungen." DiesesDeutsche Wort hätte auch Lichtenberg in folgenderStelle für Nuance gebrauchen können:Der völligeIdiot (Dummkopf), der vernünftige gangbare Mann,und der Rasende haben überhaupt ihre Zeichen, woranmau sie leicht erkennt; aber die Nuancen (Abstufungen)hierin zu bestimmen ist sehr schwer." In einer Stellemeiner Preisschrift habe ich Schattenstusen dajur ver-sucht:So viele neue Wörter und Redensarten, ebenso viele neue Empfindungen und Begriffe; so viele Ab-änderungen in jenen, eben so viele neue Schattenstuferrund Bestimmungen in diesen." Dieser Ausdruck scheintmir auch jetzt noch nicht unrecht gewählt zu sein. Hep-natz führt ihn im Antibarbarus ohne Tadel auf. Ehe-mahls hatte ich auch Uebcrgang dafür angesetzt, undzum Beispiele angeführt: diese Farbe ist ein Uebergangvon Grau in Grün; wogegen aber Eschenburg er-innerte : daß man bei Uebcrgang allemahl an zwei Haupt-farben denken müsse; bei Nuance hingegen nur an diefeinen Grade und Abänderungen Einer Hauptfarbe inAnsehung des Hellern und Dunkleren; Ilebergang seialso nur das, was in der Mahlerei durch die Mittel-farben entstehe, was die Grichen ccepoyyv , die Römercommisuram colorum genannt hätten. Ich finde dieseErinnerung gegründet; indeß scheint Uebcrgang doch zu»Q 2 weilen