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Neut
Nich
gen; und so verzeihlich es auch oft fein mag, diesen hier(zuweilen) überaus schweren Sieg errungen zu haben,so verdienstlich und edel, noch mehr, so unbedingt pflicht-mäßig ist eS doch allemahl, mit Ernst danach zu ringen.Ganz anders verhalt es sich mit der Neutralität. Vondem bloßen Urtheile gänzlich ausgeschlossen — denn einUrtheil an und für sich kann nie neutral sein — äußereftc sich immer nur in den practischen Verhältnissen desLebens. Ihr Motif (Beweggrund) ist jedesmahl einMokif der Klugheit. Denn wenn es gleich Falle gibt, wo
' eine Pflicht gebietet neutral zu-sein, so ist doch'der unmit-telbare Gegenstand dieser Pflicht immer nur die Erreichungeines gewissen Endzwecks, zu welchem die Neutralität, alsMittel, führt. Nie epistirl (gibt es) eine unmittelbareund unbedingte Verbindlichkeit, neutral zu sein. Neu-tralität in Ansehung eines Gegenstandes schließt keines-wcges das Urtheil über diesen Gegenstand, sondern im-mer nur die Aeußerung dieses Urtheils, zuweilen so-gar nur eine gewisse Art der Aeußerung aus. Sie istselbst mit der Parteilichkeit noch vereinbar; denn aufden Zustand des Gemüths kommt es bei der Neutralitätgar nicht an. Man kann die strengste Neutralität be-obachten, und doch von der Unparteilichkeit weit ent-fernt sein; man kann aber auch vollkommen unparteiisch,und doch nicht Neutral sein. .Der Unparteiische kannes feiner Convenicnz (seinen Umständen), oder gar derPflicht gemäß finden, sich für eine offenbar gerechte Sa°'che zu erklären; der Neutrale hingegen setzt sich vor,selbst zwischen dem Gerechten und dem Ungerechten äu-ßerlich nicht zu entscheiden."
Auch nach dieser genauern Begriffs - entwickciung schei-nen parteilos und unseitig für neutral ganz wol zu passen.
Neutralisation, in der Scheidekunst, die Verwandlungin Mittelsalz. Catel.
Neutralismen, i. in den Zustand der Parteilosigkcit ver-setzen, wie wenn man sagt : die Franken wollen nun-mehr die Schweiz neutrallsiren; 2, (wie privatisiren)sich parteilos verhalten ; Z. in der Scheidekunst, ig Mit-telsalz verwandeln.
Neutralität, die Parteilosigkcit, oder nach andern, dieUnseitigkeit. S. Neutral.
Neutrum, in der Sprachlehre, von einigen das unge-wisse Geschlecht genannt. Allein dieser Deutsche Aus-druck würde eher fur genus commune passen, bei demjemand ungewiß sein kann, ob er denjenigen Wörtern,welchen es zukommt, das männliche oder das weiblicheGeschlecht beilegen soll. Ein Centrum hingegen ist sogewiß und bestimmt, daß ganz und gar kein Zweifel da-bei Statt findet. Es haben daher die Herausgeber des Lo-
1 gau, so wie auch A d. und andere, das Neutrum lie-ber durch das sächliche Geschlecht verdeutschen wollen.
Sache, in sich suhlt, so ist die Unpatteilichkeit bloß natürlicheFolge eines solchen Gemiithszustandes und es braucht dabei keineNeigung überwunden zu werden.
Da wir aber in der Natur nicht mehr üls zwei Geschlech-ter kennen, und sächlich keinen Begriff darbietet, dermit männlich und weiblich, als eine Unterart von Ge-schlecht, gedacht werden könnte: so dürfte es vielleichtbesser sein, das Gcschlechtlose oder ein geschlechtlosesWort dafür zu sagen, Nachdem ich dieses schon geschrie-ben hatte, fand ich, daß Klopstock diesen Ausdruckgleichfalls vorgezogen hat. Ramler hat die Benen-nungen erstes, zweites und drittes Geschlecht für mas-culinum , foemininum und neutrum beliebt. H e p-natz, der im Antibarbarus den obigen Einwurf gegensächliches Göschlecht anführt, scheint ihn nicht ganz rich-tig aufgefaßt zu haben; denn er sagt: „Die Neutra findso wenig Won ungewissem, als von gar keinem Geschlech-te." Aber die Natur kennt doch, außer dem männli-chen und weiblichen Geschlechte, kein drittes. Verbumneutrum. S. Verbum.
Neveu (spr. Newöh), der Neffe. Dieses Deutsche Wortbezeichnet zwar im O. D., seiner Verwandschaft mir Ne-pos gemäß, auch einen'Enkel, und selbst Luther hates in dieser Bedeutung mehrmahls gebraucht; allein dabei weiten der größere Theil der Deutschen unter Enkelein Kindeskind, unter Neffe hingegen den Sohn einesBruders oder einer Schwester versteht, diese Bedeutun-gen beider Wörter auch in unserer Schriftsprache ange-nommen und festgefttzt find: so ist es gut, jenen O. D.Sprachgebrauch völlig veralten zu lassen, und für Ne-veu immer Neffe zu sagen.
Nevritisch, in der Arzeneilehre, auf die Nerven wir.kend, z. B. ein solches Mittel; ein Nervenmittel oderein nervenstärkendes.
Nsvrologie, die Nervenlehre.
Nexus, der Zusammenhang, die Verbindung. Aussernexu mit jemand sein, heisst überhaupt, in keiner Ver-bindung mit ihm stehen; die Kaufleute, aber versteheninsbesondere darunter, keine Rechnung mehr mit je-mand haben, oder außer allem Rechnungsverhäilnissemit ihm sein. Nexus feudalis., die Lehnsverbindung,das Lchnsband.
Niais (spr. Niäh)/' e. eigentlich ein junger Vogel, dernoch nickt aus dem Neste gekommen, also noch dununist; ein Nestiing. Catel; 2. einfältig, dumm; undals Sachwort gebraucht, der Einfaltspinsel, derDümm-ling, der Gimpel; im 3 k. D. Dummerjan. Ticckhat auch für ein wenig uiais oder dumm das Vcrklciue-rungswort dümmerlich gebildet:
O laß sie nur; denn beide sind.
So'er wie sie, noch etwas dümmerlich.
Niaiserie, die Einfalt, Dummheit, Pinselei, Albern-heit, Narrensposse.
Niehe (spr, Nische). Wir haben Blende dafür, welchesbekannter und gebräuchlicher zu werden verdient, als esbis jetzt gewesen ist. Dieses Wort bezeichnete ursprüng-lich
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