Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
116
Einzelbild herunterladen
 

Nati

Natu

Natu

Necr

116

zweifeln nicht, daß die Landesversammlung die Rein-heit Ihrer Gesinnungen erkennen werde." Wenn H c y-naß bei Gelegenheit dieser ZusaminciifeHungen mit Land(im Antibarbarus) die Frage auswirft: ob man auchgern Landschauplay für Nationaltheatcr sagen möchte?so antworte ich: nein! weil dieses theils zu hart klin-gen und theils (wenn man nicht Landesschauplatz da-für sagte) zweideutig sein würde. Wol aber werde ichim geringsten kein Bedenken tragen, die Landesbühnedafür zu sagen, und dieses mit vaterländische Bühneoder vaterländische Schaubühne abwechseln zu lassen.Narionaltruppen sind Landesrruppcn oder einheimischeKriegesvölker; aber Landtruppen werden den See - oderSchiffssoldareu entgegengesetzt.

ISfationalisiren , wofür man auch naturalisircn sagt,einbürgern. Dieses Wort hat Lcibnitz in den llnvvr-greissichen Gedanken rc. zuerst gebraucht.

Nationalisirimg, oder Naturalisation, die Einbürge-rung , das Einbürgern.

Nativ; gebürtig, gebohren oder eingebohren.tlnver-kennbar ist dis der Geist des Christenthums, seine na-tive Gestalt und Art." Herder. Und warum hiernicht seine ursprüngliche Gestalt?

Nativität, die Geburtsstundc. Man versteht aber dar-unter den Umstand, daß jemand gerade unter diesemoder jenem Gcstirnstande gebohren werde; woraus die. Sterndeuter dessen Schicksale voraussagen zu können lü-gen. Daher, die Nativitiit ftestm, so viel sagt, als:jemandes Schicksale aus dem Gestirnstande seiner Gc-burtsstunde vorhersagen.

Naturalien, Natur-erzeugnisse, Naturgüter; auch Na-turseltenheiten, welchen die Artefacta , die Kunstcr-zeugniffe, Kunstwerke, verächtlich, das Kunsim'ach-wcrk , entgegengesetzt werden. Das Wort Natur müs-sen wir, seiner Uneutbehrlichkcit wegen, ungeachtet es,seiner Betonung nach, undcutsch ist, so lange für ein-gebürgert halten, bis ein echtdeutschcr Ausdruck dafürgesunden sein wird. Naturgabeu sind natürliche oder vonder Natur verliehene Fähigkeiten.

Nsturalieneabinet, eine Sammlung von Naturselten-heicen, wofür man vielleicht mit Einem Worte, Natur-sammlung sagen dürfte; wenigstens so lange, als wirdas jetzt noch unentbehrliche Wort, Natur, zu gebrau-chen uns gezwungen sehen.

Naturalisation, die Einbürgerung. S. auch Indigenat.

Naturalisiren, so viel als nationalisiren, einbürgern.

Naturalismus, der Naturglaube oder Vernunftglaube,entgegengesetzt dem Dffenbahrungsglauben. WennKant den Naturalismus durch ,,den Kirchenglaubenobne Bibel" erklärt, so scheint er mir in diese Erklä-rung eine dem Worte fremde Bestimmung aufgenom-men zu haben. Der Naturalist pstegt nämlich keincs-wegcs den ganzen Kirchenglauben, sondern nur einigeTheile desselben für wahr anzuerkennen. Auch sind die

Naturalisten bis jetzt noch zu keiner Kirche,-wenigstenszu keiner sichtbaren, vereiniget.

Naturalist, der Naturglaubige oder Vernunftglaubi-ge, entgegengesetzt dem Dffcnbahrungsglaubigcn (Su-pernaturalist). Naturalist, für Naturküudiger oderNaturforscher genommen, kommt im Deutschen selten vor.

Niaturell, I. als Bei- oder Beschaffenheitswort, natür-lich; 2. als Sachwort, eine natürliche Neigung, mitEinem Worte, der Naturhaug; allgemeiner, die na-türliche Gemüthsart oder Gemüthsstimmung, auch dienatürliche Fähigkeit. In besonderer Bedeutung wirdes auch oft für Gelehrigkeit (Docilität) genommen.

Naturhistorie; etwas Deutscher, die Naturgeschichte^Kant unterscheidet Naturbeschreibung und Naturge-schichte; jene ist ihm die Beschreibung der Naturdingein der jetzigen Zeit, oder nach ihrer jetzigen Beschaf-fenheit; diese,- die Lehre von den Veränderungen derErdgestalt, ingleichen der Erdgcschöpfe (Pflanzen undThiere), die sie durch natürliche Wanderungen erlittenhaben. Sonach müßte also, was wir bisher Naturge-schichte oder Naturhistorie genannt haben, Naturbe-schreibung heißen.

Nausea, der Ekel. Ad nauseam usque, &i£ jtntt CtfeL

Nautle, die Schiffahrtsknust oder Schiffahrtskunde.

Navlgabel, schiffbar.

Navigation, die Schiffahrt.

Navigations-acte, das Schiffahrtsgesey.

Nayade. S. Najade.

Necessiir, Franz, necessaire, als Nebcnwort, noth-wendig ; als Sachwort gebraucht, ein Necessär, ver-steht man allerlei kleine Werkzeuge und Nothwendigkei-ten darunter, besonders solche, die man auf Reisen nö-thig hat, und die man in einet» Kästchen oder dergl. beisich führt. Man könnte Nothdurftskasichen dafür sa-gen. Besteht der Haupt-inhalt eines solchen Kästchensin Werkzeugen und Dingen, die zum Schreiben erfo-dert werden, so haben wirschon die BenennungSchrcib-kastchen dafür.

Neeessitiit, die Nothwendigkeit.

Necessitiren, nöthigen, in die Nothwendigkeit seyen,zwingen.

Necrolog. Man versteht darunter ein Buch, worin vondem Leben und den Schicksalen gestorbener PersonenNachricht gegeben wird. Kinderling hat Todten-buch dafür vorgeschlagen. Lebensumstande merkwürdi-ger Todten, oder Denkmahle berühmter Todten, Nach-richten von Verstorbenen, würde zwar ein längerer,aber für Deutsche verständlicherer Titel sein. Leicheu-buch, welches Caicl dafür angesetzt hat, scheint amwenigsten dafür zu passen, weil in einem solchen Buchenicht die Leichen, sondern die Lebensumstände der Ver-storbenen beschriebe» werden.

Necromant, ein Schwarzkünstler.

Necro-.