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Moti
Malt
Mult
Muse
Motiviren, begründen, mit Gründen belegen oder un-terstützen. Dieses Deutsche begründen macht uns dreifremde Ausdrücke entbehrlich : 1. motiviren , er trugfeine Meinung vor, doch ohne sie zu begründen; 2.cau-sal, wofür wir oft das Wechselwort (Participium)begründend setzen können, z. B. ein begründendes Füge-wort f. eine causale Coujunction ; 3. fundiren , z.B. dieser Satz ist durch jenen begründet, oder in ihmgegründet.
Motto, heißt zwar eigentlich nur ein Wort; allein manversteht darunter einen Spruch oder eine Stelle aus ir-gend einem Buche, die man zur Ueberschrift eines Auf-satzes wählt, weil man darin irgend einen treffendenoder sinnreichen Bezug auf den Inhalt oder Verfasserdes Aufsatzes wahrzunehmen glaubt. Ich habe Sinn-spruch dafür vorgeschlagen; und dieser Vorschlag ist vonRüdiger'» angenommen worden. Zuweilen könnenwir aber auch unser Deutsches Wort, mit dem bestim-menden Andeuter (Artikel) dafür gebrauchen: „DasWort dieser Familie war: bete und arbeite!" Robin-son der jüngere.
Mouches (spr. Musche), Schönpflästerchen, eigentlichFliegen.
Mourqui, ein ehedem übliches kleines Tonstück fürs Kla-vier von zwei Theilen, wobei der Baß immer wechsels-weise in Oktaven geht. Vielleicht von der hieraus ent-stehenden murmelnden Bewegung so benannt. Esch en-burg. Man könnte Murkestück (nach Murketopf) da-für bilden.
Mousseline (spr. Musselihn), Nesseltuch.
Mousquet (spr. Muskete), die Flinte.
Mousquetaire (spr. Musketier), wird dem Grenadierentgegengesetzt, und durch Soldat, in engerem Sinnegenommen, verdeutscht.
Mouvement (spr.Muw'mang), die Bewegung.
Moviren (sich), 1. sich regen, unruhig werden, 2. sichmausig oder unnütz machen.
Mufti, der Türkische Oberpriester.
Muhamedanismus, oder VIahometismus * die Lehredes Muhameds oder Mahomeds; die Muhamedslehre,der Muhamedsglaube, verächtlich, die Muhamederei.
Mulatte, ein Mischling, erzeugt von weißen und schwar-zen Menschen.
Multiplication, die Vervielfältigung. DerCinwurf, denich ehemahls selbst gegen diese Verdeutschung machte:daß sie nicht auf die Multiplicatio» mit Brüchen pas-se, weil durch diese keine größere, sondern vielmehr ei-ne kleinere Zahl entsteht, fällt weg, wenn man bedenkt,daß wir Multiplication, nicht durch Vergrößerung,sondern durch Vervielfältigung übersetzen, und daß beider Multiplication mit Brüchen die Theile der mul-tiplicijten Zahl wirklich vervielfältiget werden. —Stieler hat auch die Vervielung. S. Multipliciren.
2. Band,
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Multipliciren, vervielfältigen. Logau hat auch vielenund vervielen dafür:
Daß er mir gevielten ZweigenMöge bis zum Sternen steigen;und die Herausgeber desselben, Lessing und R a m-l e r. wünschen, daß man vervielen nicht möchte unrer-gehen lassen. „Vermehren, vervielen und vervielfälti-gen, sagen sie, sind drei Wörter, welche dienen, dasverschiedene Zunehmen der Dinge an Größe, Anzahlund Eigenschaften genauer zu bestimmen; z. B. das Was-ser vermehrt sich; alle Blumen vervielen sich; einigeBlumen vervielfältigen sich." Dis letzte hieße also soviel, als: sie bringen neue Ab-arten hervor; und könn-te sonach nicht für multipliciren in der Rechenkunstgebraucht werden.
Multiplicität, die Vielsachheit, (der Einfachheit, Sim-plicität, entgegengesetzt.) L a v a ter. Sonst auch dieVielfältigkeit.
Mumie. Ich habe irgendwo einmahl Dörrleiche dafürgebraucht, weil die Mumien, so wie man sie in Zka-tur- und Kunstsammlungen sieht, trocken und dürr, wieHolz, sind. Aber da die Kunst, Mumien zu machen, dochnicht darin besteht, daß man die Leichen dörrt, son-dern vielmehr darin, daß man sie einbalsamet: so dürf-te jener Ausdruck eher für solche Leichen passen, die ineinem luftigen Gewölbe aufbewahrt werden, und daselbst,statt zu verwesen, ausdörren. Jetzt schlage ich Balsam-leiche dafür vor. Daß unsere Sprache Zusammensetzun-gen dieser Art gestattet, erhellet aus den AusdrückenZnckerbohne (eine mit Zucker überzogene), Pfesserku-chen (ein mit Pfeffer gewürzter). Apfel-eierkuchen (einmit Aepfelscheiben belegter), Zimmetröhren (mik Zimmtvermischte) u. s. w.
Mundiren, 1. von geschmolzenen Metallen gebraucht,reinigen; 2. in der Sprache der Schreiber, rein ab--schreibeu oder ins Reine bringen.
Mundum, die reine Abschrift, wofür man auch wol dieReinschrift sagen könnte.
Municipalbeamte , sind Stadrbeamte, Mitglieder derStadtobrigkeit oder des Skadtraths.
Municipalisireu; eins vo.i denjenigen Wörtern, welchedurch die Französische Staatsumwälzung eingeführt wor-den sind. Man versteht darunter die Einführung derneuen Ordnung der Dinge, der Fränkischen Verfassunggemäß.
Municipalität, die Stadt-obrigkeit.
Muniticenz, die Freigebigkeit, Melde.
Munition, der Schießbedarf. S. Ammunition.
Musaget, eigentlich, ein Musensührer; uneigentlich, einBeschützer oder Beförderer der Künste und Wissenschaf-ten. Als Titel einer Zeitschrift, welche Henningsherausgibt., hätte es durch Musenfreund verdeutschtwerden können.
Muse (spr. Müsk'), Bisam.
P
Musca-