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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
112
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1IÄ

Mort

Mosa

Mose,

Moti

theil gegründet , und schlage vor, Mortalität, in die-sem Sinne genommen, durch Todlenzahl zu verdeutschen,Die Todtenzahl ist dieser! Jahr geringer oder größer ge-wesen, als vergangenes Jahr. Wie verhalt sich die Tod-tenzahl zu der Zahl der Gebohrncn? Mortalttätslistensind Todtenlisten.

Mortification, eigentlich, die Ertödtung, uneigcntlich,i, die Aufhebung, Vernichtung, Tilgung, z. B. ei-ner Schuldfoderung. Ein Mortiflaationsschein also,ein Tilgungsschein, wodurch eine Verschreibung für un-güttig erklärt wird. 2. Die Kränkung, Zerknirschung.

Mortitieiren, eigentlich, erlödten, uneigcntlich, aufhe-ben, vernichten, tilgen. Für diejenige Bedeutung die-ses Worrö, in welcher man z. B. sagt: er rnortisscirtoihn durch die Nachricht u. s.w. hat Herder das Wortvernichtigcn gebildet, welches sich von vernichten da-durch unterscheidet, daß dieses in nichts verwandeln,jenes aber das Gefühl seines Nichts erregen bedeutet.Ost kann man auch kranken, starker, zerknirschen da-für sagen.

Mortuarium, du# manus mortua, in der Rcchtsfpra-chc, die todte Hand.Ein Gut kommt an die todteHand, wenn eine gottesdienstlichc Stiftung es erwirbt,weil es alsdann aus dem Handel und Wandel kommt,und für den Staat gleichsam todt ist." A d.

Mortuus , der Todte. Pro mortuo erklären, für todt.

Mosaique ( spr. Mosaihk), eine Art von Mahlerei durchgefärbte Steine oder gefärbte Glasstückchen, welche mit-tels eines feinen Kitts (auch wol durch Anschmelzen)dergestalt mit einander verbunden werden, daß ein Ge-mählde dadurch entsteht. Einige leiten den Ursprung undden Namen dieser Kunst von dem Heerführer der JudenMoses her, von dem wir lesen, daß er Aarons Brust-schild auf diese Weise verfertiget habe; und dieser Mei-nung zufolge, hat man ihr die Benennung der Mosai-schen Arbett gegeben. Andere hingegen wollen, daß derName dieser Kunst die Musivische lauten und von denMusentcmpcln, deren Fußböden aus eingelegter Stein-arbeit bestanden, hergeleitet werden müsse. Allein beideBenennungen sind der Deutschen Sprach-ähnlichkeit nichtgemäß; denn in Mosaisch, nach Mosaicus gebildet,ruhet der Ton, der Deutschen Bctonungsart zuwider,auf einer Ableitungssilbe; und nach welcher Regel vonMusen ein Beiwort musivisch abgeleitet werden könne,ist gar nicht abzusehen. Man müßte für jenes Mosisch,für dieses Musisch sagen; allein beide klingen unserm,durch Mosaisch und Musivisch schon verwöhntem Ohre,so fremd, daß wol nicht leicht jemand der erste wirdsein wollen, der es wagt sie zu gebrauchen. Ich hatteehemahls die Benennung Stein - und Glasschncidereidafür vorgeschlagen; allein Eschenburg wandte da-gegen ein: daß dadurch eher eine Schilderci oder Mah-lerei auf Stein und Glas, als eine aus Stein undGlas verfertigte, bezeichnet würde. Ich überlasse das

Urtheil hierüber dem Leser; und merke nur noch an,daß der Name eingelegte Arbeit zwar schon gebräuch-lich, aber nicht bestimmt genug sei, weil auch die Tisch-ler u. s. w. eingelegte Arbeiten machen, die doch unterdem Namen Mosaik nicht niitbegriffgn werden. Ein ein-gelegtes Bild, öder ein Bild von eingelegter Arbeitscheint völlig bestimmt und allgemein verständlich zusein. Heynatz sagt:Da die Mosaik vermittelst glä-serner Schrift verfertiget wird, so schlage ich, mit Vor-behalt des Bessern, Stiftmahlcrei vor." Allein auchdie sogenannte Pastcllmahlerei geschieht mit Stiften tro-ckener Farben, und könnte also insofern auch eine Stift-mahlerei genannt werden.

Moschee, ein Türkisches Bethaus, ein Türkischer Tempel.

Motette,ein Singesatz in der Kirchenmusik, wozu dieWorte prosaisch, und gewöhnlich ein biblischer Spruchsind." Eschen bürg. Man könnte also vielleichtSpruchgcsang dafür sagen.

Motion, r. die Bewegung, oder Leibesbewegung; 2.der Antrag. Eine Motion machen, auf etwas antra-gen , oder, den Antrag machen. Bode (im Mon-taigne) sagt auch: eine Anrege machen. Anregungbezeichnet die Handlung des Anregens. Die R. a. inAnregung bringen, ist ganz gebräuchlich.

Motiv. Ich äußerte in der Prcisschrift den Wunsch, daßman lieber Beweggrund, als Bewegungsgrund, da-für sagen möchte, weil jenes kürzer, minder schwerfäl-lig , und doch eben so sprachrichtig, als dieses, sei. Inder Folge erinnerte mich Heynatz (im Antibarba-rus), daß schon andere, z. B. Lambert, Wielandund andere in O. D. gcbohrnc Schriftsteller, jenes die-sem vorgezogen haben. Eschen bürg hingegen wandte(indem Nachtrage) dagegen ein:daß beide, genaugenommen, nicht einerlei bedeuteten; Beweggrund seieine Vorstellung, welche Rührung erwecke; Bewegungs-grund hingegen eine Vorstellung, die zum Handeln an-treibe.^ Ich muß bekennnen, daß mir der Grund die-ser Unterscheidung nicht recht einleuchten will. Sowol-Beweggrund, als auch Bcwegungsgrund, scheint nurim Allgemeineneinen Grund, welcher bewegt," zubezeichnen, unentschieden, ob unter dem Bewegen einebloße Rührung oder ein Antrieb zum Handeln verstan-den werden soll. Der bisherige Sprachgebrauch hat,so viel ich weiß, hier noch keinen Unterschied festgesetzt.

A d. hat weder das eine, noch das andere besondersangeführt; nur unter Bewegung sagt er beiläufig:Da-her der Bewegungsgrund, der Grund, der das Ge-müth in Bewegung setzt, der Grund des Wollens undNichtwollcns," wodurch er diesem Ausdrucke beide obi-ge Bedeutungen zugleich zuzuschreiben scheint. Ost kön-nen wir auch da, wo die Franzosen ihr Motif setzen,die Wörter Antrieb und Triebfeder gebrauchen. Parun motif de generosite, auf Antrieb der Großmuth.Die mächtige Triebfeder (le grand motif) der Ehre.

Moti'