Mobi
Modi
Modu
Moll
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Mobil, beweglich. Eine Armee mobil machen, heißt,ein Heer in bewegbaren Stand oder in den Kriegs-stand setzen.
Mobile, das Bewegliche. Primum mobile, die ersteBewegkraft oder Beweg - Ursache.
Mobiliar, was beweglich ist, Z. B. Mobiliarvermögen,die bewegliche,Habe. Die fahrende Habe war zwarehemahls ganz gebräuchlich, verdient aber in Vergessen-heit zu gerathen, weil fahrend, für, was sich fahrenoder verfahren laßt, nicht sprachrichlig ist.
Mobiliori. S. Meubleu.
Mobilität, die Beweglichkeit.
Modalität, in den Vcrnunftwissenschaften, die Seinsart.
Mode; kann, da es schon in der Volkssprache gebräuch-lich ist, und unsere Sprach-ähnlichkeit nicht beleidiget,für eingebürgert gellen. Sonst haben wir auch dieDeutschen Wörter Sitte und Gebrauch , welche, wenig-stens in vielen Fällen, dafür gefetzt werden können. Ala mo Je, gebräuchlich, im neuesten Geschmacke, nachder Mode. Boeuf a Ja mode, ein gcschmoortes StückRindfle-sch, ein Schmoorstück.
Modeliren, modeln. Dis Zeitwort ist freilich auch ausdem fremden Stoffe Model ireu , gebildet, aber dochnach Deutscher Form; dahingegen das Sachwert Mo-dell noch die undeutschc Betonung hat.
Modell, ein Vorbild, ein Muster; eine Vor - abbil-düng im Kleinen.
Moderamen inculpatae tutelae, das Recht der Noth-wehr.
Moderat, mäßig, gemaßiget, billig, bescheiden.
Moderation, die Mäßigung, Milderung. Moderatioexpensarum , die Mäßigung der Kosten.
Moderato, in der Tonkunst, mäßig. Efchcnburg.
Moderiren, mäßigen, mildern.
Modern, heutig, nach heutigem Geschmacke, im neue-sten Geschmacke, von neuerer Hand, in neuer Kunst.Oft kann auch, besonders wenn alterthümlich, antik,vorhergeht, neu schlechtweg gafür gesetzt werden. Klop-stock hat auch die harte Zusammensetzung heutigstag'.gfür den Begriff heutig gebildet: „Der heutigskagigeFortgang der Wissenschaften."
Moderuisiren; ich habe verhcu tigert dafür zu sagen ver-sucht: „Er verbesserte hier und da die Bilder und Dar-stellungen, doch ohne siezn verheutigen." Vorrede zumneuen Froschmausler. Catel hat dieses Wort aufge-nommen.
Modernisirung, die Verheuligung.
Modest, bescheiden, sittsam.
Modestie, die Bescheidenheit, Sittsamkcit.
Modibeation, die Abänderung, die nähere Bestimmung,die Einschränkung. S. auch das folgende Modificiren.
Moditieiren, ab-ändern, anders bestimmen. .. Der ver-kappte Realis de Vienna gebraucht arten dafür:„Lehre artet den Verstand; den Willen greift sie nicht
an." Dis scheint keine verwerfliche Verdeutschung zusein; weil Arten durch Modificirung entstehen. AuchDpitz hat arten in diesem Sinne gebraucht: „Das vonder durchdringenden Lust also geartet wird." Modi,-fication wäre dann die Artung. „Daß dieser Trieb,wie jeder andere, bei veischicdcnen Menschen sehr ver-schiedene Artungen erhalte." Tch e o p h r o n. H c y n a tzhat ab-artcn, in thätigen Form, fsir rnodilicireu ge-braucht. Dieses ab - arten muß nicht n:it aus - artenverwechselt werden, welches svwol ein gänzliches Ausder Art schlagen, als auch eine Veränderung ins Schlim-mere bezeichnet.
Modulation, die Abwechselung dcrStänme, das Stei-gen und Fallen derselben. „In der Tonkunst bedeutetdieses Wort überhaupt die Vortrags-art eines Tonstücks,besonders aber die Richtigkeit, Anmuth und Geschmei-digkeit der Tonfolge, bei ihren Fortschritten oder ihrerDurchführung aus dem Haupttone durch andere Tomar-ten bis in jenen zurück; also die Ausweichung oder dieDurchführung der Töne." Efchcnburg. Tonfolgc,welches Catel für Modulation angesetzt hat, bezeich-net-die Melodie.
Moduliren, die Stimme steigen und fasten lassen, dieTöne durchführen. S. Modulation.
Modus, überhaupt, die Art und Weife. Modus acqui-rendi, das Erwerbsmittel; — procedendi, die Vcr-fahrungsart. Als Kunstwort in der Sprachlehre ist t$von Popowitsch'en durch Wandelweise verdeutschtworden; aber Weise schlechtweg scheint schon hinreichenddafür zu sein. Gottsched hat die Art dafür gesagt.Indicativus modus , die anzeigende Weise; conjunc-tivus —, die verbindende; imperativus —, die ge-bietende ; infinitivus — , die unbestimmte. „In derTonkunst ist Modus die Ton-art." Eschenburg. Inden Vernunftwissenschaften endlich bezeichnet man durchmodi die verschiedenen Seins-arten oder Bestimmun-gen eines Dinges.
Moitie (spr. Moatjeh), die Halste. Moitie machen,sagt man, und meint: „Gewinn und Verlust mit je-mand theilen." Bei Festlichkeiten, besonders beiTanzlustbarkeiten, nennen auch die Mannspersonen dasvon ihnen geführte Frauenzimmer, und umgekehrt dasFrauenzimmer ihren männlichen Führer: meine Moi-tie. Dafür könnte das Frauenzimmer füglich: meinFührer, so wie der Herr: meine Geführte, oder mei-ne Tanzgefährtinn, sagen. Die wörtliche Uebersetzungdurch: meine Hälfte, möchte anstößig klingen, weil auchEheleute sich diese Benennung , wenigstens im Scherze,zu geben pflegen.
Molestiren, beschweren, lästig sein, beschwerlich fallenoder Besd)werlid)keit verursachen.
Moll, in der Tonkunst. Ich sollte glauben, daß man dieweiche Ton-art, so wie für Dur die harte sagen dürfe.„Moll-töne sind die weichern, im Gegensatze der Dur-
töne.