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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
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Mine

Mira

Mira

Mnein

fciintr für Mineralog, daS Minerreich für Mineral-reich sagen.

Mineur (fpr. Minor) , der Sprenggrabcr. K i n d er l i n g.

MiniatutZemählde, cinKleingemählde. Kn miniature,un Kleinen; z. B. eine Welt im Kleinen. DieMinia-turmahlerci die Kleinmahlcrei. K i n d c r l i n g hat Fciu-mahlerei dafür vorgeschlagen. Allein auch große Ge-mählde können nicht bloß, sondern müssen auch wennsie gut sein sollen, fein gemahlt sein. Man hat gegenKleingcmählde, und Kleinmahlerci eingewandt, daßnicht jedes kleine Gemählde ein Miniaturstück sei. Al-lein Kleingemahldc bedeutet auch eben so wenig ein klei-nes Gemählde, als Kleinschmid einen kleinen SchmidtKleinmadchen ein kleines Mädchen, und Großfürst ei-nen großen Fürsten bedeutet. Kleinmahlcrei ist Maklereiins Kleine; alsoKlcingemahlde, ein Gemählde ins Klei-ne gemahlt. Catrl hat diesen Ausdruck aufgenommen.

Minima, in der Tonkunst, eine halbe Taktnote. E sch c n-b u rg.

Minimum, überhaupt das Kleinste oder Geringste, ins-besondere das kleinste Maß, der geringste oder niedrig-ste Grad. Minimum sapientiae, das kleinste Weis-heitsmaß.

Miniren, untergraben, Sprenggraben oder Sprenggru-ben anlegen.

Ministerialisch oder ministeriell ; von Amts wegen,amtmäßig, amtlich. Ein amtlicher Bericht, ein amt-liches Schreiben. Dieses amtlich ist seit einiger Zeitin Zeitungen und andern, die Wclthändel betreffenden(politischen) Blättern, häufig für ministeriell sowol,als auch für ex offieio gebraucht worden.

Ministerium, 1. die Regierung, der Staatsrath; 2.die sämmtlichen Prediger eines Orts. Die geistlicheDienerschaft würde man dafür sagen müssen, wenn derDeutsche Ausdruck eben so demüthig, als der Lateini-sche, klingen sollte. Sonst könnte man es auch durchdie Stadt- oder Drtsgeisilichkeit übersetzen.

Minor, in derDcnklehre (Logik), der Untersat; in einemVcrnunftschlussc.

Minoren, minderjährig, unmündig. Fr. Stollbergnennt einen, der, wenn er gleich schon volljährig ist,doch noch immer einen Vormund gebraucht, Münd-ling, zum Unterschied vom Mündel, d. i. von dem,der wirklich noch einen Vormund hat:

Das Volk, das immer KindUnd Mündling bleibt.

Minorennitiit, die Unmündigkeit, Minderjährigkeit.

Minorität. So wie wir für Majorität die Mehrheitsagen, so müßten wir für Minorität die Minderheitbilden. Die Minderheit that ihr Mögliches der Mehr-heit den Sieg zu erschweren. Catel hat dieses Min-derheit angenommen.

Miraeulös; in weiterer Bedeutung, wunderbar, bewun-dernswürdig oder crstaunenswürdig; in engerer Bedcu-

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tung wunder-ähnlich oder wunderhaft. Hier könnenwir den Begriff auch durch Zusammensetzungen mit Wun-der ausdrucken; z. B. Wunderstarke, Wunderkrafteu. s. w.

Mirakel, ein Wunder, Wunderwerk.

Misanthrop, ein Menschenfeind, Menschenhasser.

Misanthropie, der Mcnschenhaß, die Menschenfeind-schaft.

Misanthropisch, menschenfeindlich.

Miscellaneen , wofür Hr. v. A r ch e n h 0 l z auch Miscel-len einzuführen gesucht hat, Vermischtes, Mannig-faltigkeiten , Allerlei; in verächtlicher Bedeutung ge-nommen, Mischmasch.

Miserabel, elend, jämmerlich, erbärmlich.

Misere (fpr.Misär'), das Elend , die Armseligkeit. L u-

. ther sagt: Es ist ein elend jämmerlich Ding um al-ler Menschen Leben; wofür ein schöner, Geist unsererZeit: es ist eine wahre Misere, sagen würde. Wirkönnen auch Erbärmlichkeit dafür sagen;Da die Prin-zessinn so empfindlich gegen alle Schiefheiten und Er-bärmlichkeiten des Geistes war." Kling er. Das WortMisere wird auch fpottweifc von Menschen gebraucht,für erbärmliches Wesen, erbärmliches Ding, elenderWicht. So Gölhc:

Aber ich bitte dich, was kann denn solcher MisereGroßes begegnen!

Miserere (das);. ist von H e p n atz' e n durch, das Elend,verdeutscht worden; so wie wir für eine andere trauri-ge Krankheit der Jammer haben. Bestimmter und deut-licher würde dieDarmverschließung sein. Darmzwang,welches Catel dafür angesetzt hat, sagt zu wenig, undpaßt schon für Hartleibigkeit oder Verstopfung überhaupt.

Misogyn, ein Weiberfeind.

Misologie, der Vernunfthaß.

Mission, 1. überhaupt, die Sendung; 2. in besondererBedeutung, die Bekehrungsgesellschaft, und die Bekeh-ruugsgcsandtfchaft.

Missionarius oder Missionär, ein Bekehret, ein Be-kehrungsgesandter oder Bekchrungs - oder Glaubens-bote. Affsprung hat nicht unpäßlich Glaubenswer-ber, und zwar in der ganzen Ausdehnung des WvrtSWerber, dafür vorgeschlagen.

Missi v, 1. ein Sendschreiben oder eine Botschaft in-hörcn Staatsangelegenheiten; 2. eine mit einem Schlos-se versehene Schristentasche, worin Geschäftsmänner sicheinander die Verhaudlungsschriften zusenden.

Mitigiren, mildern, lindern, mindern, besänftigen.

Mixtur. Wenn eine Arzenei darunter verstanden wird,könnte man Mischtrank dafür sagen. Sonst haben wirGemisch, und in verächtlichem Sinne, Mischmasch.Mischung sollte nur von der Handlung des Mischens ge-braucht werden; oberes ist für Mirturgleichfalls üblich.

Mnemonie, die Gedachtnißkunst.

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