Mere
Mescj
Mess
Meta
io*
ncrisch nicht eben so wohlklingend sind, als sie richtiggebildet und bezeichnend sein würden!
Mercurial, von Quecksilber; also Mercurialmittel, Mer-curialsalbc, Quccksilbermittel, Quecksilbersalbe.
Mercurius, Quecksilber. In der Götterlehre ist Mercu-rius bekanntlich der Name des Götterbotcn, und in derSternkunde bezeichnet er einen der Wandelsterne (Pla-neten). Etwas Deutscher hat man ihn dadurch gemacht,daß man ihn, mit Wcgwerfung der Endsilbe us, inMerkur verwandelte.
Meridian, der Mittagskreis.
Meridional, mittäglich, südlich.
Merken, Verdienste. Ich bemerkte bei Gelegenheit die-ses Wortes in dem Nachtrage: daß wir auszeichnendeBelohnungen penn le merite , aber keine für das Ver-dienst hatten; gleichsam als wenn alles verdienstlicheetwas ausländisches, dem Deutschen, wie seiner Spra-che, fremdes wäre! Wie soll ein Volk Muth und Lustsich zu heben bekommen, wenn ihm bei jeder Gelegen-heit, und zwar von oben herab, nicht undeutlich zuverstehen gegeben wird, daß das Gute und Lobcnswür-dige, was es etwa an sich haben oder thun mag, nichtetwas einheimisches, sondern etwas undcutsches, et-was —> Französisches sei! Ist es zu verwundern, daßsich in unserer Sprache die seltsame R. a. es ist nichtweit her, für, es ist nicht vorzüglich, findet, da so-gar unsere Verdienste erst zu Französischen Meriten,umgetauft werden müssen, um geschätzt und belohnt zuwerden! Und welcher seltsame Widerspruch, daß mansogar noch jetzt, bei dem so tiefgefühlten Abscheu gegendas Beginnen und die Vorschritte der NeufränkischcnVölkerschaft, noch immer fortfährt, diesem Volke kin-disch nachzuplappern, und der Geistesobcrherrschaft des-selben durch nachahmende Sprache, nachahmende Sittenund Moden zu huldigen! Wenn wir doch Eins von die-sen angestaunten Fremdlingen lernen wollten ■—> folge-recht zu handeln!
Meritiren, 1. verdienen., werth oder würdig sein; 2.sich verdient machen, oder, wenn wir,diese, zwar ge-bräuchliche, aber abweichende R. a. vermeiden wollen,sich Verdienste erwerben.
Mervelljös, Franz, merveilleux, wunderbar, bewun-derungswürdig.
Mesalliance (spr. Mesalliangß), die Mißverbindung,Mißheirath, d. i. die Verheirathung einer adeligen Per-son mit einer bürgerlichen, und einer bürgerlichen ausder ersten Klasse mit einer aus der letzten.
Mesalliiren (sich), eine Mißheirath oder Mißverbindungtreffen; sich mißvermahlen.
Mesenterium, das Gekröse.
Mesquin (spr. meßkäng). Mit diesem Französischen Wor-te, welches eigentlich armselig, kärglich und filzig be-deutet, bezeichnet man in den schönen Künsten denjeni-gen Fehler, da der Künstler, statt die schönen und gro-
ßen Formen her Natur aufzufassen, ins Kleine verfällt.In Hcydenreichs ästhetischemWörtcrbuche wird eSdurch dürftig übersetzt, allein mir scheint kleinlich bes-ser dafür zu passen. Die Zeichnung, die Zusammense-tzung, die Manier dieses Mahlers sind kleinlich, fallenins Kleinliche.
Messadivoce, in der Tonkunst, allmähliches Anschwel-len der Stimme. Eschenburg.
Messe, ein Tonstück geistlichen Inhaltes, das währendder Messe bei den Katholiken aufgeführt wird. Eschen-burg. Also vielleicht ein Hoch-amtsstück.
Messfieranten. S. Fieranten.
Mestizen, Mischlinge. So nennen die Spanier in Ame-rika diejenigen, welche väterlicher Seits von Europäi-scher, und mütterlicher Seits von Amerikanischer Ab-kunft sind, oder auch umgekehrt. Man nennt aber auchdiejenigen, welche von einem Europäer und einer Ostin-dicrinn abstammen, Mestizen; und zwar diese letzten gel-be, so wie jene ersten rothe. Auch jene sind Mischlinge.
Mesto, in der Tonkunst, traurig.
Mestires (spr. Mesührs), die Maßregeln. Wielandhat auch das O. D. Maßnehmung dafür gebraucht;„Damit diese Maßnehmung ihre ganze Wirkung thunkönnte." Auch Auskunftsmittel paßt zuweilen dafür r„Man hat dieses Auskunftsrnittel angenommen." D v d e.
Metallurg, einer, der sich auf die Bergwerks-oder Erz-kunde gelegt hat, also, ein Bergwerks - oder Erzkun-diger.
Metallurgie, die Erzkunde, die Bergwerkskunde.
Metamorphose , Sät. Metamorphosis, die Verwand-lung.
Metamorphosiren, verwandeln, umschaffen.
Metapher, eine Uebertragung, den Ton auf tra gesetzt.Für metaphorisch haben einige, wie Moritz, über-tragen , andere, wieHcynatz, übergetragen beliebt.A d. hat in dem Wörterbuche sich gar nicht darüber er-klärt; allein da, nach ihm, das Zeitwort übertragen,in uneigentlichcr Bedeutung genommen, den Ton auftra und nicht auf über hat, so müßte auch das Wech»selwort (participium) in dieser Bedeutung übertragen,und nicht übergetragen lauten. Gleichwol hak er selbstin seinen Schriften den Ausdruck: übergetragene Bedeu-tung , gebraucht. Dis scheint mir ein Widerspruch zusein. Uebrigens ist der Ausdruck Uebertragung sowoldem Grichischen Worte Metapher, als auch dem Be-griffe angemessen. Eine Metapher entsteht nämlich,wenn eine Bedeutung auf ein Wort übertragen wird,die ihm an sich nicht eigen ist. K i n d e r l i n g hat dieVerblümung dafür vorgeschlagen. Verblümte Ausdrü-cke und Redensarten hatten wir schon; wir verstehenaberernhlernatische, nicht metaphorische, darunter.
Metaphrase, Lat. Metaphrasis, die Uebersetzung.
Metaphrast, der Ueberseyer.
\
Meta-