Medi
Melo
Melo
Memo
Hos
Meditation, das Nachdenken oder Nachsinnen, dieBetrachtung.
Meditiren, nachdenken, nachsinnen, Betrachtungenanstellen.
Medium, kann in den meisten Fallen durch Mittel oderHülfsmittel überseht werden; und wo diese nicht pas-sen, z. B. wenn man sagt: die Luft ist das Medium,durch welches wir sehen; da könnte man Zwischenmit-tcl dafür gebrauchen. Herder hat ein Mittleres da-für gesagt: „In diesem Falle mußte ein Mittleres (Me-dium) zwischcntreten, das den Gegenstand dem Sinnezubereitete." Zwischcnmittel scheint mir aber bestimm-ter und deutlicher zu sein. Zuweilen kann es auch durchMittelweg überseht werden; z. B. er wählte den Mit-telweg (das Medium). Datur medium, es gibt ei-nen Mittelweg, es liegt noch etwas in der Mitte.
Melancholie, die Schwcrmuth, der Trübsinn, wofürman mildernd auch wol Tiefsinn sagt, ungeachtet die-ses Wort eigentlich die Fertigkeit im tiefen Nachdenkenbezeichnet.
Melancholisch, I. schwerblütig. Kant. S. I'empe-rament. 2. schwermüthig, trübsinnig; auch wol tief-sinnig.
Melange (spr. Melang'), das Gemisch, Gemengsel, derMischmasch. Diese Ausdrücke sind grad-artig. Vonhöhern, besonders geistigen und sittlichen Gegenständen,sagt man Geinisch: ein Gemisch von Empfindsamkeitund Vernunft; von gemeinen Dingen Gemengsel: einGemengsel von herben und lieblichen, von süßen undbittern Zuthaten; und wenn man zugleich einen nochhöhern Grad von Verachtung ausdrucken will, so ge-braucht man Mischmasch: sein Aufsah ist ein Misch-masch von gemeinen, unbestimmten, halbwahren undganz falschen Gedanken. Mischmasch ist aus dcrN.D.Mund-art, welche viele Wörter dieser Art hat, die ausder Wiederholung einer Silbe mit verändertem Grund-laut (Vocal) entstanden, z. B. Schnickschnack, Hink-hanken, Kikelkakel u. s. w.
Melde (spr. Mclch), das Handgemenge, Getümmel.
Melioration, die Verbesserung. MelioratioiiLkosten,find Verbesserungskosten.
Melioriren, verbessern.
Meliren, mischen, z. B. Wein und Wasser; mengen,z. V. die Karten; verwickeln, z. B. einen in einenRechtshandel. Sich mit etwas melden, heißt, sichmit etwas abgeben, in etwas mischen. Melirtes Tuch,ist Tuch von gemischten Farben.
Melirma, Verzierungen des Gesanges durch Vertheilun-gen und Verkleinerung der Töne. Eschcnburg. DerSchleifgesang hat Ki nd e rl i n g dafür angesetzt.
Melismaciscb, auf obige Art verziert. Eschenburg»
Melisse, in der Kräuterkundc, die Honigblume.
Melodie. Wir hatten für diesen Grichischen Ausdrucknur das Work, die Weise, in unserer Sprache; allein
Moritz bemerkte (in den Vorlesungen über den Stil),daß dieses nur eine bestimmte Melodie, die Melodiedieses oder jenes Stücks, nicht Melodie überhauptausdrucke. Da nun Melodie die Ordnung auf einan-der folgender Töne, so wie Harmonie die Ordnungder gleichzeitigen Töne bezeichnet; und da wir schon ge-'wohnt sind, von einem Tonstückc zu sagen, es gehe gutoder schlecht: so schlug ich für den allgemeinen Begriffder Melodie den Ausdruck Tongang vor. Eschcn-burg fügte zu diesem Vorschlage, den er nicht miß-billigte, hinzu: daß man eben so auch Tonsolge, fürMelodie, in seiner allgemeinen Bedeutung genommen,gebrauchen könne. Er merkte dabei an: „daß die Mei-stcrsangcr das Wort Ton (von ihnen gewöhnlich Thongeschrieben) für Weise, oder Melodie in bestimmterBedeutung, gebraucht hatten; denn ihr Bar habe nachWagenscils richtiger Bemerkung, nicht die Melo-die, sondern das Lied selbst bedeutet." Auch S ti c lerhat: der Don (er leitet das Wort von dehnen ab) ei-nes Liedes, modus cantionis, alias die Weife. K in-de rling hat Sing-art, Singwcise und Gesangwcise(Gesangsweisc) dafür angesetzt.
Melodisch, singbar, von gefälligem Gesänge. Eschen-burg. Unter melodischen Tönen versteht man sonstauch wohlklingende, liebliche.
Melodrama, jedes Singspiel, besonders aber ein sol-ches, worin die von der Musik in Zwischenraumcn be-gleiteten Worte bloß rccitirt (hergesagt), nicht gesungenwerden. In Hinsicht auf die Anzahl der vortragendenPersonen, sind das Monodrama und Duodrama Ar-ten davon. Eschen bürg.
Membrane, das Hautchen.
Membrum, das Glied, das Mitglied. Membrumvirile, das männliche Glied.
Memento , eigentlich, gedenke! z. B. memento mo-ri, gedenke des Todes. Uneigentlich undfcherzhaftcrWei-sc wird es für Denkzettel oder Gedachtnißzeichcn ge-braucht.
Memoire (spr. Memoahr'), im Kanzcleilatcin, Prome-moria, und Memoriale eigentlich eine Erinnerungs-oder Denkschrift oder ein Gcdächtnißbuch;. dann aberauch in allgemeinerer Bedeutung, ein schriftlicher Aus-sah, eine Vorstellung, eine Eingabe. Ein Memorialist entweder eine Bittschrift, oder ein Gedachtnißbuch,ein Denkbuch, worein man, was man nicht vergessenwill, aufzeichnet. Die erste Bedeutung des Worts, dieihm an sich fremd ist, entstand durch den Umstand, daßeine Bitte oft erst mündlich vorgetragen wird, und derBittende hierauf Befehl erhält, sie, damit sie nicht inVergessenheit gerathe, schriftlich einzureichen. Eine sol-che Bittschrift ist alsdann in der That eine Erinnc-rungsschrist, litterae memoriales; weil sie zur Ab-sicht hat, die vorgetragene Bitte dem Gedächtnisse ge-genwärtig zu erhalten. Mernoires, in der Mehrzahl,
sind