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2 (1808) F - Z
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Maro

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Mars

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Sonsten auch , ein kranker Soldat, der nicht fortkom-men kann, ein fauler Soldat, ein Reiter, der keinPferd hak, miles infirmus, inutilis." Eben dieserUrsprung des Worts Marodeur wird auch inHar l'sLehen Gustav Adolphs, aus dem Englischen übersehtvon Martini, angegeben:Dergleichen Parteigän-ger entlehnten ihren Namen von einem Grafen vonMerode, einem wilden und ausschweifenden Dssicierin diese» Kriegen, welchem Johann von Wert nach-mahls, in einem Streite, bei dem Trunke das Lebennabm. Dieses Mannes Aufführung machte, daß dieSpanischen und Welschen Soldaten unter dem kaiserl.Kiiegcshcere, Plünderer und Räuber nur Merodistcnhießen. Hieoon stammt das Franz. Wort Maraudeurs,welche der Marschall von Lu^enburg allemahl Mero-deurs schrieb. S. Reflexions militaires et politi-ques de Santa Cruz. 3 Thl."

Der genannte Ucberscher dieses Lebens schreibt daher,jener Hcrlcitung gemäß, Meroder statt Marodeur;und St 0 sch meint (S. dessen Kleine Beitrage. S. 93.)daß er deswegen nicht zu tadeln sei. Das ist nun zwarauch meine Meinung; allein da der Geschichtsumstand,der diese verbesserte Schreibung rechtfertiget, nur weni-gen bekannt ist: so würden die meisten, wenn wir Me-: roder sagten und schrieben, dis für eine fehlerhafte Aus-

sprache und Schreibung halten, und es durch Maro-deur verbessern zu müssen glauben. Es wird daher guts sein, da, wo dieses Mißverständniß zu besorgen steht,einen andern Ausdruck dafür zu gebrauchen; und dazuschlage ich Nachschleichcr, Plünderer und Raubgesindelvor. Für das Beiwort Marode haben wir müde oderermüdet, matt und entkräftet. Catel hat in demWörterb. der Acadcmie bei der Verdeutschung der Wör-ter Maraudeur und Marauder, jener Hcrleitung ge-mäß, zwar das Main Me verwandelt, aber statt Me-roder und meroden, lieber die Zwitterwörtcr Merodeurund mrrodiren gebrauchen wollen. WarumiMarodiren, rauben, plündern.

Maroquin (spr. Marokäng), ein ursprünglich türkisches,seht aber auch in andern Ländern, z. B. in England,mit Sumach oder Galläpfel-Lauge gahr gemachtes undhiernächst gefärbtes Leder. Wir sagen Saffian dafür;ein Name, welcher zwar auch fremden, wahrscheinlichtürkischen Ursprungs, aber doch unserer Sprach-ähnlich-kcit gemäßer ist, als Maroquin. Diese Französische Be-nennung rührt von dem Umstände her, daß man, we-nigstens ehemahls, dergleichen Leder vornehmlich ausMarokko nach Frankreich kommen ließ.

Marotte , Grille, das Steckenpferd; eigentlich die Nar-renkolbe, womit die Französischen Narren von Hand-werk, wie die unsrigen mit der Pritsche, ehemahls aus-gerüstet waren.

Marque (spr. Marke), das Zeichen, Merkmahl.Marquebl'iefe/ sind Kaperbriefe, Vollmachten zur Frei-

Marq

beuterei aus dem Meere. Kaper und kapern können füreingebürgert gelten, weil sie Deutschen Klang haben,und schon längst in der Volkssprache, wie in der Schrift-sprache, leben:

Man muß dic Dido kapern.

Michaelis.

Marqueterie, eingelegte Arbeit.

Marquetendre (spr. Marketender) , ein Feldkrämer.

Marqueur (spr. Marköhr), ein Aufwärter beim Billard-spiel, der die Treffer (Points) zu zählen hat. Mankönnte Spielwärter oder Spielwartel dafür sagen, sowie man in den Ritterzeiken Kampfwartel hatte.

Marquiren (spr. markiren), 1. bezeichnen; 2. in derJagdsprache, von Hühnerhunden gebraucht, andeuten;3. beim Billardspiel, die Treffer zählen, den Spiel-stand angeben. Von den Pocken marquirt, heißt, vonihnen gezeichnet sein.

Marquis, ehemahls ein adeliger Titel in Frankreich, derursprünglich mit unserm Markgraf übereinkam.

Marquise (spr. Markise), 1. die Frau oder Tochter einesMarquis. In dieser Bedeutung gehört .es nicht hicher.2. Ein vor den Fenstern und Thüren wider die Son-nenstrahlen angebrachtes Schirmdach von Leinewand.Rüdiger hat es durch Fensterschirm verdeutscht. Daaber dieser Deutsche Ausdruck besser fürllalousie paßt,so schlage ich für Marquise Sonnendach oder Son-nenvordach vor. Fensterzelt, welches Heynatz dafürversucht hat, will mir aus dem doppelten Grunde nichtgefallen, 1. weil man auch an ein Zelt mit Fensterndabei denken könnte, und 2. weil die Markise wederdie Form, noch den Zweck eines Zeltes hat.

Marsch. Dieses Wort wird in der Kriegessprache theilsals ein AuSrufungslaut, marsch! theils als ein Sach-wert gebraucht. Im ersten Falle könnte man vorwärts loder zu!; im andern der Zug und der Hccrzug dafürgebrauchen. A d. gibt dis letzte zwar für ein veralte-tes aus; allein es lebt und webt noch in den bestenneuern Schriften:Sie sah den strahlenden Heerzug."Klopstock. Da aber das Wort Marsch selbst nichtsundeutsches in seinem Klänge hat, und schon in dieVolkssprache übergegangen ist: so kann man es für ein-gebürgert halten. De» Generalmarsch könnte mandurch Waffcnruf oder allgemeiner Waffenrus überse-tzen , und statt forcirter Marsch Eilzug oder Schnell-zug sagen. Posselt hat Gewaltzug dafür gebraucht:Der General sollte durch einen Gewaltzug mitlin durchdes Feindes Land ^ die Spanische Armee umgehen." Eil-zug hat eben dieser Schriftsteller auch gebraucht. FürGeneralmarsch habe ich einigemahl in Zeitungen denAusdruck Doppclschritt gefunden. Der General, hießes, ließ den Doppelschritt schlagen. Ich gestehe aber,daß mir der Grund zu dieser Verdeutschung nicht ein-leuchten will. Vermuthlich liegt ein Mißverständnis da-bei zum Grunde, indem man Generalmarsch mit for-

cirter