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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
97
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Manu

Mari

Mari

Maro-

kesondere Zusammensetzung bilden, z. B. Strumpfwir-keret, Tuchweberei, Hutmacherei, Seifenstederet, Loh-gerberei, Schönfärberei u.s. w. Wir können auch dasbestimmende Wort mit dem allgemeinen Werk oder Ge-werk zusammensetzen, z. B. Messingwcrk, Tuchgewcrk,Vandgewerk u. s. w.

Manufacturist, ist buchstäblich unser Handwerker. DerSprachgebrauch hat indeß einen Unterschied zwischen bei-den eingeführt, vermöge dessen das fremde Wort theilsnur solche Handwerker oder Hand-arbeiter/ die in ei-gentlichen sogenannten Manufacturen oberFabriquenarbeiten, theils den Inhaber einer Man,,flaewr bezeich-net, da hingegen unter Handwerker jeder, der ein Hand-werk, und zwar für sich treibt, verstanden wird. Mankönnte für Manufacturist in der ersten Bedeutung Ge-werker, in der andern Gewerksherr sagen.

Manu propria, eigenhändig; armata, mit bewaff-neter Macht; stipulata, mit oder durch Hand-schlag.

Manuseript, die Handschrift.

Manutenenz, die Erhaltung, Aufrechchaltung. EinManutenenzdecret ist ein Schuhbrief.

Marasmus senilis, die Dürrsucht.

March und Marehiren. S. Marsch und Marschiren.

Maronaudiren (svr. marschangdiren), handeln, dingen.Göthe hat markten dafür.In dem Wirkhshauscfing er gleich an zu markten und zu quengeln. Er wMefür weniges Geld besser Quartier haben u. s. w."

Marclmndisefspr. Marschangdics'), Waare, Kaufmanns-waare. Die Kaufleute pflegen Güter dafür zu sagen.

MareehausLLS (fpr. MarefchosscH), die Siraßenreiter.Man versteht in Frankreich eine Art von Reiterei dar-unter, die zur Sicherheit der Straßen und zur Hand-habung der Polizeigefetze gehalten wird.

Marginalien oder Marginal anmerkunyen, sind Anmer-kungen , an den Rand gesetzt; also Rand-anmerkun-gen, oder Randbemerkungen.

Mariage (spr. Mariag'), die Heirath, Vermahlung. Ma-riage de conscience. eine Gewissensfreiheit, Gewis-sensehe ; d. i. eine solche, bei der die gesetzliche Formnicht beobachtet wird. Man hat auch ein Spiel, Ma-riage genannt. Dieses könnte man das Vermahlungs-spiel nennen.

Marine, das Seewesen, und die Seemacht.

Mariniren, eigentlich, den Speisen einen Scegeschmackgeben; man versteht aber darunter eine Art des Ein-machcns (vorher abgebratener Fischef) mit Essig, undmüßte also mit Essig einmachen dafür sagen. Von Gän-sefleisch und dergleichen, welches vorher nicht gebraten,sondern gekocht wird, pflegt man sauer einkochen zusagen. Danach könnte man von Fischen, z. B. vonNeunaugen, welche vorher erst gebraten oder geröstetwerden, sauer einbraten oder einrosten sagen. Ein all-gemeines Wort für mariniren dürftq vielleicht einsau-

ä. Band.

yt

ern sein. Eingesäuerte Fische, eingesäuertes Gänse-fleisch.

Marionette, Drathpuppe, Gliederpuppe. Ich habe aucheinmahl Schaupuppe dafür zu sagen versucht:Daßdiese Leute nichts mehr und nichts weniger als kalte,gefühllose Schaupuppen sind, die durch den Dralh desWelttons in Bewegung gesetzt werden." T h e o p h r o n.Von diesem sagt Heynatz im Antibarbarus, daß esnicht übel sei, und Catel hat eS in das Wörterbuchder Academie aufgenommen.

Marmelade. K i n d c r l i n g hat Saftmus dafür vor-geschlagen. In Roths Gemeinnützigem Lexicou findeich Schachtelfaft dafür. Jener erste Deutsche Ausdruckpaßt für die weitere Bedeutung des Worts, in welcheres jedes aus Qbst, z. B. aus Pflaumen, gekochte Musbezeichnet^ dieser letzte hingegen ist der ersten und ur-sprünglichen Bedeutung angemessen, nach welcher maneinen von den Zuckerbeckern aus Pfirsichen, Quittenu. dgl. mit Gewürz und Zucker zubereiteten, und in fla-che Schachteln gegossenen Saft" darunter versteht.

Marmor. Da dieses Wort seiner ganz undeutschen En-dung (or) wegen, unserer Sprache niemahls einver-leibt werden kann: so äußerte ich in der Preisschrift denWunsch, daß man sich entschließen möchte, es künftigentweder so zu schreiben, wie wir im gemeinen Lebenes auszusprcchen pflegen Marmer, und ihm da-durch Deutsche Sprach-ähnlichkeit zu geben, oder mitLuther'n es in der N. D. Form ^-Marmel ä ge-brauchen. Diesen letzten Vorschlag hat Bürger an-genommen :

Mein Busen ist ja nicht von Eis ,

Und nicht von Marmelstcin.

Gefetzt auch, daß dieses Marmel, wie Eschen bürgvermuthet, eine Ableitung von dem altfranzösischcn rnar-bel ober marble (welches nachher in marbre über-ging) sein sollte: so ist es doch unserer Sprachuihnlich-keit gemäßer, als Marmor, und sowol deswegen, alsauch weil es den N. D. Sprachgebrauch undL ut he r'sAnsehen für sich hat, ohne allen Zweifel vorzuziehen..Mariner statt Marmor scheint ehemahls schon üblich ge-wesen zu sein; wenigstens finde ich es in Stiele esSprachschatze, wo bemerkt wird,daß man auch Mar-mel pro Mariner zu sagen pflege."

Marmoriren , etwas dem Marmel oder Marmer ähnlichmachen. Man sollte marmeln oder marmern dafür sa-gen, so würde es Deutsch klingen. Eemarmcltes odergemarmertes Papier.

Marodör, Franz, rnaraudeur. F r ischhat den Ursprungdieses Worts auf folgende Weise angegeben:Der Grasvon Merode diente unter Ferdinand III. und hatte seinLager nie bei den Truppen, sondern allezeit in etwasabgelegenen Qertcrn, da er die Leute brandsckatzenkonnte. Daher heißt eigcntlick ein Merode-Brnder,der immer auf das Plündern und Placken ausgehet.

N Son-