Mani
Mani
Manu
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Manen (dic), der abgeschiedene Geist; oft kann man mitGeist schlechtweg dafür ausreichen. „Die Geister derErschlagnen." Claudius. Abbt hat Schattengestaltdafür gesagt: „Wenn sich Baylens Schattcngcstalt durchBeschwörungen hcrbeizaubern ließe."
Manie, die Tollheit, Verrücktheit; auch der Irrsinn.
Maniement (fpr. Maniemang), die Handhabung oderBehandlung, z. B. der Geschäfte; in der Sprache derMahler, die Führung, nämlich des Pinsels.
Manier, die Art und Weise. Mit guter Art st. mitguter Manier. Auch wenn von der Manier eines Künst-lers die Rede ist, kann man seine Art oder seine eigen-thümliche Art dafür sagen.
Manieren, in der Tonkunst, sind Verzierungen von man-cherlei Art, z. B. Triller, Vorschläge, Schleifer u.dergl. in Spiel und Gesang. Eschen bürg.
Manierirt, gesucht, geschroben, geziert, z. B. eine sol-che Schreibart, eine solche Art zu mahlen. Kant hatfolgende Erklärung davon gegeben, zu welcher jeneDeutschen Ausdrücke recht gut zu passen scheinen: „EineArt vonNachaffung der Eigenthümlichkeit ^Originalität),um sich ja vom Nachahmen so weit als möglich zu ent-fernen, ohne doch das Talent (die Gabe oder Geschick-lichkcit) zu besitzen, dabei zugleich musterhaft zu sein.Das Prangende (Preciöse), das Geschrobene und Affec-tirtc (Gezierte), um sich nur vom Gemeinen, aber oh-ne Geist, zu unterscheiden, sind dem Benehmen desje-nigen ähnlich, von dem man sagt, daß er sich sprechenhöre, oder welcher steht und geht, als ob er auf einerBühne wäre, um angegafft zu werden, welches manie-rirt heißt, und jederzeit einen Stümper verrath."
Manifest, sagt zwar an sich nicht mehr, als unser Be-kanntmachung oder öffentliche Erklärung. Allein manverbindet zugleich damit den Nebenbegriff, von einemMachthaber, Fürsten, Heerführer u. s. w. Wie? wennwir also (nach der Ähnlichkeit mit Machtspruch) Macht-rrklarung und Machtgebot dafür sagten. Ich habe denleyren Ausdruck in folgender Stelle des historischenBildcrbüchleins versucht:
Es vergeht
Ein Machkgcbot; darinnen stehtAuf Schilf, auf Pergament wol gar.
Geschrieben (und schon damahls warEin Machkgcbot auch immer wahr.)
In Kundmachung, welches Possclt dafür gebrauchthat, fehlt jener Ncbcnbcg/iff.
Manifestation, die Bekanntmachung, Kundmachung,Darlegung.
Manifestiren, anzeigen, kundthun, darlegen, offen-baren.
Manipulation, das Grabbeln oder Begrabbcln. N.D.Das letzte kennt zwar A d. nicht; aber es ist in unsererSchriftsprache doch nicht mehr fremd:
Die ihres Herren Schreibtisch nieBeschnüffeln und begrabbcln thät,sagte ich einmahl in einem scherzhaften Gedichte. Esist das Wiederholungswort von begricpen, begreifen;und ist bloß in der niedrigen oder scherzenden Schreib-art brauchbar.
Manipuliren, grabbeln oder begrabbcln. N.D. Bür-ger hat auch rabbeln.
Wenn ich hübsch traulich rabbleUnd hinterm Ohr ihm krabble.
Gerstncr, ein Sprachforscher in Schwaben, schlagtHandreiben dafür vor, und beruft sich auf die Achnlich-kcit mit handhaben und Handreichen.
Manoeuvre (fpr. Manöwer). Der allgemeine Begriff,den dis Wort bezeichnet, ist Handhabung, Verfahrenoder Verfahrungsart. Dann wird es aber besondersund zwar vornehmlich von der künstlichen Bewegung undLenkung der Kriegeshecre und der Schiffe gebraucht.Hier können wir Heerbewegung, Heerschwenkung,Heerschwung, und Schiffsbcwegung, Schiffslenkung,Schiffssckwcnkung dafür sagen.
Manoeuvriren, Heerbewegungen machen, Heer- oderSchiffsschwenkungen machen. Für: er manoeuvrir-te ihn aus seinem festen Lager glücklich heraus , könnteman sagen: er zwang ihn durch geschickte Heerschwcn-kungcn, sein festes Lager zu verlassen.
Man^uiren(fpr.mankiren), fehlen, unterlassen, crman-gelrp; auch wol so viel als umwerfen oderLan^uerottmachen. Ich werde nicht unterlassen (nicht ermangeln,nicht verfehlen), Ihnen zu schreiben. Er hat umgewor-fen, oder aufgehört zu bezahlen.
Mansarde, ein gebrochenes Dach, von dem Französi-schen Erfinder Mansard.
Manual, ein Handbuch. Bei den Kaufleuten sind Ma-
. nual, Memorial, Brouillon und Strazze , aufDeutsch, Kladde, gleichbedeutende Wörter. Bei derOrgel, wo es dem Pedal entgegen steht, bedeutet esdie sogenannten Claves , welche mit den Fingern ge-schlagen werden. Vielleicht ließe sich Fingerbrett dafürsagen. Kinderling hat Handspiel dafür angesetzt.Greifbrett schlägt Esch e n b u rg vor, und dieses scheintmir das Beste zu sein.
Manuduction, die Handleitung, Anleitung, Anweisung.
Manufactur. Eigentlich sollte unser Handwerk dafür ge-setzt werden können. Allein der Sprachgebrauch hat die-se Wörter unterschieden, indem unter Manufactur ei-ne Werkstatt, worin mehrere einerlei Handarbeit ver-richten, unter Handwerk hingegen die Kunst eines Hand-werkers verstanden wird. Für jenes kann man im All-gemeinen Gewerkhaus (nicht Werkhaus; denn dieseshat, wenigstens an einigen Orten, schon die Bedeutungdes Zuchthauses angenommen),'oder Gewerk schlecht-hin sagen; wenn aber von bestimmten Manufacturendie Rede ist, so können wir für jede insbesondere eine
beson-