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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
95
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Mala

Mali

Mali

Mane

Maladresse, die Ungeschicklichkeit, Unanstclligkeit.

Maladroit, welches man im Deutschen malladrett auszu-sprechcn pflegt, ungeschickt. Wir haben auch unanstel-lig dafür:Die Gelehrten sind gewöhnlich unanstelligeLeute," d. i. zu Geschäften ungeschickt, können zu kei-nem derselben mit gutem Erfolge angestellt werden. Bo-d e. Die Wörter anstellig und unanstellig, Anstclligkeitund Unanstelligkeit, die aus der Schweiz zu uns gekom-men sind, haben seit einiger Zeit viel Glück gemacht.

Mala fide, handeln, heißt, treulos, hinterlistig, bös-lich oder böser Absicht, wider besser Wissen und Ge-wissen, etwas thun. Malae fidei possessor, derunrechtmäßige -Besitzer.

Mal a propos (spr. malapropoh ), zur Unzeit, am un-rechten Orte, ungelegen.

Malcontent (spr. malcongtang), unzufrieden, mißver-gnügt. DicMaleontenten also, die Mißvergnügten.

Maledietion, der Fluch.

Maleiicant, der Missethäter, Verbrecher.

Maleficium, das Verbrechen.

Maletizperson, ein Verbrecher, oder eine Verbreche-rinn. Malefizsache, eine peinliche Sache. Malefiz-gericht, der Blutbann.

Malentendu (spr. Mafiangtangdü), das Mißverständniß.

Malheur (spr. Malöhr), das Unglück oder Mißgeschick.Zum Beweise, was für Wortmißgeburtcn aus der un-seligen Sprachvermischung oft entstehen, hört man sprach-unkundige Leute zuweilen, nicht etwa im Scherz, son-dern ganz ernsthaft sagen: es ist ein rechtes Unglücks-malheur ! Wie Chapeaubasfmt.

Malhonnet (spr. mallonctt), unedel, unanständig, un-gesittet, unredlich; mit einem Worte, schlecht. Eineschlechte Behandlung, ein schlechtes Betragen.

Malhonndtete (spr. Mallonett'teh), die Schlechtigkeit)das ehrlose Betragen, oder die Ehrlosigkeit.Um nichtso viele Schlechtigkeiten von seinen Bekannten und Freun-den ans Licht gebracht zu sehen." La v ater.Demübrigens das Gefühl seiner eigenen Schlechtigkeit drü-ckend genug sein muß." G ö t h c.

Malles (spr. Malihß'), die Bosheit, Arglist, der bos-hafte Streich.

Malieieux (spr. malißiöh, wofür man in Deutschlandmaliziös hört), boshaft, arglistig. Halt aus hatbösfindig dafür, welches aber in der neuern DeutschenSprache völlig unbekannt ist. Es ist übrigens nachdem Muster von spitzfindig gebildet.

Malignität, die Bösartigkeit. Stattdie MalignitätPublicum," wie neulich einer unserer crstenSchrift-fleller schrieb, können wir die Bösartigkeit der Welt(der Leute, der Lesewclt), oder die böse Welt sagen-.Zuweilen wird das Wort auch in so schwacher Bedeutunggenommen, daß unser Schalkheit dafür paßt.

Malitiosa desertio , in der Rechtsfprachc, die boslicheVerlassung, oder das bösliche Verlassen.

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Malleable» Für diejenige Eigenschaft der Metalle, wel-che durch dieses Französische Wort bezeichnet wird, fehl-te uns ein Ausdruck in unserer Sprache. Wir könntensie nur umschreibend andeuten: was sich hämmern oderschmieden läßt. Allein wer fühlt nicht in den meistenFällen das Schleppende dieser Umschreibung? Der Witzin Mirabeau's Urtheile über die Russen, wenn ersie, in Rücksicht auf die Wunder, die durch die Knutebei ihnen gewirkt werden, le peuple le plus mal-leable de lEurope nennt, ginge dabei ganz verlo-ren. Ich schlug daher hämmerbar dazu vor. Die Rus-sen, könnte man Mirabeau sagen lassen, sind unterden Völkern Europens das aller hämmerbarste. EinigeSchriftsteller, z. B. der Uebersetzer der Engt. Gesandt-schaftsreise nach China, haben dieses Wort angenom-men. Schmiedbar, welches Catel dafür angesetzthat, klingt mir härter.

Mal-propre (spr. mallpropcr), unsauber, unreinlich.

Malpropr'ete (spr. Mallpropertch), die Unreinlichkeit,Unsauberkeit.

Maltraitiren (spr. malträtiren), mißhandeln, übel be-gegnen.

Malversation, Veruntreuung, Unterschleif, ungetreueoder treulose Verwaltung.

Mal versiren, Unterschleif begehen, etwas veruntreuen.

Malum, das Uebel. Man versteht darunter irgend einkörperliches Gebrechen.

Mammon, der Reichthum, mit dem Nebenbegriffe ei-ner abgöttischen Liebe zu demselben. Um diesen Neben-begriss mit auszudrucken, könnte man Gold - oder Geld-göhe dafür sagen. Man kann nicht Gott und dem Geld-götzen zugleich dienen.

Mancando, in der Tonkunst, allmahlig abnehmend,hinschwindend. Eschenburg.

Manchette (spr. Mangschette), die Handkrause.

Mandarin, die Benennung der Hcrrscherlinge (Aristo-craten) ia China, oder diejenige Mittelklasse, welche,gleich- unserm Adel, zwischen dem Regenten und demVolke steht.

Mandat, Lat. Mandatum , i. ein Gebotsbrief, D. D.Sonst auch ein landesherrlicher Befehl, eine obrigkeit-liche oder landesherrliche Verordnung, eine Landes-verordnung ; auch die Vollmacht. Mandatum cum

- libera, uneingeschränkte Vollmacht; inhibito-rium, ein Verbot; > subreptitium, ein erschlie»chencr Befehl.- 2. Eine Anweisung. S. Assignat.

Mandatarius, ein Bevollmächtigter, ein Geschäftsver-weser. Mandatario nomiue oder qua Mandatarius,als Bevollmächtigter.

Mandragore , die Alraunwurzel, Zauberwurzel.

Manducation, das Essen. Im Französischen wird dasWort von dem Genusse des Abendmahls gebraucht,

Manege (spr. Manäg'), die Reitbahn.

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