Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
94
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Malt

Mait

Mala

94 Majo

Major, die letzte Silbe gedehnt; ein Titel beim Kriegs-wesen , bei welchem der seltene Fall eintritt, daß die-jenigen, welchen er zukommt, sich lieber auf Deutsch,Herr Dberstwachtmecher, anreden lassen.

Majora, die, die meisten Stimmen, oder, die Stim-menmehrheit; auch die Mehrheit, schlechtweg.

Majorat, das Vorzugsrecht des Aeltcsten in einer Fa-milie; das Aeltcstcnrecht.

Majorenn , mündig oder volljährig. Einige haben groß-jährig dakür c.nführen wollen; eine ungeschickte Zusam-mensetzung, die mit großmüthig, großherzig, groß-mächtig u.s. w. verglichen, keinen andern Sinn darbie-tet, als den: groß an Jahren oder der ein großes Jahrhat. Wenn übrigens Stutz die beiden Deutschen Wör-ter mündig und volljährig'mit dem Urtheile begleitet:So untadelhast auch diese Wörter sind, so ist doch derfremde Ausdruck im gemeinen Leben fast gangbarerso muß ich dabei anmerken: daß diS leider! von denallermeisten Sprachverunrcinigungcn gilt. Aber sollenund müssen sie deswegen beibehalten werden? Hal-taus hat auch selbmündig, selbwaltig und vogtbar (d.i. der über sich verfugen kann) für majorenn. ImVorbeigehen bemerke ich, daß auch er das harte st ausden Zusammensetzungen mit sielbst weglaßt.

Majorennitstt, die Mündigkeit, die Volljährigkeit.

Majorität, die Stiinmenmehrheit, oder die Mehrheitschlechtweg.

Mail 6 (spr. Mär'), in England und Frankreich eben das,was bei uns der Bürgermeister oder Bürgermeister(ehemahls auch der Stadtmeister) und in kleinern Let-tern Schultheiß ist; der Vorgesetzte der Bürger, die ersteobrigkeitliche Person in Städten, Flecken und Dörfern.

Maitre (spr. Mater), 1. der Lehrer oder Lehrmeister; indiesem Sinne wird es für Handwerksmeister, Sprach-lehrer, Zeichen- und Musikmeister genommen; 2. be-zeichnet es einen, der den andern in irgend einer Kunst,Wissenschaft, Kraft oder Gcschicklichkeit überlegen ist,wo wir Meister dafür zu sagen pflegen. Er ist meinMeister im Reiten, Fechten u.s.w. Z. Herr oder ge-bietender Herr, z. B. er befiehlt en Maitre, d. i. alsgebietender Herr. Die Bedeutung, die es in Petit-maitre hat, siehe unter diesem.

Maitresse (spr. Mäkrcss'). Dieses Wort hat eine dop-pelte , eine gute und eine schlimme Bedeutung. Eswird nämlich 1. für Gebieterinn oder Frau genommen.Allein das erste Wort ist für den gemeinen Gebrauchzu edel, und das andere könnte einen unangenehmenMißverstand erregen. Wenn z. B. der Bediente meineFrau sagt, so wissen wir nicht, ob er seine cigcneGat-tinn, oder die seines Herren meint. Für diese Bedeu-tung sollten wir das Wort Herrinn gebräuchlicher zumachen suchen, welches Ad. nur in den Zusammense-tzungen Freiherrinn, Kammerherrinn u.s. w. zu ken-nen scheint. Allein sowol älterer Sprachlehrer, z. B.

Schottet und Stieler, als auch einige unserer gu-ten neuern Schriftsteller, haben es auch ohne Zusam-mensetzung, als ein Wort für sich.Sie (die Seele)ist erhaben zur Herrscherinn über ihre Leidenschaften,zur Herrinn über Dürftigkeit, Schande, Armuth u. s.w." Bode. So auch Bürger:

Dem Bürschchen, rief Herr Walter stolz.

Das lies durch Koth und Moor,

Ziemt nichr der -Herrinn Schlasgemach.

Wir können also auch Herr und Herrinn, wie die La-teiner Herus und Hera ober Dominus unb Domina,die Franken Maitre und Maitresse, die EngländerMaster und Mistress u. s. w. sagen. Unter petiteMaitresse verstehen die Franzosen eine Stuherinn. 2.Bedeutet es eine uneheliche Beischläferinn, doch mitdem Ncbcnbcgriffe, daß dieselbe nicht, wie die Buhl-dirne (Fille de joie) , eine öffentliche Metze, sondernnur Einem Manne ergeben ist. Für diese Bedeutungdes Worts haben wir die mit Unrecht veralteten Aus-drücke, Kebsweib, Kebsfrau und Kebsdirne, die wirwieder gangbar zu machen suchen sollten. Auf demTitel eines neuern Romans, Eva Trottinn, wirdeine solche Person Nebengeliebte genannt; wogegen ichbemerken zu müssen glaubte, daß das eine in sittlicherRücksicht gar zu edle Benennung sei. S. Pille cie joie.E s ch e n b urg verwarf diesen Ausdruck aus einem an-dern Grunde:Maitresse würde durch Nebengeliebtenicht glücklich ausgedruckt werden. Gewöhnlich hört,wenigstens allmählich, die Frau auf, Geliebte zu sein;und bliebe sie es ja, so würde sie mehr die Nebenge-liebte, und die Maitresse die Hauptgeliebte heißenmüssen. Dazu kommt, daß auch unverheirathele Män-ner Maitressen hallen; und dann fiele jene Verdeut-schung vollends weg." V 0 ß hat Nebengattinn dafürgesagt, aber natürlich nur in Bezug auf einen verhei-rathclcn Mann:

Denn schon ward Arkas (auch diesesKränk der Juno das Herz) von der Nebcngat-

tinn gebohrcu.

Allein auch dieser Ausdruck ist für seinen Gegenstandzu edel. Ehemahls muß das jetzt so entehrend gewor-dene Wort Mehr eine unschuldige Bedeutung gehabt ha-ben ; wie sich aus folgender Stelle ergibt:Wie manspricht: mein holder Buhle, und, ich muß meinenBuhlen haben; welches vor Zeilen ehrlich eine Mehehieße, darum ein Geselle buhlet zur Ehe. Nun istS inandern Verstand gerathen. Luthers Werke T. VIII.Seite 59. Ien.

Maimsiren (spr. mätrisiren), beherrschen, herrisch be-handeln.

Malade, krank; am meisten wird es im Deutschen fürkränklich oder unvaß gebraucht.

Maladie, die Krankheit; im Deutschen aber gewöhnlichnur die Unpäßlichkeit oder Kränklichkeit.

Mala-