Majo
Magi
in einer wirklichen Verwandtschaft der Sprachen gegrün-det; nur auf jene, nicht auf diese, hat unsere Spra-che das nämliche Recht, was andere Sprachen daraufhaben; nur jene also, nicht diese, müssen um diesesGrundes willen beibehalten werden. Was nun dasWortMagaxin insbesondere betrifft, so würde ich, daes nichts abgezogenes und übersinnliches bezeichnet, undbeinahe schon in die Volkssprache übergegangen ist, mirdie Einbürgerung desselben gefallen lassen können, wennes nicht durch seine undeulsche Betonung unsere Sprach-ähnlichkeit beleidigte. Es hat nämlich, einer Hauptre-gel unserer Sprache zuwider, den Ton auf der letztenSilbe, welche nicht die Stammsilbe ist. Würde es nunin unserer Sprache ausgenommen und für ein echtdeuk-
• sches erklärt: so wäre dadurch zugleich die Form, nachder es gebildet ist, zu einer Deutschen geweiht, undallen ähnlichen, nach dieser Form gebildeten Wörter,z. B. Baldachin, Musselin , Ravclin u. s. w. müß-te dann ein gleiches Recht auf die Einbürgerung znge-ssanden werden. Eine der vorzüglichsten Eigenthümlich-fdlcn unserer Sprache wäre dann für immer aufgeho-ben. Um dieses, nicht dinbedeutenden Grundes willen,glaubte ich, auch dieses Wort hier unter die fremdensetzen und meine Landsleuke erinnern zu müssen, daß esnicht auf Deutschen Grund und Boden gewachsen sei,und daß wir seiner, sobald wir wollen, auch füglichentbehren können.
Magie, die Zauberkunst, die Zauberei; zuweilen auchi der Zauber. Durch den Zauber ihrer Reize.
Magier, war einst bei den Morgenländern so viel als einGelehrter, ein Weiser, besonders ein Sternkundiger.Jetzt verstehen wir einen Zauberer, oder Geheimkünst-ler, darunter.
Magisch. Dieses Beiwort können wir durch Zusammen-setzungen mit Zauber verdeutschen; z. B. Zauberkräfte,Zauderleuchte (f. magische Laterne), ZauberzeieHeiru. s. w.
Magister, Meister. ES wurde ursprünglich für Schul-oderLehrmeister (Magister scholae) gebraucht; jetztbezeichnet es in der Sprache der Hochschulen, einen Men-schen, der einigeJahre aufder hohen Schule zugebracht,darauf eine Art von Prüfung, die immer gut abläuft,ausgehalten, dann über einen beliebigen Stoff ein paarBlätter entweder selbstgeschrieben hat oder für Geld undgute Worte von einem andern hat schreiben lassen, hier-nächst den Inhalt dieses Schriftchens öffentlich entwederselbst oder durch einen seiner Lehrer, aber in beidenFällen nur unter der Bedingung vertheidiget hat, daßer an Ende immer Recht behalte, endlich für sein baa-res Geld von der gelehrten Zunft zum Meister geschaf-fen wurde, und diese Schöpfung durch einen den Alt-meistern und denen, welche die Posse mitgespielt hatten,gegebenen Ehrenschmaus bestätigte und verherrlichte. Seiteiniger Zeit schämen die so entstandenen Meister sich die-
ses so theuer erworbenen Titels, und nennen sichOoe-tcr, d. i. Lehrer.
Magistrat, 1. die Obrigkeit überhaupt; 2. die Stadt-obrigket. Magistraten-, das obrigkeitliche Amt.
Magna Charta, der große Freiheitsbrief oder die großeFreiheits-urkunde, die (jetzt untergrabene) Grundlageder (ehemahls) freien Brittischen Verfassung.
Maguaninr (spr. mannjanihm), nicht großmüthig, denndieses antwortet dem genereux; sondern großherzigeDieses deutet auf Liebe, Entschlossenheit und Muth zuallem Guten, jenes auf Besiegung und Unterdrückungeigennütziger Leidenschaften. „Großherzig und kühn."K ö se g a r t e n.
Magnaninmät (spr. Mannjanimität), Großherzigkeit;so wie großherzig für magnanim. S. dieses.
Magnaten, die Großen des Reichs.
Magnificenz, Franz.Magnificence(spr. Manjifißangs'),die Pracht, Herrlichkeit. AIs Titel gehört das Wortnicht hieher.
Magniiique (spr« manjifihk); prächtig, prachtvoll, herr-lich.
Mahometismus. S. Muhamcdanismus.
Mai, der Wiesenmonat (Wumumouath). Karl derGroße. Aus diesem Namen Hat n.an in der Folge,weil man die Herleitung vonVfuun, Wiese, verkann-te, Wonnemonat gemacht; ein schöner Name, der ei-nes so schönen Monats allerdings würdig ist. Jenealldeutsche Benennung aber bedeutet Wiesenmonat, undantwortet dem Prairial der Franzpsen. S. Göthe'nsVersuch einer Historie der Nieders. Bibeln. S. 257.Man sehe übrigens über die Verdeutschung der Monats-namen den Artikel April.
Majestät; überhaupt die Würde, Hoheit; und insbe-sondere die Kvnigswürde. So z. B. in Bürgers Lie-de , die Tode überschrieben:
Für blanke Majestät, und weiter nichts, zu bluten.Wer das für groß, für schön und rührend hält,
der irrt.
Als Titel der gekrönten Häupter liegt dieses Wort aus-serhalb unsers Gesichtskreises; indeß verdient hier dochwol angemerkt zu werden, daß dieRussen, derAbstam-mung von magnus gemäß, die Großheit, Welit-schestwo, dafür sagen; dahingegen in der goldenenBulle (zum Beweise, daß der Deutsche, wenn es aufTitel ankommt, den Mund nie voll genug nehmen zukönnen glaubte) die Allmachtigkeit dafür vorkommt.„Die geletzte Allmächtigkeit," für, die beleidigte Ma-jestät.
Mainteniren (svr. mangteniren), behaupten, erhaltenund schützen. Ich will das nicht behaupten. Er suchtdie eingeführten Gebräuche zu erhalten. Der Fürst ver-sprach, sie bei allen ihren Rechten zu schützen. -
Major, die erste Silbe gedehnt, in der Denkkunst, derObersatz in einem Vernunftschluffe.
M Z Major -
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