Miice
Märt
Mart
y2
]\läoenas oder Mäcen , Minister des Augusts, HorazensGönner. Dieser Name ist, für Gönner oder Brschü-zer der Gelehrten, so häufig gebraucht, oder vielmehrgemißbraucht worden, daß gute Schriftsteller sich sei-ner jetzt enthalten.
Mäiiade, eine Priesterinn des Bachus.
Märtyrer. Als ich in meinen frühern Versuchen vor-schlug, dieses halbgrichischcWort dadurch, daß man cS,der gewöhnlichen Aussprache gemäß, Martcrer schriebe,in ein Deutsches zu verwandeln, hatte ich noch nichtbemerkt, daß schon Ad. eben diesen Vorschlag, nichtbloß gethan, sondern auch in seinem Wörterbuche (S.Märterer) bereits vollführt hatte. Selbst Gottschedhat, wie Hepnatz anmerkt, die Umänderung jenesGrichischen Worts für nöthig gehalten, und in der Lob-schrift aufWo l s es in Martrcr verwandelt. Die Grün-de, welche uns zu dieser kleinen Abänderung berechti-gen, sind: i. daß im Sprechen jedermann ein e, nie-mand ein i oder y hören läßt; 2. daß wir in Marterund martern eben diese Verwandlung des y in e schonlangst allgemein angenommen haben; und 3 . daß, derallgemeinen Aussprache gemäß, die zweite Silbe diesesWorts kurz ist, da doch das Grichische y im Deutscheneine lange Silbe macht. Dagegen wandte Eb clin gin einer Beurtheilung meiner Preisschrift in der N.Hamb. Zeitung ein: daß Märterer schon in einem an-dern Sinne, nämlich für den Marternden oder Marterverursachenden üblich sei; und daß man daher denMar-tcrlcidendcn, um ihn von jenem zu unterscheiden, den-
- noch Märtyrer, und nicht Marteret, nennen müsse.Mir war dieser Sprachgebrauch gänzlich unbekannt; einBeweis, daß er doch wol nicht sehr gemein sein kann,und erst beim Nachschlagen lernte ich von Ad., daß daSWort Martcrer in dieser Bedeutung, wiewol nur sel-ten und nur im gemeinen Leben (nicht in guten Schrif-ten) wirklich vorkomme. Eben dieses finde ich auch inStielcrs Sprachschatze. Dieser führt Marteret fürMartyr oder Gonfessor auf; und wenn er gleich,als eine zweite Bedeutung des Worts hinzusetzt: it.carnifex, tortor, so verwirft er doch diesen Gebrauchdes Worts, indem er fortfährt: qui tarnen frequen-tius dicuntur Matterer. Ich halte diesen seltenen Ge-brauch für Mißbrauch. Den Marternden oder Quälersollte man Märterer, so wie man im N. D. Martelervon marteln, für den Sclbstquälcr oder Heautonti-morumenos hört. Frischhat die beiden Wörter (aberohne Grund, so viel ich sehen kann) umgekehrt unter-schieden, indem er Marteret für den Gequälten, Mär-tyrer hingegen für den Quäler ansetzt. Vielleicht aber,daß hier ein Druckfehler obwaltet, wodurch die beidenWörter verwechselt wurden. Für Märterer, in allge-meiner Bedeutung, haben wir auch Dulder, und inchristlichem Sinne genommen, Blutzeuge und Glau-benszeuge.
Maga
Martyrologiuin , Geschichte der Märterer, Marterbuchoder Martererbuch. K i n d e r l i n g.
Magazin, ein Norrathshaus, oder wenn es nur in ei-nem Zimmer, Schranke oder (wie bei Wagen) in ei-nem Kasten besteht, Vorrathszimmer, Vorrarhs schrank,Vorrathskasteu. Als Buchtitel gebraucht, habe ichSaminelschrift dafür vorgeschlagen, welches Heynatzim Anlibarbarus gebilligct hat. Stutz wendet gegenjede Verdeutschung dieses Wortes Folgendes ein : „Nachmeinem Urtheile würde ich dieses Wort nicht zu den ver-werflichen zählen. Hat ein Wort nur einigermaßenDeutsche Kleidung und Biegsamkeit, so sollte man esbillig seines fremden Ursprungs wegen nicht tadeln. Ab-sicht der Deutschen ist es doch nicht, und vielleicht wärees auch nicht rathsam, sie alle zu vertilgen ; weil da-durch die Kennzeichen der Verwandtschaft mit andernSprachen verlöschen würden." Ich habe hierauf geant-wortet: 1. daß, wie in meiner Abhandlung gezeigt mor-den ist, nicht alle unsere Verdeutschungen gerade dieAbsicht haben oder haben sollen, die bisher üblichenfremd-artigen Wörter zu verdrängen ; sondern daß sievielmehr oft bloß darauf abzwcckcn, für die verschiede-nen Schrcib-arten— die erhabene, edle, ernste, su.crz-haste und niedrige-—> so wie für die verschiedenen Sil-benmaße, verschiedene, den jedesmahligen Fällen ange-messene Ausdrücke darzubieten. DcrKanzelrcdner z. B.würde, glaube ich, wenn er von Josephs Staatsver-waltung in Egpptcn redete, Bedenken tragen, zu sa-gen: er habe Magazine angelegt; aber Vvrrathshäu-ser wird er ohne Ansioß nennen. 2. Daß das Urtheil:„hat ein Wort nur einigermaßen Deutsche Kleidung u.,s.w." doch wirklich gar zu unbestimmt und gar zu nachgie-big sei, und zur Beschönigung der allermeisten Sprach-vcruureinigungcn gemißbraucht werden könnte. Denndas könnte sogar auch dahin gedeutet werden, daß esgenug sei, ein fremdes Wort nur mit Deutschen Buch-staben zu schreiben, und ihm allenfalls, damit es bieg-sam würde, eine Deutsche Endung anzuhangen, um eszu einem Deutschen zu machen; welches der Vers. dochnicht zu erkennen geben wollte. 3. Daß eS freilich dieAbsicht dcrDeukschen nicht sei, alles urssrünglich Frem-de aus unserer Sprache zu vertilgen (ich habe in mei-ner Abhandlung gezeigt, warum dis weder thuulich, nochrathsam sein würde), daß aber der Grund, den Stutzdavon angibt: „Weil dadurch die Kennzeichen der Ver-wandtschaft mit andern Sprachen verlöschen würden,"gar nicht zu passen scheine. Dieser Grund kann nurvon solchen Wörtern gelten, die unsere Sprache ur-sprünglich (d. i. so weit wir jetzt ihrem Ursprünge nach-zuspüren noch im Stande sind) mit andern Sprachengemein hatte, wie z. B. von den Wörtern Nase, Ohr,Auge u. s. w.: nicht aber von solchen, die wir ancr-kanntlich erst in neuern Zeiten aus andern Sprachen er-borgt oder erbettelt haben. Nur jene, nicht diese, sind