Liier
Lucu
Lumi
89
Lucrireii, erwerben, gewinnen. Logau hat vorthelndafür:
Bürger sind Füchse zum Schmeicheln und Schmie-gen,
Vortheln, Berücken, Finanzen und Lügen.Vielleicht hat er aber vortheln auch hier für übcrvor«theilen oder übersetzen genommen, wie in folgendemSinngedichte:
Wer inr Geringen bübelt, wo man nicht viel ge-winnt ,
Wird mehr in Sachen vortheln, die mehr genieß-
lich sind.
Ich würde dieses Wort lieber für rentiren oderVortheile abwerfen gebrauchen, und z. B. sagen: erunternahm einen Handel, der nicht sehr vorthelte.
Lucrum, der Gewinn, Vortheil.
Lucrum cessans , der Verlust oder die Einbuße des Ge-winns , entgegengesetzt dem eigentlichen Schaden, dam-no; also der entzogene Gewinn. Ich glaubte ehemahlsUngewinn dafür sagen zu dürfen; allein es wurdendieser, und der von andern in Vorschlag gebrachtenVerdeutschung durch Nichtgewinn, in den Beitragenzur weitern Ausbild. der Deutsch. Sprache von deinPros Löwe folgende Einwürfe entgegengesetzt: „Manhat schon längst bemerkt, daß ein mit un zusammen-gesetzter Ausdruck weit mehr verneint, als derselbe Aus-druck mit nicht zusammengesetzt. Nicht bezeichnet bloßein Zero, un aber ein Minus. Wer nicht artig ist,d. h. die in der feinern Welt eingeführten feinern Höf-lichkeitsregeln nicht beobachtet, ist darum noch nicht un-artig, welches nur derjenige ist, der auch gegen dienatürlichen Höflichkeitsregeln, gegen die Achtung ver-stößt, die jeder Mensch dem andern, als Mensch, schul-dig ist. So ist auch der noch nicht unglücklich, dernicht glücklich ist. d. h. den das Glück begünstiget.Aber auch selbst' Nichtgewinn würde zu viel sagen. EinNichtgewinn ist eigentlich ein solcher wirklich erlang-ter Gewinn, durch dessen Erlangung auf der andernSeite gerade eben so viel. wieder verloren geht. Wennjemand z. B. durch eine Reise 100 Nthlr. gewinnt, da-für aber durch seine Abwesenheit von seinem Vermö-gen 100 Rthlr. verliert: so ist jener Gewinn in Grun-de ein Nichtgewinn. Ein Ungewinn ist aber ein sol-cher Gewinn, durch dessen Erlangung ein verhältniß-mäßig größerer Schaden entstanden ist, wie wenn je-mand durch eine äußerst mühsame Arbeit eine großeSumme Geldes verdiente, dadurch aber seiner Gesund-heit auf immer verlustig ginge. So ist auch ein Gewinnan äußerer Glückseligkeit bei dem dadurch bewirktenVerluste an innerer Seelenruhe, nicht nur ein Nicht-gcwinn, sondern ein wahrer Ungewinn. Da nun aberbei einem bloßen Lucrum cessans kein wahres Dam-num ist, so kann es auch kein Ungewinn genannt wer-2. Land.
den; sondern da der Verlust bloß ein Verlust am Ge-winste ist: so ist es ein Gewinst-verlust, so wie einGeldverlust ein solcher ist, wo der Verlust an Gelde ge-schiebt. — Sollte man Gewinst-verlust darum verwer-fen wollen, weil die zusammengesetzten Theile einanderaufzuheben scheinen, und also die Zusammensetzung et-was sonderbar klingt: so könnte man auch Gewinns-Mangel dafür vorschlagen/''
Indem ich die Richtigkeit der Gründe wider Unge«winn nnd Nichtgewinn anerkannte, wandte ich gegendie letzten beiden Borschläge ein: i. daß Gcwinstver-lust schon seiner unausstehlichen Härte wegen verwerf-lich sei; und 2. daß, so wie Ungewinn zu viel, Nicht-gewinn aber etwas anders, als Lucrum cessans ,sage, Gcwinnsmangel nicht genug zu sagen scheine.Bei diesem letzten Ausdrucke kann man nämlich nur anMangel oder Abwesenheit des Gcwinnstes denken; beiLucrum cessans hingegen denken wir an einen (we-nigstens in der Vorstellung oder in der zuversichtlichenErwartung) schon daseienden Gewinn, der aber nunverloren geht. Hier wird also der Gewinn als eftvasschon erworbenes, aber nun wieder einzubüßendes, dorthingegen als etwas, dessen Dasein bloß verneint wird,betrachtet. Aus diesem Grunde glaubte ich, daß derauszudruckende Begriff durch Gewinns-einbustc oderGewinstes-einbuße genauer bezeichnet werden dürfte.Daß hiebe, der Gewinn als schon vorhanden gedachtwird, scheint dem Ausdrucke nicht zum Vorwürfe, son-dern zur Empfehlung zu gereichen; denn wir klagen ja.wenn wir Ersatz für Lucrum cessans verlangen, daßman uns eines Gewinstes beraubt habe; der also auch,in unserer Vorstellung oder Erwartung nämlich, schonda sein mußte, weil er sonst nicht, hätte geraubt wer-den können. — Rüdiger hat entzogener Vortheildafür gesagt. „Der Ersatz des mittelbaren Schadens(ckamni emergentis) und der entzogenen Vortheile (lu-cri cessantis)."
Lucubratiou , das Nachtsitzen, Nachtwachen, Nacht-arbeiten.
Lucubriren, zu Nacht arbeiten.
Ludimagister, ein Schulmeister.
Lugubre (spr. lügüber), traurig, düster.
Lumen, oder lumen mundi, ein Licht der Welt, einWcltlicht; int Spott, Weltleuchter.
Lumieres (spr. Lümiär'), die Einsichten. Für Kommede lumieres, können wir ein Mann von Einsichten,oder auch ein einsichtiger Mann sagen. A d. will dieseseinsichtig zwar nur im gemeinen Leben gelten lassen.Aber da es vollkommen sprachrichtig gebildet, und vonEinsicht, wie nachsichtig, vorsichtig und kurzsichtig vonNachsicht, Vorsicht und Kurzsicht, abgeleitet ist: sosehe ich nicht ein, warum es nicht auch in der Schrift-sprache gelten soll. „Sie und andere einsichtige Lesermögen prüfen." Rüdiger. Auch können wir seiner nicht
M entbcb-