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2 (1808) F - Z
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Lott

Lucr

Logi Lorg

ßenlchre eine Rechenwissenschaft und eine Rechenkunst,eine Meßwissenschaft und eine Meßkunst. Desgleichenbegreift die Sprachlehre eine Sprachwissenschaft undeine Sprachkunst; jene schließt die Lehre von den Rc-dethcilen und ihrer Ncrbindnng; diese die Lehre vomStil oder Vorkrage in sich. Eben so gibts in der Ton-lehre eine Tonwissenschast und eine Tonkunst u. s. w."Ich finde nun diese Bemerkungen zwar gegründet; al-lein da Vernunftwisscnschaft sich doch besser zu einerBenennung der gcsammten Philosophie, als der bloßenLogik zu eignen scheint: so schlage ich für diese letzteden Namen Denklehre vor.; welche denn ihrem wissen-schaftlichen Theile nach eine Denkwissenschast, und ih-rem ausübenden Theile nach eine Denkkunst sein wür-de. Diese Benennung scheint auch auf die von Kant'engegebene Erklärung der Logic vollkommen zu passen:Eine Wissenschaft der Verstandcsregcln überhaupt."Vcrstandesrcgeln sind doch nichts anders als diejenigenRegeln, nach welchen wir denken; folglich ist die Wis-senschaft dieser Regeln auch nichts anders, als eineDenklehre. (Denkwisscnschaft und Denkkunst). Catelhat Denkkunst aufgenommen, und ihm Vernunftkunstbeigefügt. Das erste scheint bezeichnender zu sein.

Logikei'; der gebräuchliche Deutsche Name ist Vernunft-lehrer; ich glaube aber, daß man ihn paßlicher Denk-lehrer nennen würde. S. Logic.

Logiren (spr. lvgiren), i. wohnen; 2. bei sich wohnenlassen, oder Wohnung geben.

Logis (fpr. Logih), die Wohnung, Behausung.

Logis eil. Wenn die Gründe, die ich oben unter Aesthe-tiscli vorgetragen habe, die Aufnahme des uns in sovielen Fällen unentbehrlichen Beiworts lehrig bewirkenkönnten; und wenn der Name Denklehre für Logicbeliebt würde: so könnte man für logiscli denklehrigsagen.

Logogryph oder Logogriph, ein Wortrachsel, oderBuchstabenrathsel. Letztes hat Catel.

Logomaehie, ein Wortstreit. Weil bei einem solchenStreite am Ende nichts herauszukommen pflegt, so hatihn Kant ungemein passend Bockmelkerei genannt.

Lombard, das Leihhaus, die Leihe- oder Lehnbank.

Longanimitiit, die Langmuth.

Longitudo, in der Erdbeschreib., die Lange, d. i. dieEntfernung vom ersten Mittagskreise (Meridian).

Loquaci tät, die Schwatzhaftigkeit, Redseligkeit.

Lorgnette (spr. Lorujctt'), ein Fernglas überhaupt, odergenauer, ein Taschensernglas. Da man sich diesesWerkzeuges vornehmlich im Schauspielhause zu bedie-nen pflegt: so haben einige die Benennung Dpernku-ckcr dafür versucht, wofür man allgemeiner Kuckerschlechtweg sagen könnte. Kinderling sagt: daß einvierjähriges Kind den guten Ausdruck Taschenauge da-für gebildet habe. Ich schreibe übrigens absichtlich Ku-

cker, nicht Gucker; weil die gute Aussprache nur je-nes, nicht dieses, hören läßt.

Lotterie. Hcynatz hat Glücksspiel dafür angesetzt; al-lein das ist die allgemeine Benennung aller Hazard-spicle. Wollen wir etwa Loosspicl oder Loosungsspieldafür sagen? Dann hätten wir Klassen- und Zahlen-loosspiele. Wollte Gott, wir hätten beide nicht! Daaber dieser fromme Wunsch in den nächsten fünfzig Jah-ren wol schwerlich in Erfüllung gehen wird angese-hen, daß sogar die neuen Freistaaten zu dieser drücken-desten unter allen Auflagen zurückgekehrt sind undZahlenloosspiel ein gar zu schwerfälliges Wort gibt:so schlage ich die kürzern, Zahlenloosung und Klassen-loosung, vor.

Lotto, die Zahlenloosung. S. Lotterie.

Loupe (spr. Luhp'), ein Handvergrößerungsglas. Such-glas, welches Vollbeding dafür angesetzt hat, gibtdiesem Werkzeuge eine zu eingeschränkte Bestimmung.

Loui'e, ein ehedem bei den Franzosen übliches Tanzflückvon ernster und langsamer Bewegung. Eschenburg.

Loxodrornie, in der Schifffahrt,diejenige Linie, wel-che ein Schiff in der See beschreibt, wenn es beständignach einer Nebengegcnd zufährt." Jacobssv n. Ca-tel hat Schieflaus dafür angesetzt.

Loyal, 1, rechtmäßig; 2. treu, rehlich, bieder, treu-gesinnt.

Loyalisten. Diese Benennung kain in dem Nord-ame-rikanischen Kriege für diejenigen auf, welche der könig-lichen Sache ergeben blieben, und welche sich gleichwolschämten, Royalisten oder Anhänger des Königes zuheißen. Man hätte auf Deutsch die Getreuen oder Treu-gesinnten dafür sagen können.

Lucanie, ein Dachfenster.

Lucerne, ein bekanntes Fulterkraut, auf Deutsch Schnek»kcnklee.

Lucida intervalla, helle yder lichte Zwischenzeiten; auchgute oder helle Schauer. So Lessing:

Star hat wol manchen guten Schauer;

Wär' Eselstrab auch nur von Dauer.

Moses Mendelssohn nannte die Lucida inter-valla eines Schriftstellers in folgendem Sinngedichteauf Helvetius Werk De Jesprit ein Wetterleuchtendes Verstandes:

Die Eigenschaften dieses BandesSind Witz, Geschmack, viel Fantasei,

Französische Sophisterei,

Und Wetterleuchten des Verstandes.

Lucifer, der Morgenstern. Seltsam, daß man diesenschönen Namen (der Lichtbringer) auch auf den Teufel,für den er doch so ganz nicht paßt, übergetragen hat!Wenn man ihn noch Obscurant, Nachtverbreiter, ge-nannt hätte!

Lucrativ, einträglich, ergiebig.

Lucri-