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2 (1808) F - Z
Entstehung
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Lid

Limo

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nist zu predigen; 2.. insbesondere in den schönen Kün-sten, die Freiheit, die dem Künstler zusteht, sich wis-sentlich etwas fehlerhaftes zu erlauben, um durch das-selbe eine höhere Schönheit zu bewirken, z. B. Licen-tia poetica, die dichterische -Freiheit, oder die Dich-terfrecheit. 3. Ausgelassenheit, Ungebundenheit,-gellostgkeit. Diese Bedeutung hat das Wort, wennvon. einer Licenz in der Aufführung und den Sittendie Rede ist,

Licitant, ein (bei einer Versteigerung) Bietender.

Lieitation, 1. das Bieten; 2. die Versteigerung.

Limiten, 1. auf etwas bieten; 2. versteigern; im £>.D. verganten. Dic R. a. meistbietend verkaufen ist wi-dersinnig; sie muß dem Meistbietenden verkaufen lauten.

Lidtum, 1. was erlaubt ist, das Erlaubte; 2. ein Ge-bot bei Versteigerungen.Im gemeinen Leben, sagtStutz, ist das fremde Wort entbehrlich; in der ge-richtlichen Sprache muß es wol beibehalten werden."Ich frage: warum? Versteht man sich im gemeinen Le-ben, wen» man Deutsche Wörter, statt der fremden,gebraucht: so ist nicht abzusehen, warum bei gerichtli-chen Verhandlungen dis nicht auch der Fall sein sollte.Ist dis aber, so verdient das Fremde hier noch eher,als dort, ausgemärzt zu werden, hier, wo es geradeam allernölhigstcn ist, , daß man sich allgemeinverständ-licher Ausdrücke bediene und diejenigen vermeide, diedem Deutschen, als Deutschen, fremd und unverständ-lich sind.

Lieutenant, von den Deutschen Leutenant ausgespro-chen. Wenn es je dahin kommen sollte, daß unsereFürsten Deutsche Amtsnamen, statt der fremden, ein-zuführen beliebten: so würde, man das £>. D. Unter-Hauptmann vielleicht für Lieutenant passend finden.

Ligament, in der Arzeneikunst, das Band; bestimmter,das Gliederband. Kinderling.

Ligatur, in der Tonkunst, die Bindung, Fortdehnungder Noten, die von Einem Takt in den andern übergeht.Ligato , gebunden. E schenburg.

Ligiten, in der Fechtkunst, auswindcn, nämlich daSGewehr des Gegners auS der Hand desselben. Sieheauch Legten.

Ligue (spr. Ligc), 1. das Bündniß, und 2. die Ver-bündeten.

Ligustrum, in der Pflanzenlchre, Hartriegel, Rhein-weide.

Lilas (fpr. Lila), der Spanische Flieder oder Holunder.Im Deutschen gebraucht man dieses Wort bloß die Far-be der Blüthe dieses Gesträuchs damit zu bezeichnen/also für Spanische Fliederblüthenfarbc.

Limitation, die Einschränkung oder Beschränkung.

Limitativ, einschränkend, beschrankend, z. B. eine sol-

, d)C Bedingung.

Limitiren, einschränken oder beschranken.

Limonade, Zitronenwasser.

Linea, dic Linie;adscen dentium, die. aufsteigen-de ; descendentium , die absteigende; collate-ralis, die Seitenlinie. Das Wort Linie ist zwar ausdem Lateinischen gebildet, aber eingebürgert. Sonst kannman freilich auch bald Strich bald Zug dafür sagen.Linie, in der Tonkunst, die Notenzeile." Esch en-si urg.

Lineamente, Züge, bestimmter, Gesichtszüge, Hand-züge, wofür man auch Handlinien sagen könnte.

Lineal", Richtscheit. Kinderling hat Richtstab, Ge-radstab und Schlichthol; dafür vorgeschlagen; alleinRichtscheit ist, wenigstens in der Sprache der. Hand-werker, schon üblich; wird auch, wie Burja bemerkthat, in alteren meßkünstlcrischen Schriften gefunden;durch Stab hingegen wird das Werkzeug, wovon dieRede ist, nicht gut bezeichnet; Schlichtholz aber könn-' te (nach der Aehnlichkcit mit Schlichthobel, Schlicht-feile, Schlichtstahl u. s. w.) eher ein Werkzeug zumSchlichten oder Glattmachen bedeuten.

Linguist, ein Sprachenkenner, Sprachgelehrter.

Linken oder lineiren, Linien ziehen. Für: ein BlattUnedlen, könnte man es belinien sagen. Das Sach-wort Linie kann man freilich für eingebürgert halten;allein die Folge, welche Stutz daraus zieht:daßman dieserwegcn auch das Zeitwort liniren unter dirDeutschen zählen müsse," kann ich eben so wenig un-terschreiben, als ich diesem Sprachforscher einräumenkann, was er hierbei zu weiterer Rechtfertigung an-führt^daß halbiren, stolziren und einige ähnlicheZwitterwörter dieser Art, in welchen die fremde Endungireu einem Deutschen.Worte angehängt ist, Deutschsind." Halbiren und stolziren lauteten ursprünglichhalben und stolzen (oder stölzen, wie Ad. aus demDasypodius anführt). Daraus bildete man in dembarbarischen Mittel-alter die Lateinisch feinfollcnden lial-bare und stolzare, und leitete aus diesen wiederumdie halbdeutschen lialbiren und stolziren her. Beidenmuß die Aufnahme in unsere Sprache, solange wir fürdie Sprach-ähnlichkeit noch einige Achtung haben, unbe-dingt versagt werden. S. beide an ihren^Drle.

Liqueur (spr. Liköhr), gebranntes Wasser. Vielleicht wä-re es nicht , zu kühn, Geistwasser dafür zu sagen, dawir Geist, in Weingeist u. s. w. in diesem Sinne zugebrauchen schon gewohnt sind.

Liquid, klar, erwiesen oder belegt, z.B. eine solche Rech-nung, oder Foderung.

Liquidation,- die Klarmachung oder das Klarmacheneiner Rechnung durch Untersuchung, Beurtheilung oderDarthuung ihrer Richtigkeit. Man liest schon oft in öf-fentlichen Vorladungen, daß z. B. Gläubiger aufgefo-dert werden , zur Angabe und Klarmachung (ad decla-randum et liquidandum) ihrer Foderungeu zu er-scheinen.

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