leger und die Lateiner ihr levis) auch uneigentlich fürleichtfertig. „Eine leichte Dirne, (eine lichte Deren),"sagt man.
Legerement (spr. lcgar'mang), leicht, leichtsinnig,flüchtig.
Legerite (spr. Legäriteh), die Leichtigkeit, Flüchtigkeit,Leichtfertigkeit, der Leichtsinn. >—Uebrigens muß un-ser Leichtsinn nicht mit leichter Sinn verwechselt wer-den. Das eine ist ein Fehler, das andere etwas wün-schenswerthes. Man könnte den Unterschied zwischen bei-den eben so angeben, wie G ö t h e und Schiller (inden Lernen) den zwischen Schöngeist und schöner Geistbezeichnet haben:
Nur das Leichtere trägt auf leichten Schultern derLeichtsinn;
Aber der leichte Sinn tragt das Gewichtige leicht.
Legion. In den meisten Fällen können wir füglichSchaar dafür sagen: „Jetzt können wir es mit einerganzen Schaar dieser Armseligen aufnehmen." Ro b in-so n, sechste Ausgabe. In den frühern Ausgaben standhier Legion. Für: ihre Zahl heißt Legion , könnenwir sagen: ihre Menge ist unzählbar. Wenn von Rö-mischen Legionen die Rede ist, so mag man das frem-de Wort, wenn man will, als einen Eigennamen bei-behalten; ungeachtet ich in der That keine erheblicheUrsachesehe, die den Geschichtschreiber hindern könnte,auch hier das Deutsche Wort Schaar zu gebrauchen,angenommen, daß er Anfangs das fremde Wort inKlammern danebensetzte.
Legiren, 1. an Neben - oder Seiten-crben vermachen,Nebenvermächtnisse machen; 2. beim Münzwescn, ed-les Metall mit unedlerem versetzen, wofür man auch denDeutschen Kunst-ausdruck, beschicken, hat. In dieserBedeutung stammt das Wort entweder von dem Jtal.Legn, Gesetz, her, weil diese Versetzung oder Beschi-ckung nicht willkührlich, sondern nach einem Gesetze ge-schieht, wodurch das Verhältniß der Metall-arten be-stimmt wird, oder von dem Zeitworte ligare, binden,verbinden, weil das schlechtere Metall mit dem bessernverbunden wird. Auch hört man eben so oft ligiren ,als legiren sprechen. Beide werden auch oft als Kunst-wort der Fechter verwechselt. S. Ligiren. Wahrschein-lich sind beide Abstammungen, jenachdem man legirenoder ligiren spricht, gegründet. Ad. fügt diesen Ver-leitungen die Muthmaßung bei: daß vielleicht der Be-griff des Falschen oder Unechten, der Stammbegriff sei,und daß das Wort ursprünglich von lau, lee, oder leg,falsch, schlimm, böse, herkomme. Diese Vermuthungscheint mir aber theils etwas gezwungen, theils auch des-wegen nicht wahrscheinlich zu sein, weil die ältern Deut-schen Kunstwörter, nicht aus der N. D., sondern ausder O. D. Mund-art entlehnt zu sein pflegen; und weilim Franz, allier, verbinden (ligare) dafür gebrauchtwird.
Leguung, das Versehen oder Beschicken der Metalle.S. Legiren.
Legislation, die Gesetzgebung.
Legislatur, die gesetzgebende Versammlung, der gesetz-gebende Körper. Man sagt z. B. während der zweitenLegislatur, und versteht darunter: zur Zeit der zwei-ten gesetzgebenden Versammlung.
Legitim, gesetzmäßig, rechtmäßig; echt und ehelich; z.B. ein solckeö Kind.
Legitima, derjenige Theil der Erbschaft, welcher Kin-dern und Eltern nach dem Gesetze zufallen muß. Wirhaben Pflichttheil und Kindestheil d^'ür. Legitimaacquisitio, die rechtmäßige Erweich..ug; — caussa,eine rechtmäßige Ursache; —> possessio , der recht-mäßige Besip. Legitimum impedimentum, einegesetzmäßige Verhinderung.
Legitimation, dic Echtigung (S. Legitimiren), dieGültigmachung, oder das Echtigcn, das Gültig-machen.
Legitime, gesetzmäßig.
Legitunken, 1. für echt erklären, wofür man im N. D,das gute Wort cchtigen hat. Ein uneheliches Kind cch-tigen. S. Brcm. N. D. Wörterbuch. Dieses Wort ver-dient in die allgemeine Schriftsprache der Deutschenaufgenommen zu werden. 2. Mit sich verbunden, seineVollmacht vorweisen, sein Recht erweisen, wofür manauch sich beglaubigen sagen könnte.
Leibeseonstitution, der Körperbau, die Körperverfas»sung, die Leibesbeschaffenheit.
Lemma, 1. ein aus einer andern Wissenschaft zu seinergegenwärtigen Absicht entlehnter oder zu Hülfe genom-mener Satz; also ein Lehnsatz oder Hülsssatz. 2. EineUeberschnft. So gebrauchte es z. B. Martial:
Lemmata si quaeris cur sint adscripta, docebo:Vt, si malueris, lemmata sola legas.
Lenitiv, ein Linderungsmittel.
Lento, ein geringerer Grad des Langsamen, als largo.Mehr wiccornmodo, gemächlich. Eschen bürg. Al-so entweder etwas langsam, oder auch gedehnt.
Leontopetalon, eine Pflanze, auf Deutsch, Löwenfuß.
Lessus, Lesso, ein Trauergefang. Eschenburg.
Letal oder lethal, tödtlich.
Letargie oder Lethargie, die Schlafsucht, der To-desschlaf.
Lettern, Druckbuchstaben. Aber auch Schrift, und inder Mehrzahl Schriften, ist dafür schon gebräuchlich.Die Schrift steht enge; es ist neue Schrift; die Schriftist abgenützt; sagt man. Daher auch der Schriftkasten,d. i. der in Fächer getheilte Kasten, welcher die Schrif-ten in AB E-ordnung enthält, und aus dem der Se-tzer setzt; ferner der Schriftgießer, d. i. derjenige, wel-cher die Lettern, die Schrift, gießt.
Lettre de cachet (spr. Letter de Kaschäh), ein geheimerVerhaftbrief, wodurch die ehemahlige Französische Re.
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