Lami (aus der Benennung der Töne In und mi zusam-mengesetzt, in der Tonkunst. Man sagt: Aus cinLarniausgehen, d. i. sich kläglich endigen. Esch enburg.
Laminiren, zu Blech schlagen, verblechen.
Lampion (spr. Lampiong), einLampchen, Glaslamp-chcn, dergleichen man zu Erleuchtungen gebraucht.
Langage (spr. Langage), kann zwar oft, wie Laugue,durch Sprache übersetzt werden; da es aber doch ei-gentlich die besondere oder eigenthümliche Sprache ei-ner Person, eines Volks u. s. w. bezeichnet, so hat Rü-diger die Sprachweise dafür gebildet, welches diesenNebenbegriff mit ausdruckt: „Sie sehen jede Abwei-chung von ihrer Sprachweise (Langage) als Verdcrb-niß und Rückfall an."
Languissant (spr. langissang), schmachtend.
Lapidarstil, die Steinschrift, oder Steinschreib-art. Daserste hat Catcl dafür angesetzt.
Lappalie, ist von dem Deutschen Worte Lappe oder Lap-pen, mit angehängten Lat. Endsilben (Lappalia) ge-bildet, und soll eine nichkswürdige Kleinigkeit bezeich-nen. Wir können Lapperei dafür sagen. Auch Arm-seligkeit und Kleinigkeit können zuweilen dafür gesetztwerden. Für Lappalien in der Mehrzahl können wirscherzend auch die Siebensachen sagen. Meine schrift-stellerischen Siebensachen.
Largo, langsam. LargsseNo (spr. largettv), etwaslangsam. Largo assai,, di molto, sehr langsam.(Alles jedoch nicht so langsam, als adagio.) Eschen-burg.
Larmoyant, weinend, in Thränen. Für den Begriffhalbweinend, oder gleich einem Weinenden, hatWie-lan d das gute Wort weinerlich aus der N. D. Mund-art aufgenommen:
Allein ein weiser Mann denkt niemahls weinerlich.
Sie spricht so weinerlich.
Larynx, der Knoten an der Kehle; also mit Einem Wor-te, der Kehlknoten.
Lasciv, wollüstig, unzüchtig, geil.
Lassitude (spr. Lassitühd'), die Müdigkeit, Mattigkeit.
Lateral - Erben und Lateral-Verwandte, sind Reiten-erben, Seitenverwandte.
Laterna magica , eine Zauberleuchtc. „Bringe mir dieZauberleuchte her." Kleine Seelenlehre f. Kinder.
LatiLlaviurn, I. der breite Purpersaum, wie die Römi-schen Rathsherrn ihn auf ihrem Amtsklcide trugen; 2.das damit besetzte Kleid. Die Ritter unterschieden sichdurch einen schmälern Purpersaum.
Latinismus, eine Eigenheit der Lateinischen Sprache odereine Lateinische Sprach - eigenheit. K l 0 p f st 0 ck bilde-te (in einem ungedruckten Briefe) die Verlateinung da-für. Sollte man nicht auch Lateinelei dafür sagen kön-nen? „Es ist nicht Deutsch, sondern bare Lateinelei:einen etwas lehren, zu sagen."
Latinismen, lateineln. S. Latinismus.
L. Land.
Latinität, das Latein, die Lateinische Sprache.
Larirudo, in der Erdbeschrcib. die Breite, d. i. die Ent-fernung vvm Gleicher (Aequator.)
Latitudinarier , „die Antipoden (Gcgcnfüßler) der Rigo-risten (Strenglinge), oder diejenigen, welche der laxen(schlaffen) Denkungöart zugethan sind, daß sie morali-sche Mitteldinge (adiapliora) in Handlungen und Cha-rakteren einräumen." Kant. Man könnte sie auf Deutsch,die schlaffen Sittenlehrer, oder mit Einem Worte dieSchlaffen, so wie die Rigoristcn die Strengen nennen.
Latrocinium , der Straßenraub.
La us, die Seite. Man pstcgt dieses Lateinische Wortin Rechnungsbüchcrn vor den Betrag jeder Seite, staktdes sonst gebräuchlichen Summe, zusetzen. AufDeulschwürde man Seitenbetrag dafür sagen können.
Latwerge, Saftmuß. Kindcrling.
Lauda, ein Lobgesang zum Schluß der Vesper in Italien.
Laudaimm, ein Einschlaferungsmittel.
Laudemium oder Laudemiengelbcr. So nennt mangewisse Gelder, welche von einem Lehen, auch von ei-nem Erbzinsstücke erlegt werden müssen, so oft ein an-derer Besitzer an die Stelle des bisherigen tritt. Mankönnte Lehngelder oder Anerkennungsgelder dafür sa-gen. Der gewöhnliche, aber minder deutliche DeutscheAusdruck, ist Lehnwaare. „Auch Häuser sind häufigauf Grund ins erbaut, und die Abgabe wird bei Ver-andcrungsfallen meistens verdoppelt, da sie denn denNamen der Lehnwaare erhalt." Rüdiger. Außerdemsind auch folgende Ausdrücke mehr oder weniger bekanntund üblich dafür: die Lehen, die Lehnsgcbühr, derLehnschatz^ der Lehngroschen, der Handlohn, dieHuldigungslehen, die Umfahrt, der Umsatz u. s. w.S. A d. unter Lehnwaare.
Laus Deo , eine ausgezogene Rechnung ; eigentlich einGottlob! weil man ehemahls diese frömmelnde Ausru-fung über die Rechnungen setzte, die man auszog, umsie seinen Schuldnern zuzusenden. Wenn es einer Ue-bersetzung bedürfte, so könnte man ein Lobegott dafürsagen. Er empfing ein Lobegott von seinem Schneider.
Lavement (spr. Law'mang), Klistir. Dis ist zwar selbstein fremdes Wort; aber es klingt doch schon um vielesDeutscher als jenes, und ist auch, trotz seiner undeut-schen Betonung, schon in die Volksjprache übergegan-gen. Kinderling hat Einspritzung dafür angesetzt;da dieses besser die Handlung des Einfpritzens, als dasEingespritzte bezeichnet; so würde ich lieber Spritzmit-tel dafür vorschlagen. Der Arzt hat ihm ein Spritz-mittel verordnet. Aber freilich wird der Tdrt, den wirbei Klistir hinzuzudenken schon gewohnt sind, bei diesemAusdrucke nicht mitbezeichnet. Ein ungenanter Sprach-freund legt mir, eben da dieses abgedruckt werden soll,die Frage vor: ob man für das Zwittcrwort Klistir nichtetwa Darmbad, nach Fußbad gebildet, sagen könne?Mir scheint diese Verdeutschung gar nicht unrecht zu seim
L Laveu-