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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
80
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Lack

Lack

Lame

Lackei, Franz. Laquais, ein Diener und Bedienter.Da das Aranzösischc Wort wahrscheinlich von dem alt-deutschen Stammworlc lacken, laufen, abgeleitet, unddie Endung ei in unserer Sprache gar nicht ungebräuch-lich ist (man denke an Heuchelei, Sudelei, Plackerei,Büberei, Tändelei, Teufelei, und hundert andere):so könnte das Wort Lackei selbst auf das Bürgerrechtin unserer Sprache Anspruch machen, wenn ihm nichtder doppelte Umstand zuwider wäre, 1. daß unter allencchtdcutschen Wörtern in ei sich auch nicht ein einzigesfindet, welches, wie Lackei, männliches Geschlechtswäre, und 2. daß alle jene Wörter nur abgezogene Be-griffe, aber nicht, wie Lackei, Personen bezeichnen.

' Bedienter gehört zu den abweichenden Wörtern, welchedie leidcntlichc Form und dabei gleichwol (wie die De-ponentia der Lateiner) eine thätige Bedeutung haben.ES sollte eigentlich einen der bedient wird, aber nichtden Bedienenden bezeichnen. Dieser sollte Bedielteroder auch Bediensteter heißen. Der Sprachgebrauchhat indeß Bedienter, und zwar so allgemein, selbst indie Volkssprache, eingeführt, daß alles Sträuben da-gegen wol umsonst sein möchte. Die Art, wie Eber-hard diese Sonderbarkeit in unserer Sprache (die sichbei mehren Wörtern, z. B. beredt, beritten, ausge-dient, gedient, ein gedienter Mann, besorgt», s. w.findet) aus Klopstocks Bemerkung über die doppelteKraft der Vorsilbe be zu erklären sucht, will mir nichtgenügen, ,. weil bei einigen dosier sonderbaren Wörter,z. B. bei gedient, ausgedient, ansgehurt und ausge-hungert, dicscVorsilbe fehlt; und 2. weiles dabei dochimmer unerklärlich bliebe, warum dieser Vorsilbe einesolche Doppclseitigkeit nur allein bei dem Wechselworteder vergangenen Zeit (participio praeter.) und nichtdurch die ganze Abwandlung (Conjugation) zukommensollte. Kein Mensch sagt aber: einen bereden, für,ihm die Fertigkeit im Reden mittheilen, noch einen be-reiten, für, ihn beritten machen. S. eine hiehergehö-rige Bemerkung unter Lacke. Eine andere Sonder-barkeit stößt mir in dem Gebrauche auf, den wirvon den beiden Wörtern Diener und Bedienter machen.In einigen Fällen ist das erste unstreitig das edlere, inandern hingegen das letzte. Wir sagen Diener desStaats, der Gerechtigkeit, der Kirche u. f.w. und wür-den es unschicklich finden, wenn jemand in diesem Zu-sammenhange das Wort Bedienter gebrauchen wollte;gleichwol wird ein gütiger und schonend redender Herrseinen Bedienten, in Gegenwart desselben, nicht seinenDiener, sondern immer seinen Bedienten nennen. Wo-her diese Sonderbarkeit? Unstreitig daher: Bedientererinnert an Bediensteter; dieses an Dienst, und diesesan Besoldung oder Lohn. Bei höhern Würden suchtman diese Ncbcnbegriffe zu entfernen, und sagt daherlieber Diener als Bedienter des Staats,, der Gerech-tigkeit u. s. f. Man kann hier auch das Wort Diener

ohne Bedenken gebrauchen, weil dein Staate oder derGerechtigkeit zu dienen, keine Unehre, sondern Ehrebringt. Ganz anders verhält es sich aber, wenn Die-ner in Bezug auf einen Herrn, der noch dazu nur einePrivatperson ist, gebraucht wird. Hier klebt dem Ge-schäfte des Dieners eine gewisse Unehre an; und des-wegen will man in diesem Verhältnisse lieber ein Be-diensteter (Bedienter) d. i. ein Mensch, der einen Diensthat und davon lebt, als ein Diener sein. DieseBemerkung ist unsern Sinnverwandschaftslehrern bisherentgangen.

Lackmen, mit Firniß überziehen. In KampfersBeschreibung von Japan wird verlackeu ( wie vergol-den, versilbern) dafür gebraucht. Versackter Hausrath.Man könnte auch das einfache lacken (wie öhlen) dafürsetzen. Gelackte Waaren.

Laconisch, kurz, einsilbig, wortkarg. Bekanntlich rührtjener Ausdruck von der unterscheidenden Eigenheit derLacedämonier oder Spartcr (in der Landschaft Laconien)her, mit wenigen Worten viel zu sagen.

Lacrymae Christi, Chnstusthranen oder Thranenwein;ein sehr edler Wein, welcher an dem Abhänge des Ve-suvs wächst.

Laccnke , Lattich.

Lacune, eine Lücke.

Lacnnös, lückig, nicht lückicht, welches Luther 2Chron. 32, 4. dafür gebraucht hat; denn dieses letztebedeutet lücken-ahnlich, jenes erste aber Lücken habend.

Lackiren, 1. beschädigen, verletzen; 2. übervsrtheilenbeeinträchtigen. f

Läsion, die Verletzung, Beschädigung, Uebervorthei-lung, Beeinträchtigung; oder das Verletzen, Be-schädigen, Beeinträchtigen, Ueber- oder Vervorthei-len. Die sogenannte Laesio enormis oder ultra di-midium ist eine übergroße Bcrvvnheilung, eine Ver-vortheilung über die Hälfte.

Läuteratio. S. Leuteratio.

Lafette. S. Lavette.

Lagophtalmie, ein Fehler der Augenlieder, wodurch dasAuge im Schlafe geöffnet bleibt, wie das der Hasen.Man hat ihn daher Hasen-äuge genannt.

Lambris (spr. Lambrih ), 1. die Vertäselung oder dasGetäfel; 2. die Decke eines Gemachs.

Lamentabel, kläglich, jämmerlich.

Lamentation, die Wehklage, das Jammern.

Lainentiren, wehklagen, jammern, wimmern. Wie-la nd gebraucht auch, in launiger Schreib-art, krä-hen dafür:

Nach mehr als Einem fchlgeschlagenen VersuchFängt unser Held sehr kläglich an zu krähen.

Lamentoso, klagend, in klagender Bewegung. Eschen-bürg.

Latni