Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
67
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Inqu

Inro

luju

Deutschlands ist die Bedeutung dieser Wörter noch zuallgemein, als daß sie statt jener fremden Wörter ge-braucht werden könnten. Eine Injurie nämlich ist nichtbloß eine Verunglimpfung überhaupt, sondern eine sol-che, die unsere bürgerliche Ehre verletzt, und die also,wenn sie ungeahndet bleibt, dem Verunglimpften bür-gerliche Schande zuzieht. Wie wenn wir Schande-wort (ein Wort, welches schändet) dafür sagten? Ei-nen injuriarum belangen, würde dann auf Deutschdurch: einen der Schandeworte wegen belangen, aus-gedruckt werden können. Schade, daß Ruhr von rüh-ren veraltet ist und fast nur noch in Aufruhr lebt; sonstkönnte man, da wir ehrenrührig für injuriös haben,füglich die Ehrenruhr für Injurie sagen. AberEhren-rährigkeit dürfte, wenigstens zuweilen, ganz paßlich be-funden werden. Injuria atrox, eine gröbliche Be-schimpfung; verbalis, eine wörtliche; rea-lis, eine thätliche.

Injurienprocess. Dafür ist Ehrenklage schon hin undwieder üblich. Er drohet mit einer Ehrenklage.

Injuriiren, verunglimpfen. S. Injurie.

Injuriös, schimpflich, ehrenrührig.

Iu margine, am Rande oder auf dem Rande.

In natura , in Natur. Natur ist freilich, sowol seinerHerkunft, als auch seiner Betonung wegen, nicht echt;aber doch schon um vieles Deutscher als Natura , undso allgemein üblich, daß es Verlorne Mühe sein würde,auf seine Verbannung anzutragen.

Innovation, eine Neuerung.

Innumerabel, unzählbar.

Innumerabität, die Unzahlbarkeit.

In octav, in Achtelform. ©.Folio.

Inoculation, die Einimpfung, daS Einimpfen.

Inoculiren, einimpfen, cinpelzen, nicht einbclzen, aucheinaugeln. S. Oeuliren.

In omnem eventum , auf allen oder jeden Fall.

In optima forma, in bester Form.

In parenthesi, eigentlich, eingeklammert, eingeschlos-sen; uncigentlich, nebenbei, beiläufig.

In praxi, in der Ausübung oder Ausführung. -

In proeinetu sein, auf dem Sprunge stehen, in Be-griffe sein.

In puncto, in Betreff. In puncto sexti, in Betreffder Unzucht; eigentlich, im Punkt des sechsten Gebots.

In quarto , in Viertelform. S. Folio.

Inquilinus, der in einem Haufe zur Miethe Wohnende.Wir haben Miethmann dafür; auch Miethleute undMiethsrau, obgleich dis letzte seltener gehört wird, weildie Fälle, daß männerlose Frauen zu Miethe wohnen,natürlich seltener sind.

Inquiriren, 1. nachforschen oder untersuchen überhaupt';2. gerichtlich untersuchen.

Inquisition, r. jede gerichtliche, besonders peinliche Un-tersuchung ; daher Inquisit, der peinlich Angeklagte,

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2. die Glaubensuntersuchung, das Glaubens- oderKetzergericht. Da das Wort Gericht sowol die Hand-lung des Richters, als auch die des sogenannten Nach-richters oder die Vollziehung des Richterspruches inpeinlichen Sachen, bedeutet: so kann der Ausdruck Glau,bensgericht eben so gut auch das Auto da fe, als dieInquisition bezeichnen. Deswegen habe ich ihn dennauch für beide ansetzen zu müflen geblaubt. A d. hatihn, in der neuen Ausgabe, nur für Inquisition an-nehmen wollen. Wenn Hepnatz (im Antibarbanis)das Auto da fe lieber buchstäblich durch Glaubens-handlung zu übersetzen räth, so kann ich ihm darinnicht beipflichten, weil dieser Ausdruck bei uns, viel wei-ter, als jener fremde in Spanien und Portugal, ist. Inquisitio domestica, die Haussuchung.

Inrotulation, daö Zusammenpacken der Gerichtsverhand-lungen zum Verschicken.

In salvo , in Sicherheit.

Insatiabel, unersättlich.

Insatiabilität, die Unersättlichkeit.

Inscribiren, einschreiben.

Inscription, 1. die Einschreibung, das Einschreiben.2. Die Inschrift; auch die Aufschrift und ttebnschrift.

Insect. Ich habe sowol in meinen frühern Versuchen, alsauch in der Preisschrist, Kerbthicr und Kerbthicrchendafür vorgeschlagen, weil diese Thiere den Lat. Namen,Insect, von den Einschnitten oder Kerben haben, wo-durch ihr Körper stch unterscheidet. Die Jen. Lit. Zei-tung fand diese Deutsche Benennung unerträglich; 'siegab aber keinen Grund davon an. Heynay (im Anti-barbarus) findet sie der Aufnahme würdig. Auch mirscheint sie noch heute so unrecht gerade nicht zu sein; denn1. ist sie bedeutend, 2. fprachrichtig gebildet, und 3.nicht übelklingend. Uebrigens könnte man statt Kerbthicrauch Kerbling sagen. Hepnatz hat an einem andern Or-te ein ähnliches Wort dafür gebildet, nämlich Einschnitt-thier. Auch ich war auf diesen Ausdruck verfallen; halteaber, um daS dreifache t zu vermeiden, ihn inEinfchnitt-ler verändert; allein Kerbthicr oder Kerbling schien mirdenn doch besser zu sein, weil es kürzer ist, und ebendas-selbe sagt. Wozu aber suchen wir ein ncu-S DeutschesWort für Insect, da wir ein gutes altes dafür haben?Unser allgemein bekanntes Ikngezifer setzt Geziser, so wiedieses Ziefer voraus. Das letzte ist zwar jetzt veraltet;aber da es nicht nur in den beiden genannten Ableitungen,sondern auch, nach Ad., noch in einigen Sprech-artenlebt: so scheint derVersuch, es wieder inUmlauszu brin-gen, etwas eben nicht sehr gewagtes zu sein. Daß essich aber recht wohl dazu eigne, für Insect gebraucht zuwerden, erhellet aus folgenden Gründen: 1. weil es (S.Ad.) ein nagendes kleines Thier bedeutet, 2. weil daSdaraus abgeleitete Sammelwort, Geziefer t da wo esnoch jetzt gebräuchlich ist, eine Sammlung solcher Thier-chen, oder mehre Arten derselben zusammengenommen be-

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