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2 (1808) F - Z
Entstehung
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Idem

Iden

Idio

L

schied, in Gegensatz der wirklichen Dinge außerhalb un-serer Vorstellung, darunter verstand, gleichviel ob sieunserer Vorstellungskraft durch den innern oder durchdie äußern Sinne vorgeführt würden. Die markscheidcn-de (kritische) Philosophie endlich, trennte von der Be-deutung des Worts Idee - alles Sinnliche, undschrankte sie auf den bloßen Dcrnunftbegriss, in Gegen-satz der Vcrstandesbegriffe, ein. Der Unterschied zwi-schen beiden ist, daß nur diesen letzten, aber nicht jc-nem ersten, ein Gegenstand außer uns antwortet. Kantseigene Erklärungen darüber sind folgende:Idee, Vcr-nunftbegriff, ein Begriff aus Notionen (und Notionensind ihm Verstandesbegrisse), der die Möglichkeit derErfahrung übersteigt;" an einem andern Orte,einsolcher Begriff, dem kein congruirendcr (übereinstim-mender) Gegenstand in den Sinnen gegeben werdenkann;" und wiederum an einem andern,ein Begriff,dein keine Anschauung völlig adäquat sein kann." AlsBeispiel einer solchen Idee wird unS in dieser Schuleder Begriff von Gott angeführt. Diesem neuestenSprachgebrauch gemäß muß also das Wort Idee durchBernunftbegriss verdeutscht werden. Allein ebenderselbeUrheber dieses Sprachgebrauchs redet auch von ästheti-schen Ideen, und belegt mit diesem Namen, laut eige-ner Erklärung,eine, einem gegebenen Begriffe beige-sellte Vorstellung der Einbildungskraft, welche mit ei-ner solchen Mannigfaltigkeit der Theilvorstellungen indem freien Gebrauche derselben verbunden ist, daß fürsie kein Ausdruck, der einen bestimmten Begriff bezeich-net , gefunden werden kann, der also zu einem Begrif-fe viel Unnennbares hinzudenken läßt, dessen Gefühldie Erkenntnißvermögen belebt, und mit der Sprache,als bloßen Buchstaben, Geist verbindet." An einem an-dern Orte drückt er sich darüber, zwar kürzer, abereben nicht verständlicher aus:Eine Idee, die nach ei-nem bloß fubjectiven Princip der Uebereinstimmung derErkcnntnißvermögcn unter einander der Einbildungs-kraft und des Verstandes auf eine Anschauung bezo-gen wird." Ich muß es andern überlassen, dis in un-sere gewöhnliche und allgemeinverständliche Sprache zuübersetzcu; und begnüge mich nur dabei anzumerken:daß, da die ästhetische Idee sonach eine Vorstellung derEinbildungskraft, diese aber, selbst in diesem Lehrge-bäude, ein sinnliches Vorstellungsvermögen ist, die Ideeschlechthin und die ästhetische Idee darin verschiedensind, daß die eine einen unsinnlichen, die andere hin-gegen einen sinnlichen Ursprung hat.

Idem , ebenderselbe oder ebendasselbe, der oder das Näm-liche. Meine Vertheidigung dieses letzten gegen Ad.,der es verwirft, steht in den Beitragen zur weiternAusbildung der Deutsch. Sprache, IV. 114. Idemper ldem, sagt man, wenn einerlei Sinn durch einer-lei Worte ausgedruckt wird. Man könnte in gleicherKürze dasselbe durch ebendasselbe dafür sagen.

Identificiren. Da, dem Sprachgebrauch nach, der näm-liche auch so viel als ebenderselbe heißt: so könnte manfür identificiren (zu ebendemselben oder zu dem näm-lichen machen) ja ivol füglich vcrnämlichcn sagen. Ver-eincrleien, welches sich auch dafür bilden ließe, ist schonetwas länger und schwerfälliger.

Identisch, einerlei. Identische Sah sind solche, die ei-nerlei sagen, also cinerleisagende.

Identität, die Einerleiheit. ttnunterschicdcnhcit, welchesHeynatz dafür vorgeschlagen hat, ist wegen des dop-pelten un zu übelklingend. E sch c n b u r g sagt (in demNachtrage):Vielleicht auch die Nämlichkeit, obgleichA d clun g diesen, nun einmahl doch so herrschenden Ge-brauch des nämlich für einerlei nicht will gelten lassen."S. hierüber meinen Aufsatz im ftten Stück der Beitra-ge zur weitem Ausbild. der Deritsch. Sprache, Seit.124 , Die Holländer sagen dafür: die Evcnwezen-lykheit, das Ebendassein.

Idiom. Man versteht darunter sowol die Mund-art (Din-iert) , als auch die unter dieser begriffenen Sprech-ar-ten, wodurch diejenigen sich unterscheiden, welche in Gan-zen einerlei Mund-art haben. Die Sprachwcise paßtfür beide Bedeutungen.Sie sehen jede Abweichungvon ihrer Sprachwcise als Verderbniß und Rückfall an."Rüdiger.

Idiosyncrasie, buchstäblich übersetzt, die eigenthümlicheZusammenfassung. Das Wort bezeichnet in Allgemei-nen den Inbegriff d<rs Eigenthümlichen, welches einePerson, an Körper u td Geist, in sich vereiniget. Inbesonderer Bedeutung aber versteht man darunter dieaus einer eigenen Beschaffenheit der sinnlichen Werkzeu-ge (das Wort in seinsr weitesten Bedeutung genommen)herrührende Eigenheit des Empfindungsvermögens; alsodie Sinnes-eigenheit, oder die Empfindungs-eigen-heit. Oft können wir auch Eigenheit schlechtweg, oderkörperliche Eigenheit dafür sagen. Kailt hat den Aus-druck die eigenthümliche Mischung dafür gebraucht, deraber nur dann paßt, wenn die Eigenheit aus einer be-sondern Mischung der Säfte entstanden ist. Es läßt sichaber denken, daß auch die Beschaffenheit der festen Thei-le des Körpers, z. B. der Nerven (je nachdem sie straffoder schlaff, mehr oder weniger empfindlich sind), aufdie Erzeugung gewisser Empfindungs-eigcnheitcu einenwesentlichen Einfiuß habe.

Idiot, ein unwissender Mensch, besonders ein solcher, dernicht weiß, was in der Welt vorgeht, und wie mansich darin zu nehmen hat. Pinsel und dummer Tappswerden, in den meisten Fällen wenigstens, dafür hin-reichen.

Idioticon, ein Wörterbuch, welches nur die einer Ge-gend eigenthümlichen Wörter enthält. Lcibnitz bilde-te den Ausdruck Landwort für Provincialismus; da-von habe ich in der Preisschrift die ZusammensetzungLandwörterbuch für Idioticon gemacht. Dieseffetzt aber

freilich