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2 (1808) F - Z
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Idea

Idea

Idee

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Iconoclast, ein Bilderstürmer,lconographie, die Bilderbeschrcibung.

Iconolatrie, die Bilderverehrung, der Bilderdienst.Iconologie, die Bildersprache.

Iconomachie, der Bilderstreit oder Bilderkrieg,lcosaedron, ein von zwanzig regelmäßigen Drei-ecken be-gränzter Körper; ein Zwanzigflach. Burja.

Ideal, ein aus bloßen Ideen (Vorstellungen) von der Dicht-krast gebildetes Gedankenwesen. In den schönen Kün-sten versteht man darunter das Urbild, welches dem ar-beitenden Künstler vorschwebt, in sofern er nicht einenwirklichen Gegenstand sklavisch nachbildet, sondern nacheinem, nur seiner Dichtkraft (Fantasie) gegenwärtigenMuster arbeitet, welches die wirklichen Gegenstände ebenderselben Art an Schönheit oder Vollkommenheit hintersich läßt. Diesem Begriffe zufolge, den schon Cicero(im Redner) damit verband, *) versuchte ich, sowol indem Väterlichen Rathe, als auch in der Preisschrist,den Deutschen Ausdruck Musterbild dafür. An einemandern Orte habe ich Gedankenwesen dafür gesagt:Bedarf es mehr, als dieser kurzen Schilderung, dieich wahrlich nicht nach selbstgcschaffcncn Gedankenwesen,sondern nach wirklichen Menschen entworfen habe." InWitten's Versuche über die Bildung der Volker zurVernunft, Berlin 1786, findet sich Musterbegriffefür Ideale:Die Seele hat auch noch andere Mittel,wodurch sie den Gang ihres Denkens ordnen und in sei-ner Bahn erhalten kann, nämlich willkührliche Stellungund Anrcihung von Ideen, dergleichen z. B. der Ent-wurf einer Betrachtung ist; und Musterbegriffe (Idea-le), wonach sie andere Ideen entwickelt und in ein ähn-liches Ganzes zusammensetzt." Bei einer spätern Aus-gabe des Teophrons habe ich da, wo ehemahls Idealstund, Vorbild gesetzt; und ich sehe noch jetzt nicht,wie es an jenem Orte besser verdeutscht werden könnte:Weil seiner schlechtgebildctcn Seele kein Vorbild einerhöheren Trefflichkeit vorschwebt."

Idealisch, kann, jcnachdem der Zusammenhang ist, balddurch übcrwirklich, z. B. ein übcrwirklicher Zustand,bald durch übermenschlich, z. B. übermenschliche Schön-heit, Würde, Vollkommenheit u. s. w. gegeben werden.Oft denkt man bei idealisch schön, idealisch groß u.f. w. nicht mehr, als etwa bei wunderschön, wunder-groß. Lavatcr hat irgendwo vorschwebende Schön-heit, für idealische, gesagt.

Idealismus, dasjenige Lehrgebäude, nach welchem dieDinge außer uns als bloße Erscheinungen bctrachletwerden, und nur der Betrachtende sich selbst für etwas

»)Als jene Bildhauer und Mahler des Jupiters oder der Miner-va Bild verfertizten, hatten sie keine wirkliche Person vor Au-gen , die ihnen znm Muster diente; sondern es schwebte ein Bildvon ausnehmender Schönheit ihrem Geiste vor. Auf dieses hef-teten sie ihre Blicke, und brachten so ein demselben ähnlichesKnnstwerk hervor."

wirkliches hält. Kant unterscheidet folgende Unter-ar-ten derselben: 1. der ästhetische Idealismus,Geringschätzung des wirklichen Werthes der Dinge, undein Gefallen an eingebildeten Hirngespinsten, oocr ei-ner durch unsere Einbildung gemachten Vorstellungder Welt, die nach unserm Sinne besser wäre;" dieweltverschönerndc Faselei. 2. Der critische (auch derformale und transscendentale genannt)der Lchr-begriff, daß alles, was im Raume oder in der Zeitangeschauet wird, folglich alle Gegenstände einer unsmöglichen Erfahrung, nichts als Erscheinungen sind,also die Erscheinungslehre; 3 . der Idealismus derNaturzwecke,die Behauptung, daß alle Zweckmäßig-keit der Natur unabsichtlich sei, Bestreitung der Na-turzwecke;' 7 4. der dogmatische , oder schw umende,die Behauptung, daß es keine andere als denkendeWesen gebe, und daß alle übrige Dinge, die w" inder Anschauung wahrzunehmen glauben, nichts als Vor-stellungen (in dem denkenden Wesen) seien, welchen inder That kein außerhalb diesen befindlicher Gegenstandantworte." Der critische Idealist schränkt seine Behaup-tungen nur auf die Erscheinungen ein, der dogmatischehingegen verwandelt wirkliche Sachen in bloße Vorstel-lungen. 5 . Der problematische,dasjenige Lehrge-bäude, welches das Dasein der Gegenstände im Raumeaußer uns (nicht läugnet, sondern nur) für zweifelhaftund unerweislich erklärt." Herder hat für Idealis-mus überhaupt das gute Wort Zweifeltraum gebildet:Dis ist der Grund, der allen Idealismus (wenn einsolcher Zwcifeltraum je in eines Menschen Seele kam )von Grund aus aufhebt."

Idealist, in Allgemeinen, einer der das wirkliche odergegenständliche (objective) Dasein der Dinge außerihm entweder läagnet, oder für unerwiesen hält, folg-lich alles auf bloße Erscheinungen zurückführt ein Er-scheinungslehrer oder Vertheidiger der Erscheinungsleh-re. Ueber die verschiedenen Arten derselben, sieh.'Idea-lismus. Die behauptenden (dogmatischen) Idealistenkönnte man Daseinslaugner nennen.

Idee. Dem gemeinen Sprachgebrauche nach, werden Idee,Vorstellung und Begriff als völlig gleichbedeutende Wör-ter gebraucht. Man sagt: ich kann mir keine Idee davonmachen, und, Sie Haben keine Idee davon. Etwas be-stimmter versteht man darunter das Bild einer Sachein unserer Vorstellung oder vor unserer Vorstellungs-kraft; und in dieser Bedeutung scheinen auch die Hol-länder es genommen zu haben, indem sie den Ausdruck' Denkbeeld, Denkbild, dafür bildeten. Plato, wel-cher das Wort Idee, so viel wir wissen, zuerst gebrauch-te, verstand darunter das Wesen eines Dinges, inso-fern es dem Verstände vorschwebt oder ein Gegenstanddes reinen Verstandes ist. Locke dehnte den Begriff,den er mit diesem Worte verband, dahin aus, daß erdie Gegenstände aller unserer Vorstellungen ohne Unter-G Z schieo.