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ter j vor sich habe. Ad. hat zwar versucht, für diesen letz-ten ein eigenes neues Zeichen einzuführen; allein vondiesem konnte hier kein Gebrauch gemacht werden, weildie undcutschcn Wörter, mit welchen wir es hier zu thunhaben, nicht mit Deutschen Buchstaben gedruckt werdendurften.)
Iabot (spr. Jaboh, das I wie ein gelindes sch ausgespro-chen). Da wir Handbrause für Manclietten haben,so können wir Brustkrause für .Jabot sagen. Daß Ja-bot im eigentlichen Sinne den Kröpf der Thiere bedeu-tet, ist bekannt.
Iactanz, die Ruhmredigkeit oder Pralerei.
Ialousie (spr. Jalusih, das I wie ein gelindes sch aus-gesprochen), i. die Eifersucht, und mit dem Nebenbe-griffe des Kleinlichen und Verächtlichen, die Eifersüch-telei. Dis letzte hat Kose garten. Auch Neiderci istvon einem Unbekannten dafür gebraucht worden: „DieNciderei der verschiedenen Provinzen Deutschlandes ge-gen einander." Eben so hat man von Eifersucht die Ab-leitungen eifersüchteln und Efersüchtelei gebildet, um zu-gleich die Nebcubcgrisse des Kleinlichen und Verächtli-chen mit auszudrucken. Lehtes kommt in Marivauxemporgekommeuem Laudmanne vor. 2. Ein Schirm,womit man die Fenster, sowol gegen die Sonnenstrah-len, als auch gegen neugierige Blicke zu verwahren pflegt;also ein Fensterschirm. Die Verkleinerungsform, Fen-stcrschirmchen, welche Stutz beliebt hat, scheint nichtnöthig zusein. Fenstergitter, welches Kin derlingdafür vorgeschlagen hat, halte ich nicht für passend;weil man dabei eines Theils eher an die eisernen Gitterdenken würde, womit die Fenster an Gefängnissen u. s.w. verwahrt werden, und weil andern Theils die Ja-lousien gerade nicht aus Gittern zu bestehen pflegen.
laloux. (spr. jaluh, das j wie ein gelindes sch ausgespro-chen) , eifersüchtig.
Iambus, in der Verskunst, sowol ein Versfuß, der auszwei Silben, einer kurzen und einer langen (0—) be-steht , als anch ein aus solchen Füß?-i zusammengesetzterVers. Die Abstammung dieses ursprünglich GrichischcnWorts ist unbekannt, wenigstens sehr ungewiß; auf siealso kann bei der Verdeutschung desselben nicht Rücksichtgenommen werden. Löwe hat Steiger dafür versucht;weil die zweite Silbe den Ton hat, folglich die Stimmebei der Aussprache eines Jambus steigen muß. DenTrochäus hat eben dieser Schriftsteller, weil er dasGegentheil des Jambus ist (—0), den Faller genannt.
lamiarius, der Wintermonat und der Jänner. ImThcuthonista kommt Hartmavnt, Hartmond, derharte oder strenge Monat, vor. Die Neufranken habenden mit dem Jänner zusammentreffenden Monat 'denSchnrcmonat, hJnrnise, zu nennen beliebt. ©.April.
largo» (spr. Jargvng, das I wie ein gelindes sch ausge-sprochen), ein unverständliches, sprachwidriges Gerede.
Wir haben die Wörter Kauderwalsch und Rothwalschdafür. Walsch bedeutete ursprünglich fremd, so wiedas Sachwort Wahl einen Fremden bezeichnete. Inder Folge galt jenes, in bestimmter Bedeutung, fürItalisch und Französisch, dieses für Jtalier und Fran-zose. Kauder bedeutet im £>. D. eben das, was manin Sachsen unter Wcrrig oder Werk, und im N. D.unter Hede versteht, d. i. den gröber», nicht mehr fa-denmäßig gelegten, sondern verwirrten Abfall des Flach-ses. Daher kaudern (N. D. koddcrn) so viel als ver-wirrt, folglich unverständlich reden. Kauderwalsch al-so ist ein unverständliches, fremd-artiges Gerede—Jar-gon. Die erste Silbe inRothwalsch leitet Frisch vondem Jtal. rotto, gebrochen her; welchem zufolge jenesWort so viel als ein gebrochenes ausländisches Geredebedeuten würde. A d. hingegen findet es natürlicher,die Silbe roth aus dem Rothwälschcn selbst herzulei-ten. In diesem nämlich (worunter man die aus ober-deutschen, jüdischdeutschen und selbstgemachten Wörternbestehende, für andere unverständliche Sprache der Eu-ropäischen Zigeuner und ähnlichen Gcsindels versteht) be-deutet Roth einen Bettler; und würde also Rothwalschdas fremde Gerede der Bettler oder Landstreicher bedeu-ten. Allein da es nicht wahrscheinlich ist, daß dieje-nigen, welche das Rothwälschc unter sich reden, dieserSprache einen Namen würden gegeben haben, wodurchsie sich selbst als Bettler und Landstreicher bezeichnet hät-ten, und man auf der andern Seite keinen Grund sieht,warum, wenn der Name Rothwalsch von andern her-rührte , diese die erste Hälfte desselben aus jener Spra-che selbst sollten hergenommen haben: so scheint mir F r i°sch' ens Vermuthung doch natürlicher zu sein. Gott-sched hatte gar den boshaften Einfall, den Urfprungdieses Worts in dem kaiserlichen Kammergcrichtc zuRothwcil zu finden: „weil dasselbe so schönes Deutschschreibe, das kaum zu verstehen sei." Wie dem nunaber auch sein mag, so ist das Wort Rothwalsch dochin jedem Falle dazu geeignet, an die Stelle des auslän-dischen Jargon zu treten.
Ibidem , gewöhnlich abgekürzt, ib. oder ibid., geschrieben,ebendaselbst, auf der schon angeführten Seite des Werks.
Ichnographie, buchstäblich übersetzt, die Spnrbeschrei-bung oder Spurzeichnung, von'^rog, die Spur, und.'ygafpa, ich schreibe oder zeichne. Wir haben Grundrißund Plan dafür. Die Ichnographie wird der Stereo-graphie entgegengesetzt, d. i. der Darstellung eines Ge-genstandes auf einer gegen den Gesichtskreis (Horizont)senkrechten Fläche; da hingegen unter jenem Worte, sowie unter dem Deutschen Grundriß oder Plan, dieDarstellung auf einer mit dem Gesichtskreise gleichlau-fenden (parallelen) Fläche verstanden wird.
Ichtliyolith, ein Fischstein oder Abdruck eines Fischesin Schiefer.
Ichthyophag, ein Fisch-esser.
Ico-