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2 (1808) F - Z
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Huma

Hume

Humo

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des zu erbarmen. Auch die Ausdrücke Menschenrechteund Menschenpflichten können oft dafür gebraucht wer-den. Zuweilen ist Milde dafür hinreichend. Um nunein Wort zu haben, welches das Allgemeine, bei allendiesen Deutschen Ausdrücken zum Grunde liegende, be-zeichnete, und welches Herder zum Titel seines Werkeshatte gebrauchen können: schlug Eschenburg das vonLogau gebildete Wort Menschenthum vor. DieserVorschlag hatte Anfangs meinen völligen Beifall, weilMenschenthum, nach der Achnlichkcit mit Christen-thum, Königthum u. s. w. sowol die Würde und Rech-te, als auch die Pflichten des Menschen zugleich um-fassen kann. Allein so oft ich mich nachher an Her-ders Stelle sehte, und nun versuchte, wie dieses Wortsich ausnchmcn würde, wenn man es, statt des frem-den Humanität, auf dem Titel des mehrgedachten Wer-kes gebrauchte (Briefe zur Beförderung desMenschen-thums): wollte mein Gefühl dem Verstände nicht bei-pflichten. Es stieß sich jedesmahl, ich weiß nicht woran,welches ich mir nicht recht deutlich zu machen wußte.Vielleicht war es der Umstand, daß Logau, bei demich die erste Bekanntschaft mit diesem Worte machte,den Begriff des menschlichen Geschlechts in einer Stelledamit verbunden zu haben scheint, in der andern aberunstreitig damit verbunden hat:

1 die theuren Erdensounen,

Wodurch das Menschenthum den höchsten Stand

gewonnen.

Würdig bist du, daß dein RuhmBleibt, weil bleibt das Menschenthum.

Ich versuchte hierauf das Wort, nach der Form von Ei-genthümlichkeit umzubilden, lind Mcnschenthümlichkeitzusagen; und nun war mein Gefühl mit dem Verstän-de ausgesöhnt. Ueber die -Beförderung der Mmschcn-thümlichkeit, schien mir völlig eben so viel, als: Ue-ber die Beförderung der Humanität, zu sagen, näm-lich : über die Beförderung dessen, was den Menschenzum Menschen macht, oder was ihm (an Rechten, Pflich-ten und Würde) zukommt oder eigenthümlich ist.

Dieses neugcbildcte Wort gewährt zugleich den Vor-theil, daß sich ein Beiwort, menschenthümlich für hu-man (das Wort in seiner allgemeinsten Bedeutung ge-nommen) davon ableiten läßt. Ich bin ein Mensch,könnte man Terenzens bekannten Ausspruch überse-tzen , was menschenthümlich ist, ist mir nicht fremd.

Ich muß noch anmerken, daß Wie land einmahlda, wo H e r d e r Humanität gesetzt haben würde, denAusdruck Menschenstand gebraucht hat:

Der Menschenstand, den Doctor M a n d e v i lUnd Freund Hans- Jack (wenn ihn die Laun'

auf Vieren

Zu gehen ergreift) bei unS verkleinern will.

L. Band. ' Ä

Ein andermahl hat er Menschheit dafür gesetzt:

Dir, Schwesterchen, und deinem künft'gen MannSteht ganz gewiß die Menschheit an,

Zu welcher, wie das Ncktarräuschchen schwindet,Die Göttinn unvermerkt sich abgeschattet findet.Possclt hat neuerlich Menschenthum für Humanitätangenommen:Diese reine, durch Philosophie und Er-fahrung aller Vorzeit so fein geläuterte Blüthe desMen-schenthums."

Humeur (spr. Hümöhr), die Stimmung oder Gemüths-stimmung, die Laune. Hcpnatz hat auch Aufgelegt-heit dafür gebildet; weil man für: eine en bonneoumauvaise humeur, auch, gut oder schlecht aufgelegtsein, sagt. Klo pflock, der die Endsilbe ei oft, zuneuen Wortbildungen benutzt, da, wo es darauf an-kommt, einen tadelhaftcn Auswuchs einer an sich selbstuntadelhafteii Sache zu bezeichnen, hat (in den Gram.Gesprächen) für den Begriff: seltsame oder wunderlicheLaune, welchen die Engländer durch Spleen bezeich-nen, das Wort Launerei gebildet.

Humide, feucht.

Humidit-it, die Feuchtigkeit. Dis bezeichnet aber eigent-

, lich die abgezogene Eigenschaft des Fcuchtscins. Als et-was für sich bestehendes gedacht, können wir sie durchdie Feuchte (wie Blaue, Schwarzen, s. w.) und dieFeuchtniß ausdrucken. Jenes hat V o ß:

Mir fehlt schon Feuchte zum Reden;dieses Hcpnatz im Anlibarbarus :DieFcuchkniß mit-theilen."

Humiliant , demüthigend.

Humiliation, die Demüthigung.

Humiliiren, demüthigen.

Humor, ist zwar mit Humeur völlig einerlei, nur daßdas eine die Französische, das andere die LateinischeEndung hat; allein der Sprachgebrauch hat einen Un-terschied zwischen ihnen eingeführt. Mit Humor verbin-det man nämlich nicht, wie mit Humeur, den Begriffder Gemüthsstimmung, sondernden einer scherzhaftenLaune, besonders einer solchen, die durch Sonderbar-keiten Lachen erregt. Ein humoristischer Schriftstel-ler ist daher ein solcher, dem Laune dieser Art zu Gebo-te steht. Wir nennen ihn aufDeutsch einen Launigen,so wie wir auch Laune in engerer Bedeutung für Hu-mor zu gebrauchen schon gewohnt sind.

Humoristisch, von Personen launig, von Sachen lau-nicht. Ad. hat zwar nur das erste. Allein da er beiähnlichen Wörtern, z. B. steiuicht und steinig, bergichtund bergig, dornicht und dornig, die doppelte Formrichtig unterscheidet, und jeder die, vermöge der End-silben icht und ig, ihr zukommende Bedeutung anwei-set: so ist nicht abzusehen, warum dis nicht auch mitlaunig, Laune habend, und launicht, launen-arkig ge-schehen ist. Es ist doch auch hier ein Unterschied zwi-schen dem hurnoritischen (launigen) Schriftsteller und