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ewigen Seligkeit rc., und die braven Appenzellcr gebenihrem Land-ammann (dem Haupte ihres Staats) jähr-lich hundert Gulden Lohn."
Nachdem ich diese Stimmen und Gegenstimmen mitihren Gründen erwogen und verglichen habe, glaube ich,mich für Ehrenlvhn und Ehrengebühr, und gegen dieübrigen erklären zu müssen, i. Weil Ehrensold dieBuchhändler in die Klasse der Mächtigen sehen würde,welche Söldlinge unterhalten, und diese Klasse nicht ver-mehrt werden darf; 2. weilSündengeld, zwar wol aufviele, aber doch Gottlob! nicht auf alle Schriftstellerpaßt; Z. weil Schriftgeld dunkel ist, und Schriftver-dienst nicht imiuer brauchbar sein würde, indem nichtbloß Schriftsteller, sondern auch andere Personen fürandere Geschäfte, z. B. Aerzte, Sachwalter u.s. w. Ho-norarium bekommen; und endlich 4. weil Ehrenlvhndurch die dafür oben angeführten Gründe völlig gcrccht-fcrtigct zu sein scheint. Einen Vorzug hat der AusdruckEhrenlvhn auch selbst vor Ehrengebühr; man kann näm-lich gar wol sagen: er hat einen hohen oder geringenEhrenlvhn erhallen; aber nicht: er hat eine solche Eh-rengebühr erhallen.
Honoratioren, £af. Honoratiores, die Vornehmem,Leute aus den höher» Ständen.
Honorireil , i- ehren, 5. B. jemandes Befehl; 2. ein-lösen oder auszahlen, z. B. jemandes Anweisung oderWechsel. Aus einigen brieflichen Geschäften mit Ham-burgischcn Handlnngshäusern sehe ich, daß die Deutsche»Wörter ehren und verehren auch schützen und in Schutznehmen für lionoriren in dieser Bedeutung schon üblichsein müssen: „Ihr Hr. N. N. hat unterm gtcn diesesfür Ihre Rechnung--—auf uns gezogen. Wir ver-
ehren diese u. s. w." „Des Hrn. N. N. Trakten (Be-zrehungswechscl) werden für Ihre Rechnung alle Ehre ge-nießen." „Wir werden auch diese Ziehung auf uns inSchuh nehmen." 3. bezahlen oder den Ehrenlvhn ge-ben, z. B. der Buchhändler hat den Bogen mit fünfThalern bezahlt, er hat einen Ehrenlvhn von fünf Tha-lern für den Dogen gegeben.
Honoris caussa, ehrenthalber.
Huiiteijx. (spr. hongtöh), 1. beschämt, z. B. ich bin be-schämt, d. i. ich schäme mich; 2. verschämt, 5. B. einverschämter Armer, Pauvre honteux. 3. Dessen mansich zu schämen hat , schändlich, z. B. seine schändlicheFlucht. Hier können wir auch Zusammensetzungen mitScham dafür bilden, und z. B. Schaultheilc für par-ties honteuscs sagen. Dieser AnSdrnck wird auch, wasAd. anzumerken vergessen hat, uncigemlich gebraucht,z. B. die Unsittlichkeiten mancher Schriftsteller, dieseSchamtheile des Deutschen Gclchrtenwcsens. Im D.D.hat man auch gejchamig für liontenx, welches ich aberzur Aufnahme in die Schriftsprache nicht empfehlen möch-te. A d. verweiset zwar die Wörter verschämt und Ver-schämtheit aus der cdleren Schreibart, und will nur
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schamhaft und Scharnhaftrgkeit, und in weiterer Be-deutung blöde und bescheiden dafür gebraucht wissen;allein mit Unrecht. Schamhaft deutet nur auf eine Fer-tigkeit und Geneigtheit sich zu schämen, verschämt hin-gegen auf den Zustand, da man wirklich Scham em-pfindet. Blöde und bescheiden sagen weniger. Worindas Unedle jener Wörter bestehen sott, kann ich nichterrathen. Auch kommen sie bei vielen guten Schriftstel-lern in der edelsten Schreib-art vor. Ad. selbst hat ei-nige Beispiele von Hall er und Croncck angeführt.Hier ist noch eins dazu: „Mit holder Verschämtheit."Koseg arten.
Horizont, der Gesichtskreis. Dic R. a. es ist oder gehtüber meinen Gesichtskreis, scheint dem Gedanken, densie ausdrucken soll, nicht angemessen zu sein. Was übermeinem Gesichtskreise ist, das kann ich sehen; nicht aberwas sich unter oder außer demselben befindet. Man sollt«also sagen : es ist unter oder außer meinem Gesichtskreise.H c y n a tz merkt (im Antibarbarus) an, daß man spöltischauch: dis ist oder geht über seinen Dunstkreis, zu sa-gen pflege. Mir ist dieser Ausdruck niemahls vorgckouv-mcn; und er scheint mir in jedem Falle verwerflich zusein, man mag ihn spöttisch oder ernsthaft gebrauchen.Zuweilen sagt Horizont nicht mehr, als Begranzung,z. B. „Im fernsten Hintergründe ein Horizont (eineBegranzung) von glimmernden Eisbergen." B a g g e se n.G ö kh e hat in einem ähnlichen Zusammenhange Beschrän-kung gebraucht: „Neue, in der Ferne eintretende Ber-ge machten die Aussicht noch hoffnungsvoller , indem sienur wie eine sanfte Beschränkung hcrcintraten."
Horizontal, wasserrecht oder wassergleich und wagcrecbk.Lefsing sagt (in der kleinen Schrift Eine Parabelüberschrieben): etwas über den Wasserpaß hinaufschrau-ben, st. über die horizontale Linie: „Sie, der Siemit stillschweigendem Beifall, von ungewaschenen, auchwol treulosen Händen die Seite des Lutherischen Gebäu-des, die ein wenig gesunken war, weit über den Was-serpaß hinausschranbcn lassen V' Wasserpaß ist das N.D. Wort für Wasscrwage.
Horoscop, in der Sprache der Sterndeuter, eine Weis-sagung aus dem Stande der Wandelsterne (Planeten)zur Zeit der Geburt eines Menschen.
Horrenti und horribel. „Je weniger uns Noth zwingt,diese fremden Wörter in die Deutsche Sprache zu mi-schen, desto strafbarer ist diese Unart. Abscheulich, ent-setzlich, grauscnd." Stutz. Für grausend müßte es wolgraulich, Grausen 'erregend, graslich oder grasig hei-ßen. Denn nicht von dem schrecklichen Gegenstände, son-dern nur von dem empfindenden Wesen, welches da-durch erschreckt wird, kann gesagt werden, daß ihmgrauset.
Horreur(fpr. Hörrohr), der Grauel, Abscheu, Schrecken.
Hospes , nicht bloß Gast und Fremder, welche Ki n dcr-ling dabei angeführt hat, sondern auch Wirth; und
zwar