Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
45
Einzelbild herunterladen
 

Bonn

Ho no

Hono

45

Lessing und Ramler sie vor dreißig Jahren unter^-n veralteten Logauischcn Wörtern mit aufstellten, wa-ren sie vergessene Todte; jetzt wadeln ste, ungeachtetAd. es »ich- gestatten wollte, als rüstige Jünglingevoll neuer Lebenskraft, in Schriften und Gesprächenumher. Ad. hat daher Unrecht, sie noch jetzt unter dieveralteten zu rechnen, llud ihnen, als solchen, das Ver-werfungszeichen vorzusetzen. Log au hat auch Bieder-weib für honnete 1 femme :

Ein Biederweib im Angesicht, ein Schandstcck in

der Haut.

Bei ihm findet man auch die Zusammensetzungen: Bie-dcrherz, Biedersinn, Biedcrwesen, Biedcrlob, d. i.ein Lob, wieder Biedermannes dem Biedermanne er-theilt. Affsprung hat.auch das Deilegungswort bie-derherzig gebraucht:Ich kenne Ihre bicderhcrzige Den-kungsart."

HonneretL (spr. Dnnat'teh), die Ehrlichkeit, Ehrbar-keit, Wohlanstandigkeit, Sittsamkeit, Rechtlichkeit,Artigkeit, Güngkcit. Eins oder das andere dieserDeutschen Wörter wird in jedem Falle dafür passen.

Homieur (spr. Onnöhr), die Ehre. ?ar lronneur, eh-renthalber. lftoint 6'honnenr,stch. ?oint. Die Hon-neurs machen, heißt so viel als: bewi then, den Wirthmachen, die Bewirthung besorgen. Halt aus hatdafür die R. a. die Hausehre bezeigen.

Honorable (fpr. onvrabl), rühmlich, ehrenhaft, ehren-voll.

Honorarium. Ich schlug Chreniold und Ehrenlohn da-für vor; beide wie Ehrentanz, Ehrenwein und ähnli-che mit Etzre zusammengesetzte Wörter gebildet, welcheandeuten, daß der Gegenstand des damit verbundenenWortes nicht um sein selbst willen angeboten oder ge-geben werde, sondern um denjenigen, dem er angebo-ten oder gegeben wird, dadurch zu ehren. Heynatzhat Ehrengebühr, und Kinder ling SchriftgcldundSchriftvcrdicnst dafür vorgeschlagen.

Ehrensold ist in Wielands Merkur (März 1797)angenommen worden, ungeachtet Moritz es in derDeutsch. Monatsschrift schon im Dec. 1792 für ver-werflich erklärt hatte; weil man, wie er bemerkte, ge-

- rade durch das Wort Honorarium den Geistesarbei-ten die Achtung und Schonung beweisen wolle, daßman den Begriff des Soldes davon entferne. DieserTadel würde denn doch aber bei dem zweiten Ausdrucke,Ehrenlohn, keine Anwendung finden, weil wir gewohntsind, daö Wort Lohn sogar in Verbindung mit der Tu-gend selbst, sowol in Allgemeinen, als auch in Bezugauf jede besondere Tugend zu gebrauchen. Wir redenvom Lohne der Tugend, vom Lohne der kindlichen Lie-be u. s. w., und niemand findet etwas anstößiges darin.Der Bcurtheiler in der Allg. Bibliothek glaubt, demWorte Ehrenlohn aus einem, dem obigen Tadel geradeentgegengesetzten Grunde, wenig Glück verheißen zu kön-

nen,weil, was wir Honorarium nennen, in un-sern Tagen, wenigstens in den meisten Fallen, besserSündengeld hieße." So ist dem Einen zu edel, wasdem Andern nicht edel genug war. Trapp sagt:ichdächte, wir sagten schlechtweg und geradezu, Bezah-lung. Dieser darf sich ja kein Gelehrter schämen. Eingelehrtes Werk hat einen doppelten Werth; einmahlals Kunstwerk. Dieser wird nicht bezahlt, und kann,seiner Natur nach, nicht mit Gelde bezahlt werden.Die Bezahlung oder der Lohn däfür, ist der Beifall,den das Werk findet; also die Ehre; oder der Nutzen,den das Werk stiftet, also die Freude, Gutes gewirktzu haben. Zweitens als Buchhändlerwaare, und i'n so-fern ist es bezahlbar. Die Gelehrten sind wunderlicheLeute, daß sie sich dieses zweiten Werrhs ihrer Werke schämen; er thut ja dem ersten gar keinen Eintrag.Schämte ich mich seiner dennoch, so würde ich garkein Geld für meine Bücher nehmen, weder unter demNamen Honorar, noch unter dem des Ehreulohns,oder unter irgend einem andern. Was thut der Namezur Sache? Ich, der ich mich der Sache nicht schäme,werde mich auch des Worts nicht schämen, und vondem Buchhändler für meine Schriften ohne UmständeBezahlung verlangen.^

Hillmer vertheidiget die Wörter Ehrensvld undEhrenlohn durch cineBcmerkung, die mir richtig zu seinscheint.Nach der Natur unserer Sprache, sagt er, be-stimmt in allen, aus zwei Lubstantiven (Sachwörkern)zusammengesetztenWörtern das erste den Werth und Cha-rakter (feie Würde) des' letzren. Dahtr verliert bei Me-salliancen (Mißverbindungcn) das zweite allemahl sei-nen Adel, wenn das erste unedel ist. Man sehe folgen-de Wörter an: Affenliebe, Schcinheiligkeit, Hohn-lächeln, Schadenfreude, Judaskuß, Saufbruder,Schmählied. Ist es nun nicht schon der .Analogie(Sprachahnlichkcil) gemäß, daß das erste,wenn es von edlerHerkunft ist, dem mit ihm gepaarten unedlen seinen Adelmittheile? Wir finden dieses auch in den Wörter» ^Rit-terschlag, Ehrenbank, Liebesdienst und in vielen an-dern." Affsp r ung hat dem Ausdrucke Ehrenlohn (inden Beiträgen zur weitem Ausbild. der Deutsch. Spra-che. V. Zt.) auf folgende Weise das Work geredet:Honorarium hieß ursprünglich in der mittlern undspätern Zeit, dns, was man dem Priester, Arzte nnd Sach-walter für ihre Mühe verehrte, indem freie Lente nichtfür einen bestimmten Lohn arbeiteten, Predigten hieltenund Segen sprachen; allein da in unsern Tagen alle die-se Herren, auch die Schriftsteller, für bedungenen Lohnarbeiten: so ist es lächerlich, das Work unanständigerals die Sache zu finden. Auch führt das Wort Lohnund lohnen nicht im mindesten etwas verächtliches mitsich, und heißt eigentlich so viel als vergelten, recom-penser, wie sehr virlc R. a. beweisen, z. B. mit Un-dank lohnen. So lohnet Gott die Frömmigkeit mit derF 3 ewigen