Hodo
Hofi
Homa
Ho ixn
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corpus meum, geschieht, nach der Lehre der Röm.Kirche, die Verwandlung. Daher sagte man von einemTaschenspieler: der macht auch Verwandlungen, wie un-ser Priester, er macht auch hoc est corpus, er machtauch Iiocus copus, hocus pocus. — Diese Erklä-rung habe ich einst in einer Wochenschrift: der Westfä-lische Beobachter, gelesen. Ich weiß nichts daran zu be-richtigen." v. Winterfeld.
Diese Herleitung, welche sich ursprünglich von demCngelländcr Tillotfon herschreibt, mag gegründetsein oder nicht, so bedeutet doch Hocuspocus in sedemFalle einen Taschcnfpielerstreich, ein Gaukelspiel.
Hodometer, ein Wcgmcffer.
Hotiren. Weil dieses Wort, sowol seiner undeutschen En-dung, als auch einer garstigen Nebenbedeutung wegen,unausstehlich ist: so hat man schon lange das Bedürf-niß gefühlt, ein neues dafür zu bilden. In Ermange-lung eines bessern, hat man die wörtliche Ucbersetzungder Franz. R. a. faire sa cour, einem den Hof ma-chen , an die Stelle desselben gesetzt; allein da diesenur von denen, welche Franz, gelernt haben, v rstandenwerden kann: so können wir ihr das Bürgerrecht inunserer Sprache nicht zuerkennen. Ich habe daher hö-seln dafür vorgeschlagen, und Gründe angeführt, diees wahrscheinlich machen, daß dieses Wort ehemahlsschon in Gebrauch gewesen sci. S. Cour. Da aber die-ses Wort, vermöge feiner Endsilbe cln nicht in ernst-haftem und würdigen Sinne, sondern nur, so wie ho-firen selbst, in Scherz oder Spotte gebraucht werdenkann: so ist in meiner Preisschrift und in dem dazu ge-hörigen Nachtrage für jenen Fall, theils feiern, theilsHosen vorgeschlagen. Hosen, sagte ich, aus welchemhohren vermuthlich entstanden ist, könnten wir da ge-brauchen, wo von eigentlicher hofmäßiger Aufwartung,ohne spottenden Ncbcnbcgriss, die Rede ist; höfcln hin-gegen da, wo man. entweder einen solchen Ncbenbcgriffandeuten, oder auch ein verliebtes Bezeigen gegen dasandere Geschlecht ausdrucken will. Eschen bürg un-terstützte diesen Vorschlag durch folgende Anmerkung:„Höfen ist schon ein altes Wort; hausen und hofen,hieß, einen in Haus und Hos aufnehmen. Auch. wurdeeö für Hof halten gebraucht, wie im Schwaben-spiegel: Städte, wo der Kaiser hofen soll. Frischhat auch Höfelung für Gastmahl oder höfisches Wohl-leben, und höfcln für hofmäßig schmausen." Diese Be-deutungen sind aber alle schon so veraltet, daß manhofen und höfeln sehr gut in der von C. vorgeschlage-nen Bedeutung einzuführen suchen könnte." EinigeSchriftsteller, z. B. Rcbmann (in der Geißel), undRink in Suhm's aus dem Dänischen übersetztenSchriften, haben diesen Vorschlag angenommen. „Erhöfclte dem Fürsten. Er höfclte der Königinn." Auchdem Neuen Froschmausler ist dieses Wort einverleibtworden:
Die krümmten sich und krochen sehr,
Bewegten höfelnd Kopf und Schwanz,
Wie einst, da jeder war noch Schranz.
H e y n a tz , welcher hofen annehmungswürdig findet,glaubt, daß wir das verkleinernde höfeln entbehren kön-nen. Mir leuchtet das Gegentheil ein. Man sehe dieangeführten Stellen.
Homagium, Franz. Homage (spr. £>mög’>, die Hul-digung.
Homicidium,, bei* Todtschlag;— casuale, der zu-fällige ; — voluntarium' oder dolosum, der vorsch-liche , beabsichtigte. .
Homiletic, die Kanzclrcdekunst.'
Homiletisch, kann theils durch kanzclmaßtg, theils durchZusammensetzungen mit Kanzel ausgedruckt werden; z.B. Kanzelbetrachtungen oder" kanzclmäßige Bctiach-tungen.
Homilie, ein Kanzclvortrag, eine geistliche Rede, Pre-digt. (" " . ‘ '
Komme d’atfaires (spr. Omm' daffär'), ein GeschÜfts-besorgcr, Geschäftsführer, Geschäftsverweser, Haus-hofmeister. Geschäftsträger ist kein gutes" Wort, weilwir nicht ein Geschäft tragen, sondern führen oderausführen und besorgen sagen.
Komme de Lettres (spr. Dmm' de Lett'r), ein Ge-lehrter.
Komme de qualite (spr. Dniin' de" Kalitch), ein Mannvon Stande.
Homocentrisch, was einerlei Mittelpunkt mit einemandern hat. Sollte man nicht cbcnkreisig, d. i. waseben so kreiset, folglich auch sich um einerlei Mittel-punkt bewegt, dafür sagen können?
Homogen, gleich-artig.
Iiomogeneität, die Gleich-artigkeit.
Homologi seh, gleichlautend; in der Mcßkunst, wo es. von Winkeln gebraucht wird, die einerlei Lage haben-gleichliegend.
Homonym oder homonymisch, gleichnamig.
Homonymie, die Gleichnamigkeit.
Honnete, (von den Franzosen onnaht', im Deutschen hon-nett ausgesprochen), kann, je nachdem der Zusammen-hang es erfodcrt, durch eins oder das andere von fol-genden Deutschen Wörtern ersetzt werden: ehrlich, ehr-bar, anständig, gesittet, sittsam, rechtlich, artig, gü-tig, bieder. Hatte z. B. Herder nicht füglich dasletzte Wort dafür gebrauchen können, als er schrieb:„Schwerlich gibt es eine honettere (biedrere) Denk-art, als die der Abt St. Pierre in allen Schriftenäußert."
Honnete - homme (spr. Onnät'-vmm'), ein ehrlicher,rechtlicher, braver Mann, ein Biedermann. Das Wortbieder und die Zusammensetzung Biedermann, sind einBeispiel, wie glücklich abgestorbene Wörter, wenn siees sonst verdienen, wieder belebt werden können, Als
Lessing