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2 (1808) F - Z
Entstehung
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Herb

Hero

Hero

Hete

L

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sammengezogen clam, im Russischen innerhalb oderzwischen solchen Wanden befindlich, d. i. zu Hause,nicht öffentlich sichtbar, sondern verborgen. bedeutet.So auch das Lat. clam; und unser heimlich oder ge-heim von Heim. Auch im Deutschen sind von jenemcolam noch Abkömmlinge zu finden, z. B. klemmen,klamm, Klammer. Was nicht heim, verzaunt, mitWänden eingeschlossen ist, das ist offen; daher öffent-lich, das Gegentheil von geheim oder heimlich. Ebenso im Slavischen und Lateinischen. In jener ist Hole,ein offener Platz, freies Feld; daher polern(Lat. pa-lam) das Gegentheil von colam oder clam/'

Herbergirer, der Herberger.

Herborisiren. S. Botanisiren.

Herborist, ein Krauter- oder Pflanzenkenner.-

Hermaeon. Dieses Grichische Wort muß deswegen hiermit aufgeführt werden, weil einer unserer Schriftstel-ler, Hermes, gut gefunden hat, es zum Titel einesseiner Werke zu machen: Manch Hermann. Es bedeu-tet etwas gefundenes, mit Einem Worte, einen Fund.Also, mancher Fund, wollte der genannte Schriftstel-ler sagen.

Hermandad. Dieses Spanische Wort heißt, Brüderschaft,worunter in Spanien eine Art von Sicherheitsanstalt(Policei) verstanden wird.Ihr Ursprung ist in Casti-lien um das Jahr 1466 zu suchen, da verschiedeneStädte sich vereinigten und Bürgercompagnien errichte-ten, um sich wider die Unterdrückungen der Großen undgegen die in deren Dienste stehende Räuber zu schützen.Dergleichen Vereinigungen wurden Lanias Herman-clades, heilige Brüderschaften, genannt." JägersZeitungslexicon.

Hermaphrodit, ein Zwitter.

Hermenevtic, die Auslegungs- oder Erklarungskunst.

Hermetisch. S. Chemisch. Hermetisch verschließen,heißt, etwas lustfest (wie schußfest) machen, oderluft-fest verschließen.

Hermitage (fpr. Ermitag'), eine Einsiedelei.

Heroen, Halbgötter.

Heroide, eine von Ovid eingeführte Gcdichtsart, dieman auf Deutsch Heldenbricfe nennen könnte. So nann-te sie auch schon H 0 fm a n n s w a l d a u, als er sicheinfallen ließ, seine wassersüchtige Muse auch Versuchein Herolden anstellen zu lassen.

Heroisch, heldenmüthig und heldenmaßig. L a v a t e rhat auch heldenhaft und die Heldenhaftigkeit für He-roismus gesagt. Wo aber diese Deutschen Ausdrückenicht passen, da kann man sich durch Zusammensetzun-gen mit Helden helfen, z. B. Heldenfinn, Heldengeist,Heldenblick, Helden-angesicht:

Und kehrt er heut', aus dem GewühleDör Sorgen für Europens Ruh,

Das Helden-angesicht dem Sohne lächelnd zu.DaS heroische Eilbcnmaß und heroische Verse, sind

Silbenmaß und Verse fürs Heldengedicht. Einige,welche die von unserer Sprache gewahrte Freiheit derWortbildung über die von Vernunft und Geschmack ihrgesetzten Gränzen ausdehnen, haben heldisch für heroischversucht.Ein heldischer Anstand." Das dunkle Gefühl,aus welchem vermuthlich jeder Leser von Geschmack die-ses Wort verwirft, scheint mir darin seinen Grund zuhaben, daß ein so erhabener Begriff, als das WortHeld darbietet, und die gewöhnlich verunedelnde End-silbe isch sich schlecht zu einander passen.

Heroismus, der Heldengeist, Heldenfinn, Heldenmuth-auch das Heldenthum, so wie wir Christenthum fürchristliche Gesinnung sagen:Dis ist das Heldenthumunserer Zeiten." Theophron.Vortrefflich! rief sieaus; das nenn'ich Heldenthum!" Wie land. Lava-ter hak auch Heldenhaftigkeit dafür gebildet.

Hesperus, der Abendstern, sonst auch die Venus ge-nannt.

Heterodox, sollte eigentlich durch fremdlehrig übersetztwerden; allein neulehrig scheint mir theils verständli-cher, theils den Begriffen, den wir mit jenem Grichi-schen Worte jetzt verbinden, angemessener zu sein. Miß--glaubig, welches Lessing dafür gebraucht hat, paßt,wie irrlehrig oder irrgläubig, nur dann, wenn manheterodox in demjenigen Sinne nimmt, worin die Alt-gläubigen (Orthodoxen) es nehmen.Wie viel un-schädlicher schickt jetzt ein Mißgläubiger seine Grillen indie Druckerei." Im Antigötz.

Heterodoxie, die Fremd- oder Neulehrigkeit, der Neu-glaube (wie Neumond); .in dem Sinne der Altgläubi-gen gebraucht, der Irrglaube, die Irrlehre, der Wahn-glaube. G erst n er hat Fremdglaube für Heterodoxie,und fremdglaubig für heterodox gebildet.

Heterogen, ungleich-artig. Fremd-artig paßt,wie He y-n atz bemerkt, besser für disparat. In der Hamb. neuenZeitung wurde der Ausdruck sremdliche Grundtheileentweder für disparate oder für heterogene Elemen-te gebraucht. Ebeling hat auch verschieden-artig da-für gesagt:Die Geschmeidigkeit eines Genies, welchessich einen so verschieden-artigen Stoff so ganz aneignenkonnte."

Heterogenitlit, die Fremd-artigkeit, Ungleich-artigkeit,Verschieden, artigkeit.

Heteronomie, in der Kantischen Philosophie, die fremdeGesetzgebung;wenn der Wille irgend worin anders,als in der Tauglichkeit seiner Maximen zu einer eige-nen allgemeinen Gesetzgebung, mithin, wenn er, indemer über sich selbst hinausgeht, in der Beschaffenheit ir-gend eines seiner Objecte das Gesetz sucht, das ihn be-stimmen soll." Kant. Sie wird der Heantonomieentgegengesetzt. S. dieses.

Heteroscii, in der Erdbeschreibung, Leute, welche ihrenSchatten des Mittags immer nur nach Einer Wcltge-gend hin, nämlich entweder immer gegen Norden, oder

immer