Haut
Remi
Hemi
Herb
4i
So haben wir auch Hochgefühl für hohes oder höchstesGefühl, und Hochgenuß f. hoher oder höchster Genuß:Uns (Jägern) ist ein wohlgerathner SchußDes Lebens wahrer Hochgenuß.
v. Mönch hausen.
Hautrelief (spr. Hohrelljeff), hocherhabenc Arbeit, beiwelcher die abgebildeten Gestalten zwar auch noch mitdein Grunde zusammenhangen; aber doch ungleich mehrals beim Basrelief, oder der halb - erhabenen Arbeithervorspringen.
Heautonomie, in der Kantischen Philosophie, die eige-ne Gesetzgebung, „nach welcher die Urtheilskraft ihrselbst das Gesetz gibt, und ein Vermögen ist, nur mitdenjenigen Begriffen, die ihr anderweitig gegeben sind,vorkommende Kälte zu vergleichen, und die subjective»Bedingungen der Möglichkeit dieser Verbindung a prio-ri anzugeben." Kant. Sie wird der Hetercmorniöentgegengesetzt. S. dieses.
Heautontimorumenos , der Selbstqualer» „Armer,mißgeleitetcr Selbstquäler" Theophron.
Hebetude (spr. Hebelnde), die Stumpfheit. Ad. erkenntdis zwar für das schicklichste Sachwort, von stumpf ab-geleitet; setzt aber hinzu, daß es nicht eingeführt sei.Gleichwol kommt es bei einigen unserer besten Schrift-steller, z. B. bei S ch i l l e r, vor. S t i e l e r hat es schon«
Hecatombe, ein Opfer von hundert Rindern, oder auchwol von eben so vielen andern Thieren; also, ein hun-dertfaches Opfer.
Hectic, die Auszehrung, Schwindsucht«
Hectisch, schwindsüchtig / auszehrend, z« B. ein sol-ches Fieber.
Hegira, ein Arabisches Wort, welches die Flucht bedeu-tet. Es wird aber die Flucht Muhamcds von Mekkanach Medina gemeint, von welcher die Türken ihre Zeit-rechnung angefangen haben. Im Jahr der Hegira Zoo>heißt also, Zoo Jahr nach Muhamcds Flucht.
Heiduck. Mit diesem Ungarischen Worte wurde zwarursprünglich eine Art leichtbewaffneter Kriegesleute zuFuß bezeichnet; allein heutiges Tages versteht man dar-unter, in Deutschland wenigstens/ gewisse Bediente inHusarenkleidung und mit sehr hohen Flügelmützen, de-ren man sich vornehmlich zum Sänstentragen bedienet«Man könnte sie daher hochbemützte Sänftenträgernennen.
Heliometer, der Sonnenmestet/ d. i. ein Werkzeug,womit man den scheinbaren Durchmesser der Sonne(oder des Mondes) mißt.
Helioscop, ein Sonnenglas, d. i. ein Fernglas mit an-gelaufenen Gläsern, womit man die Sonne beobachtenkann, ohne daß das Auge sehr davon angegriffen wird«
Helmtropium, die Sonnenblume.
Helleborus, die Riesewurz oder Niefewurzel«
Hemisphäre, eine Halbkugel-2. Band,
Hemistichium , ein Halbvers. Einige Verse nämlich be.stehen aus zwei Hälften, die durch einen dem Ohremerklichen Absatz oder Ruhepnnkt in der Mitte getrenntsind; und jede dieser Hälften wird ein Hemistichiumgenannt.
Hendecasyllabert, elfsilbige Verse. So wie wir vonEnde den Ender (ein Zehn-ender^ Zwölf-ender u. s. w.)abgeleitet haben: so könnten wir auch Silber von Sil-be bilden, und den Henckecasyllabus einen Elfsilbetnennen.
Hepatica , Leberkraut.
Hepatisches Gas oder hepatische Luft, in der Na-turlehre, eine stickdunstartige (mephitiscbe) entzünd-bare und mit Wasser mischbare Gas-art, die aus Schwe-fellebern, d. i. aus der Verbindung des Schwefels mitLaugensalzcn, alkalischen Erden, oder einigen Metalllen, vermittelst der Salz- oder Vitriolsäure, gezogenwird. Einige haben Schwefelleberluft, andere z. B.Scheele, Schwefelluft dafür gesagt. S. GehlcrSphistcal. Wörterb.
Hepatitis, die Leber-entzündung.
Heptachord, in der Tonkunst, die Septime. Efchen-burg. Aber nun dieses Septime selbst?
Heptagon, ein Sieben-eck.
Heraidic, die Wappenkunst oder Wappenlchre.
Herbarium, ein Kräuter- oder Pflanzenbuch. Herba-rium vivum, ein lebendiges oder natürliches Kräu-terbuch.
Herbergireu; und warum denn nicht Herbergen? Weilman aus diesem zur Zeit des Mönchslateins berber-gare oder heribergare gemacht hatte, und dieses nunwieder durch berbergiren verdeutschen wollte. DiesesZwittcrwort zu gebrauchen, ist um so viel unverzeihli-cher, da das echldeutsche Herbergen nicht einmahl ver-altet, sondern noch überall üblich ist. Im N. D. hatman auch Heimen dafür. S. Brenn Wörterbuch. A d.hat dieses Zeitwort gar nicht; Frisch hat es nur, wieheimführen, in der Bedeutung des Heirathcns gekannt;Stieler aber führte es für heimbringen oder ein-ärndten auf. Jetzt würde dieses Wort den Nebenbe-griff des Derbergens erwecken, und man könnte es da-her wol nur von der Aufnahmt verdächtiger oder flüch-tiger Personen gebrauchen. Ueber das Stammwortheim theilte mir einst Wolke folgende, während sei-nes Aufenthalts in Rußland gemachte Bemerkung mit,die eine auffallende Verwandtschaft der SlavischenSprache mit der Lateinischen und Deutschen ins Lichtstellt: „Was in unserer Sprache heim ist, das ist inder Slavischen, und war einmahl in der Lateinischen,das Wort Col. Dieses bedeutet noch jetzt im Russi-schen einen der übereinandergelegten Balken, aus wel-chen dort die Wände ungemauerter Häuser bestehen ; alsoetwas zur Verzaunung oder Absonderung dienendes, wieheim in seiner ersten Bedeutung. Daher Eolam, zu-F sammen-