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2 (1808) F - Z
Entstehung
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Harm

Haus

Haut

hannonie:Die Harmonie ist nichts anders als derWahlklang oder die gute Zusammenstimmung allerStimmen des Tonstücks." Sulz er. Sein ganzes Le-den war ein ununterbrochener Wohllaut. Leib-n i tz en s Harmonia praestabilita, heißt auf Deutsch:die vorherbestimmte Zusammenstimmung.

Harmoniren, übereinstimmen, zusammenstimmen, ein-trächtig oder in Eintracht leben, in gutem Zusam-menklänge stehen.

Harmonisch, übereinstimmend (als Nebenwort, übcr-rinstimmig), zusammenstimmend, einträchtig.

Harpune, ein Wurfspieß mit Widerhaken zum Wallfisch-fange. Seiner undeutschen Betonung wegen muß ichHakrnspicß dafür vorschlagen. Andere haben Wurfpfeildafür angesetzt. Der Harpunirer, d. i. derjenige, wel-cher die Harpune wirft, könnte der Spießwerfer ge-nannt werden; weil dieses Wort nicht anders als ineinem solchen Zusammenhange vorkommen kann, der ei-ne genauere Bestimmung unnöthig macht.

Hasard, Franz. Hazard, (spr. Hasahr), 1. der Zufalloder das Ungefähr. Es ist ein bloßer Zufall, ein bloßesUngefähr; 2. die Gefahr, das Wagstück, die oderdas Wagnis. Letztes, welches schon Schotte! hat,gebraucht Ged ike:Das Wagniß ist ohnedis schon,wegen der vielen Vorarbeiter, weniger mißlich." Wag-stück, welches bei A d. fehlt, hat Wie land:

Bevor ei» Menschenfohn das kühne Wagstück wagt.Per hazard, von ungefähr,zufälliger Weife oder durchZufall.

Hasardiren, wagen, es darauf ankommen lassen, aufsSpiel setzen. Hasardirt, gewagt. Wirchaben auch dasBeiwort waglich, welches sich oft dafür gebrauchen läßt.Die Insel Bourbon leidet drückenden Mangel. Siehat daher den waglichen Ausweg eingeschlagen u. s. w."Hamb. neue Zeitung. Wieland hat auch wagehal-sig dafür gebildet, welches in der launichten Schreib-art immer mitgebraucht werden kann:Man kennt dieunerschütterliche Festigkeit des Ministers, von der Oppo»sttion (der Abstandsscite) wagehalsige Halsstarrigkeitgenannt."

Hasardspiel, ein Glücksspiel, ein Wagespiel.

Haseiiren, heißt, sich wie ein Hase betragen, d. i. Pos-sen machen oder treiben. Man könnte Haseln von Hase,wie schweinigeln von Schweinigel, ableiten. Mit derVorsilbe ver ( verhaseliren) wird es für vergeudenoder leichtsinnig durchbringen, verschwenden gebraucht.

Hansiren, hieß ursprünglich hausen; was hindert uns,dieses rcindeutsche Wort wieder an die Stelle zu setzen,aus welcher es von jenem Zwitter verdrängt ward?Der Hausirer würde fich dann auch gefallen lassen müs-sen, wieder auf Deutsch der Häuser genannt zu wer-den, welches aber von der Mehrzahl des Wortes Hausnicht unterschieden werden könnte. Auch haben wir für

diesen schon die Ausdrücke Packkramer oder Träger undRaisstrager. S. labulettkrämer.

Hautain (spr. holäng), weiblich hautaine, stolz, hoch-müthig.

Hautbois (spr. Hohboa oder Hoboeh); ein Tonwerkzeugzum blasen, welches in einer geraden, stückweise zusam-mengesetzten , nach unken zu erweiterten hölzernen Röhrebesteht. Den Franz. Namen Hochholz hat dieses Werk-zeug vermuthlich daher, weil es, wie die Kunstverstän-digen sich ausdrucken (S. Jakobsons technol. Wör-terb.), eine Secunde höher geht als Zinken und Po-saunen. I a c 0 b so n hat den Namen Schallmei, alsgleichbedeutend, daneben gesetzt; allein die Schallmei,wenigstens diejenige, deren die Hirten sich noch hierund da bedienen, ist doch sowol der Größe, als auchder Einrichtung nach von dem eigentlichen HautboisnSfemcrflicf) verschieden, und antwortet dem Franz.Cimumeau. Da die ersten Blasewerkzeuge bei unsernVorfahren Kuhhörner waren, und man daher auch nochjetzt die meisten Werkzeuge dieser Art, auch wenn sienur noch eine entfernte Achnlichkeit mit jenen haben,Hörner zu nennen pflegt, z. B. Waldhorn, Giffhorn,Krummhorn u. s. w.: so ließe sich für Hautbois dieBenennung Hochhorn bilden. Der Landmann in Nie-dcrsachftn begreift die gesammten größer» Blasewerkzeu-ge, das Hautbois , das Waldhorn und die Posaune,unter dem Namen des hohen Zeuges.

fjautboist (spr. Hohboist); eigentlich derjenige, der daSHochhorn (Hautbois) bläset, also ein Hochhornbla-ser; aber weil dieses Werkzeug vornehmlich zum Feld-spiel (zur Fcldrnusic) gebraucht wird, so versteht manunter Hautboist in weiterer Bedeutung auch jedenFeldspieler oder Feldtonkünstler. Für den gemeinen Ge-sprächston ist aber dieses letzte freilich zu edel.

Hautelisse (spr. Hot'liß'); eine künstliche Art Tapeten-weberei, die auf einem Stuhle geschieht, auf welchemdie Kette oder der Aufzug (la lisse) senkrecht von obennach unten zu läuft; dahingegen bei der Lasselisse derAufzug wagerecht ausgespannt wird. In Jacobso.nstechnologischem Wörterbuche finde ich zwei DeutscheBenennungen dafür angeführt, nämlich hochschaftigeund hochkettige oder senkrechtkettige Teppiche. Ein tief-schäftiger Teppich ist Basselisse.

Hautement (spr. Hot'mang), laut, rund heraus, umgescheut, z. B. etwas so erklären.

Hautgout (spr. Hoguh), der Hochgeschmack. StuvsAuf gleiche Weise habe ich Hochgeruch für den feinstenund stärksten Geruch bilden zu dürfen geglaubt:

Und hatt' aus seinem Leibe kein Haar,

Das nicht den Hochgeruch der Heiligkeit,

Wie Bisam, hauchte weit und breit.

D. neue Froschmäuöler.

So