Grün
Gumm
Gust
Gyna
gen. Diese Baume, diese Gestalten sind schön gegruppt.Sonst können wir den Begriff freilich nur durch die Um-schreibung , in Haufen zusammenstellen, bezeichnen.Würde das N.D. Druffcl für Grouppe beliebt, so könn-te man auch ein Zeitwort, druffcln davon ableiten. Schön-gcdruffelte Vaumklumpen, könnte man sagen.Grundiren, gründen. Dieses überflüssige Zwittcrwort. fand ich bei Hcrder'n, der, so viel ich weiß, es zu-erst, aber hoffentlich ohne Erfolg, in die Schriftsprache• gebracht hat. „Die feinste Linie, die wir kennen, einLichtstrahl, ists, der den Raum, und was in ihm Platznimmt, unterscheidet, trennet, scheidet. Er grundirtdie Welt; auf diesem Grunde erscheinen derSecle fortanalle ihn bewohnende Gestalten. Dadurch ward ihr ciü. Bild des Raumes." Und warum nicht: er gründet dieWelt? Vermuthlich besorgte der Verf., daß man diesesDeutsche Wort hier in seiner eigentlichen Bedeutung neh-men, ihn also mißverstehen könnte. Allein es ist ia beiden Mahlern in seiner uneigcntlichen Bedeutung eben sogebräuchlich; und daß es hier in keiner andern, als diesergenommen werden solle, gibt ja der Zusammenhang ganzaugenscheinlich zu erkennen.
Guardian, der Vorsteher oder Aufseher eines Baarfüs-scrklosters.
Giiei'idoii (spr. Gcridong), ein Leuchtergestell. Man hatauch Leuchterstuhl, Leuchtertisch, Leuchtertrager undLcuchtcrsaule dafür vorgeschlagen.
Guillotine (spr.Gilljotin'), eine von dem Fränkischen Arz-te Guillotin zur Zeit der großen Staatsumwälzungangegebene Köpfmaschine, die ich Köpframmc nennenmöchte , theils weil Maschine selbst undeulsch ist, theilsweil das Gerüst, woraus jene Maschine besteht, voll-kommen einer Ramme gleicht. Man könnte aber auchFallbeil dafür sagen.
Guillotiniren ( spr. gilljotiniren), durch die Köpframme' oder das Fallbeil enthaupten. Man könnte, wennKöpf-ramme beliebt würde, das Zeitwort köpframinen fürguillotiniren davon ableiten. „Unter Robespierre'sgräulicher Schreckensherrschaft war das Köpframinen dieTagesordnung."
Guirlande (spr. Girlangde), Blumeugewinde und Blu-menschnur. Blumenkranz, welches Stutz dafür an-gesetzt lat, ist nicht passend, weil die Guirlande nichtrund, also auch kein Kranz ist.
Guitarre (spr. Gitarre), nicht völlig einerlei mit unsererZither. Die Jtaliäncr (Jtalicr) erhielten dis, mit 8oder 10 Seilen bezogene Tonwerkzcug von den Spaniern.Esch enburg. Man müßte es also die Spanische oderauch die Welsche Zither nennen.
Gummi, Harz und Kleber. Ad. sagt, unter Gummi,daß es zum Unterschiede von Harz Kleber genannt wer-de; unter Kleber aber: es bedeute Gummi, wegen sei-ner klebrigen Eigenschaft. Entweder findet also jenerUnterschied in der That nicht Statt (und wozu sollte er
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auch), oder Ad. hatte am letzten Orte ihn wieder ver»gcssen.
Gusto, der Geschmack.
Gustos. Geschmackvoll, der einzige Ausdruck, den wirdafür haben, scheint mir keine gute Zusammensetzung zusein, weil das, was wir in diesem Sinne Geschmacknennen, nicht als etwas, wovon eine Sacht voll ist,gedacht werden kann, indem es nur eine Eigenschaft be-zeichnet, die aus der Form, Mischung, Anordnung undStellung der einzelnen Theile einer Sache erwächst. ImN.D. findet sich das bessere geschmacklich (smacklig od.schmacklik), und imO.D. geschmack und gcschmackt da-für ; beide klingen aber freilich im H. D. noch fremd.Wir Hof hat geschmack einzuführen versucht:
Wehrhafter als Lukrcz, nicht aber so geschmack.
Da wir dasjenige, was keinen guten Geschmack hat,durch abgeschmackt, imO.D. auch durch ungeschmackt(S. Heynatz im synonym. Wörtcrbuchc unter Abge-schmackt) bezeichnen, so sollten wir das, worin der ge-hörige oder gute Geschmack sich findet, geschmückt nen-nen dürfen; aber noch hat, so viel ich weiß, diesen Aus-druck niemand versucht. In der Jen. Lit. Zeitungv. 1799. N. 115. wird für gustös in thätiger Bedeu-tung das Wort wohlschmeckerisch gebraucht, welchesaber, seines doppelten Zischlautes wegen, selbst geradenicht zu den geschmacklichsten gehört: „Daß es genügsa-me Köpfe unter uns gibt, die wohlschmcckerischc Ohrenan sich tragen." Kant hat geschmackmaßig dafür ge-braucht: „Geschmackmaßig, was durch die Sinne ge-fällt." ■— Siehe aber eine hiehergehörige Bemerkungüber die Wörter geschmückt, abgeschmackt, und unge-schniackt, unter Fade.
Guttural, kann durch Zusammensetzung mit Kehl über-setzt werden, z. B. Kehlbuchsiaben, für Gutturalbuch-staben.
Gymnasium. K i n d e r l i n g hat Oberschule dafür ge-bildet; welches Wort sowol passend ist, als auch deirVortheil gewähret, daß man davon Obcrschüler fürGymnasiast ableiten kann.
Gymnastik, die Uebungskunst. Die nähere Bestimmung,des Körpers, braucht nicht immer angegeben zu werden,weil sie in den meisten Fällen aus dem Zusammenhangeerhellen wird. Auch redet man wol von einer Gym-nastik derSeclenkrafte; und wir bedürfen daher einesallgemeinen Wortes. Da aber, wo nur von Uebungender Körperkräfte die Rede ist, können wir Leibes - oderGliedcrübungskunst dafür sagen. Das Beiwort gym-nastisch kann gleichfalls durch Zusammensetzungen mitLeib oder Uebung gegeben werden, z. B. Leibesübun-gen, Uebungsspiele.
Gymnosophisten, könnte man (versteht sich, in Scherzoder Spott) Barweise (nach barfuß gebildet) nennen.
Gynaeceum, das Weiberzimmer. Dem Worte Frauen-zimmer hat der Sprachgebrauch bekanntlich eine andere,E 3 zwar