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2 (1808) F - Z
Entstehung
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Graz

Grot

Grou

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Bei der süße» Holdinn wohnetDennoch immerdar sein Sinn.

Bürger.

Vielleicht aber, daß Holdinn hier, wie bei H a g e d 0 r n,nur Geliebte bedeutet.

Grazioso, in der Tonkunst, gefällig, angenehm. Eschen-b u r g.

Grillonnage (spr. Griffonnage), eine schlechte, unleserli-che Schrift, daS Geschmiere, Gekritzel.

Griistonuiron , schmieren, kritzeln, krallen.

Griilade, Griö stetes, Rostflcisch. Diese Wörter passenaber auch für Garboiuracie. Frisch hat im Franz.Wörlcrbuche für jenes, wie für dieses Rostbraten an-gesetzt.

Grilliren (spr. grilljiren), rösten.

Grimasse, Franz. Grirnace; stammt zwar von unsermDeutschen Grimm her; kann aber doch selbst, seinerundcutschcn Betonung wegen, nie für Deutsch gelten.Wir haben dafür, wenn es in eigentlicher Bedeutungfür verzerrte Mienen und Gebcrden genommen wird,Mißgebcrde, welchem Heynatz noch das Wort Un-geberdc beigesellt hat. Uneigentlich genommen, bedeu-tet es so viel als was bloß zum Schein geschieht, undworunter man andere Zwecke, Absichten und Handlun-gen zu verbergen sucht. Hier kann mau zuweilen Larve,zuweilen blauer Dunst, zuweilen Deckmittcl dafür sa-gen ; z. B.:Er nahm die Larve der Gulmüthigkeitvor, um desto sicherer zu täuschen," für, er machte dieGrimasse der Gutmürhigkeit;Sein Handel mit höl-zernen Waaren ist weiter nichts, als ein Deckmitrel,worunter er einen beträchtlichern Schleichhandel zu ver-bergen weiß," für, ist nur eine Grimasse.

Grimassiren, Gesichter schneide/,, Mißgeberden ma-chen. Wir können auch, da die Stammsilbe unser Ei-genthum ist, grimsen dafür sagen, so wie mir schongrinsen haben, um ein Lachen oder Lächeln mit häßlichverzerrtem Gesichte zu bezeichnen.

Gros (spr. Groh), 1. der größte Theil oder der großeHaufe, z. B. das Gros der Menschen; 2. in der Spra-che der Kaufleute, ein großes Dutzend, d. i. zwölf Du-tzend zusammengenommen. Z. In den Ausdrücken: einGroshandler, der.Gvoshandel, und eu gros handeln,bedeutet es in Großen, und man kann dafür ein Groß-händler, der Großhandel und in Großen handeln, sagen.

Grösserer, wofür man auch Grossist undUngroist (vonen gros) hört, ein Großhändler, d. i. einer der nichteinzeln oder stückweise, sondern nur in Ganzen, z. B.Centncr-Dutzendweise.s.f., verkauft.

Grotte, eine Kunsthöhle. Doch habe ich auch nichts da-wider, wenn man das fremde Wort, weil es unsereSprach-ähnlichkeit nicht beleidiget, für eingebürgert hält.

Grottesque (spr. grottesk'), wird als Sachwort und alsBeiwort gebraucht, und ist in beiden Formen (in derMahlerei) gleichbedeutend mit arabksk, Der Ursprung

des Ausdrucks rührt daher, daß Raphaels Schüler, Jo-han von Udine, Zierathen von Gips-arbeit (Stuc-catur) oder Mahlerei in demjenigen Geschmacke, wel-cher jenen Namen erhalten hat, in den Trümmern ei-nes Pallastcs des Titus fand, die man Grotten nann-te. Raph acl ahmte diese Zierralhen in den Gallertendes Vatikans nach; der Mißbrauch aber, den man nach-her davon machte, indem man immer mehr unnatürli-che und seltsame Gestalten hineinbrachte, und diese Artvon Mahlerei auch da anbrachte, wo sie nicht hingehört,hat gemacht, daß grottesü und seltsam oder wunder-lich gleichbedeutende Wörter wurden. S. Wateletin Heydenreichs ästhetischem Wörterbuche. Die Aus-drücke: Grottenmahlerci, Grottmverzierung, Arabi-sche Mahlerei, Arabischer Geschmack, Arabische .Ge-stalten, und in uncigcntlicher Bedeutung, Iknnatur,unnatürlich, seltsam, wunderlich u. s. w. würden fürDeutsche verständlicher sein. In La Veaux Franz. Wör-terbuche wird es durch Gnllenwerk verdeutscht.

Grouppe (spr. Gruppe). Es fehlt uns noch ein edlesDeutsches Wort für dieses fremde. Denn Klump, wel-ches nach A d. ehemahls dafür gebraucht wurde, ist theilszu niedrig, theils aber auch dem Begriffe, welchenGrouppe bezeichnet, nicht recht angcmefsen, weil mandabei eher an eine zusammenhängende einfache Masse,als an eine Vielheit nebeneinander stehender Personen,oder Dinge zu denken pflegt. Gleichwol hat Moritzin einem von ihm übersetzten Englischen Roman Baum-klum.pen für Baumgrouppe zu gebrauchen gewagt:Wiejprt sich dort ein Baumklumpen ausnehmen würde."Sollte vielleicht das veraltete WortDroffe (S. Ad. un-ter Troß), und da, wo nicht von Personen, sonder»von Sachen, z. B. von Bäumen, Bergeu u. s. w. dieRede ist, das N. D. Druffel, der Veredelung fähigsein? Letztes wird in der genannten Mund-art von al-lem gebraucht, was traubenmäßig nahe bei einanderist und ein Ganzes bildet, z. B. eine Druffel Aepfel oderBirnen. Sonst hat man im N. D. auch das WortKluster für den nämlichen Begriff:Se staht in enenKluster to Hop." S. Richey. Beide haben nichts, derallgemeinen Deutschen Sprach-ähnlichkeit widerstrebendesan sich. Druffel druckt sogar schon durch seine Tönedas Zusammensein vieler Dinge Einer Art dicht nebeneinander aus ; das r und ff die Vielheit; das eintöni-ge und zugleich fortkönendc r zugleich das Einartige inder Vielheit, und die enge Verbindung des d und r,ohne Grundlaut (Vocal) das Nebeneinandcrscin.

Grouppiren (spr. gruppiren), in eine Grouppe zusam-menstellen Wenn man auch Gruppe, aus Mangeleines ganz bequemen Deutschen Ausdrucks, und weil esnicht undeutsch klingt, in unsere Sprache aufzunehmensich entschließen-sollte: so würde doch das undeutsch be-tonte Zwittcrwort grouppiren diese Ehre keineswegesmit ihm theilen können. Man müßte gruppen dafür sa-gen.